Teil des Trios von Alba Armengou ist der Gitarrist Vincent López. Foto: Haberer

Die Künstler schöpften im ausverkauften Saal vor allem aus der katalanischen Folklore und dem Charme mediterraner Klangbilder mit poppigem Einschlag.

Es war ein intimes Konzert, das am Ende von der Feinheit seiner Zwischentöne lebte – zudem war es der erste ausverkaufte Abend einer noch jungen Veranstaltungsreihe auf der Suche nach einem eigenständigen Profil. Ursprünglich initiiert als Kooperationsprojekt mit dem Straßburger Festival „Jazzdor“, steht das neue Konzertformat im oberen Foyer des Lahrer Parktheaters seit vergangenem Herbst auf eigenen Füßen. Kulturchef Tobias Meinen bucht Acts, die zur Clubatmosphäre der Jamm Bar passen und das Genre der Jazzmusik zumindest in Ansätzen bedienen.

 

Das war etwa bei Rebekka Ziegler und ihrer Band Salomea so, ganz sicher auch bei dem Trio um Trompeter Menzel Mutzke, das tief in die Gefilde gepflegter Jazzharmonien eintauchte. Auch bei der katalanischen Sängerin und Trompeterin Alba Armengou, die am vergangenen Freitag auftrat, passt das Label mehr oder weniger.

Armengou hat eine markante und facettenreiche Stimme

Ihr Trio, komplettiert durch den Gitarristen Vincent López und den chilenischen Perkussionisten Tramel Levalle, kokettiert mit lateinamerikanischen Rhythmen und Jazzphrasen, schöpft vor allem aber auch aus der katalanischen Folklore und dem Charme mediterraner Klangbilder mit poppigem Einschlag.

Der Abend, der den Auftakt einer kleinen Deutschlandtournee des Trios mit rund einem Dutzend Terminen markierte, beeindruckte mit einer eher leisen, bisweilen fast melancholisch wirkenden Poesie, einem überraschend feinsinnigen Statement, das vor allem im ersten Teil des Konzerts auf filigrane Zwischentöne setzte.

Dreistimmige Vokalharmonien ohne Begleitung erklangen zum Einstieg, zu hören waren auch Gitarrenklänge, bei denen eine gewisse Nähe zum Flamenco mitschwang, reizvolle Gesangsduette von Alba Armengou und Tramel Levalle, eine zweite Gitarre, ein Daumenklavier, ein mit dem Besen gerührtes Schlagzeug. Dazu gab es einen feinen Wechsel zwischen Spanisch, Katalanisch und Portugiesisch. Das erste Statement der Trompete kam gedämpft und lautmalerisch daher, als Kontrast zwischen zwei Gesangsverse eingeknüpft.

Armengou verfügt über eine markante, bemerkenswert facettenreiche Stimme, die in Lahr mit gezügeltem Temperament ganz unterschiedliche Nuancen setzte. Unmittelbar vor der Pause war zum ersten Mal eine spürbare Verdichtung der Musik wahrzunehmen, das Trio spielte eine kraftvoll pulsierende Nummer, in der das bis dahin gezügelte Temperament aufblitzte, Gitarre, Schlagzeug und Trompete gemeinsam auftrumpften.

Im zweiten Teil des Abends forcierten Armengou und ihre beiden Mitstreiter dann spürbar den atmosphärischen Ansatz. In das überwiegend aus eigener Feder stammende Repertoire der gerade einmal 25-jährigen Katalanin mischten sich nun Ausflüge zum Bossa Nova und zur Musik Brasiliens, in leidenschaftliche und schwungvolle Gefilde. Die Karten wurden nun vor allem atmosphärisch neu gemischt, das Konzert auf eine neue Ebene katapultiert. Der bis dahin gültige Gesamteindruck wurde dadurch aber keineswegs negiert. Alba Armengou lädt ein zu einer musikalischen Reise, die sich nur schwer in eine Schublade einordnen lässt, sich der gängigen Etikettierung widersetzt.

So geht’s weiter

Das nächste Event in der Jamm Bar steht schon am kommenden Samstag, 14. März, an. Dann tritt der Kabarettist Philipp Weber mit der Show „Power to the Popel: Demokratie für Quereinsteiger“ auf. Los geht’s um 20 Uhr.