Die Mighty Oaks sind zurück auf der Bühne. Am Freitagabend traten sie vor ihren Fans im vollen Burghofsaal auf. Foto: Alexandra Günzschel

Im Rahmen einer speziellen Akustik-Tournee gastierte die Band beim Stimmen-Festival im Burghof.

Ungewissheit schwebte lange Zeit über der Zukunft der Folk-Band „Mighty Oaks“, nachdem vor einigen Jahren alle Mitglieder eine Auszeit nahmen, um jeweils eigene Projekte zu verfolgen. Doch nun können die Fans aufatmen: Das Berliner Trio ist nach mehrjähriger Pause auf die Bühne zurückgekehrt. Am Freitagabend gastierten sie im Rahmen einer speziellen Akustik-Tournee beim Stimmen-Festival im Burghof.

 

Alles in allem war es ein melancholischer Abend mit schaurig-schönen Songs und nachdenklichen, poetischen Texten. Eröffnet wurde das Konzert vom Hamburger Musiker und Songwriter David Ost und seiner Cellistin Charlotte Jeschke. Ost verstand es hervorragend, mit seinen Anmoderationen für Heiterkeit im Saal zu sorgen, nur um dann festzustellen: „Ihr seid schon wieder viel zu happy, der nächste Track wird euch bestimmt wieder runterziehen.“

Osts Alternative-Pop behandelt Themen wie toxische Männlichkeit, alternative Beziehungsmodelle oder Depressionen, gepaart mit persönlich eingefärbten Coming-of-Age-Geschichten. Da war zum Beispiel der Song über die lügende Mutter, anklagend, aber dann auch wieder ein wenig verständnisvoll; oder jener über die Beziehung, die eigentlich besser beendet werden sollte. Der langanhaltende herzliche Applaus nach dem letzten Song deutete darauf hin, dass der Newcomer ein paar der „Mighty Oaks“-Fans für sich begeistern konnte.

Melancholische Grundstimmung

Dann betraten Ian Hooper, Claudio Donzelli und Craig Saunders die Bühne und schlossen mit „Land of broken Dreams“ nahtlos an die melancholische Grundstimmung an. Hoffnungsvoller wurde es im zweiten Song „Tacoma“. Er handelt davon, dass man sich nicht zu sehr sorgen sollte, weil das alles nur noch schlimmer macht.

Mittlerweile wohnen die internationalen Musiker alle in Berlin und sprechen hervorragend Deutsch, was Leadsänger Hooper – wohl aus Imagegründen – jedoch erst im späteren Verlauf des Abends offenbarte. Denn die uramerikanische Folk-Musik wirkt einfach ein wenig authentischer mit einem amerikanischen Original als Frontmann.

Und so gab Hooper, gebürtig im US-Bundesstaat Washington, zunächst in breitem amerikanischen Englisch die Story zum Besten, wie er mit seinem Vater im alten Mercedes seiner Mutter – „bei uns sind die billig“ – von Washington nach Utah fuhr. Ein regnerischer Tag in Berlin rief diese alte Erinnerung wieder wach und ließ sie schließlich zum Song werden.

Leadsänger Ian Hooper ist Amerikaner, spricht aber auchhervorragend Deutsch Foto: Alexandra Günzschel

Handgemacht und akustisch

Die Musiker präsentierten ihre Lieder unmittelbar, handgemacht und akustisch. Die Rechnung, auf diese Weise die Verbindung mit den Fans wiederherzustellen, ging auf: Die authentische Folk-Musik kam an und wurde mit frenetischem Applaus belohnt – je nach Song mal ein bisschen mehr oder weniger. Es waren vor allem Fans gekommen. Viele erkannten die Stücke schon beim ersten Takt und konnten mitsingen.

Nach dem neueren Stück „High Times“ vom gleichnamigen Album begann ein besonderes Experiment. Das eingeschworene Publikum bekam zwei noch nicht veröffentlichte Lieder zu hören. Mit „Washington“ wurde noch ein wenig gefremdelt. „No Man’s Land“ dagegen kam auf Anhieb hervorragend an. Das freute den Leadsänger und er sagte es auch, bevor die Band zum Finale mit ihren größten Hits ansetzte.

Zwei Zugaben erklatschte sich das begeisterte Publikum. Dabei stand das Trio ganz eng beieinander am Bühnenrand, besang zunächst einen endlosen Sommer und bedauerte im letzten Stück, dass alle Dinge einmal gehen müssen.