Das Duo „Schwarzblond“ mit Benny Hiller und Monella Caspar aus Berlin begeisterte am Donnerstag im Haslacher Kloster. Foto: Buchta

Das Duo „Schwarzblond“ begeisterte in Haslach mal frech mit Berliner Schnauze, mal herzallerliebst, verliebt oder anzüglich und ziemlich erotisch aufgeladen.

Es war das zweite Mal, dass „Schwarzblond“ in Haslach auftrat. Vor knapp zwei Jahren fegte Benny Hiller allein über die Bühne, denn seine Partnerin Monella Caspar war an einer Stimmbandentzündung erkrankt und musste nach Berlin zurückkehren. Plan B trat in Kraft mit einem spontanen und genialen Soloprogramm, das von den Haslachern regelrecht gefeiert wurde.

 

Diesmal aber war das Duo zu seinem Programm „Schön, aber giftig“ im Haslacher Kapuzinerkloster komplett. Monella Caspar, das zierliche Energiebündel, eine frühere Modedesignerin, trat in bunt wechselnder, manchmal schriller, jedenfalls selbst kreierter Haute Couture singend und tanzend ins Scheinwerferlicht. Multitalent Benny Hiller war für die Musik zuständig mit seiner unglaublichen, vom Bass bis zum Falsett glatt drei Oktaven umfassenden Stimme und seinem vorwiegend selbst kreierten Arsenal an Instrumenten.

Berliner Schnauz und eine Falsett-Stimme

Das Ganze mal frech mit Berliner Schnauze, mal herzallerliebst, verliebt oder anzüglich und ziemlich erotisch aufgeladen. „Er ist meine Schokoladenseite und nicht kastriert“, beeilte sich Caspar angesichts der Falsett-Stimme ihres Partners zu versichern. Sie selbst sei als Kleidermotte geboren und dadurch früh mit Mode in Berührung gekommen. „Ich werde im Programm öfter meine Verpackung wechseln“, kündigte sie ihre modischen Kreationen an. Die Umkleidephasen füllte Hiller mit seinen Liedern voller Sarkasmus und Erotik oder mit seinen unzähligen Instrumenten.

So verriet er sein Tattoo auf dem Po, das wegen der Schwerkraft inzwischen eher einem Hängebauchschwein mit Kontrabass ähnle. Bei jeder neuen Kreation, mit der Caspar auf der Bühne erschien, ging ein bewunderndes „Ah“ und „Oh“ durch die Reihen. Wie sie diese Kunstwerke in dieser kurzen Zeit anlegen konnte, bleibt ihr Geheimnis. Dazu trällerte sie vergnügt „The spring make me sing“ – ein Lied, mit dem die beiden angeblich einen 33. Platz im Song-Contest erreichten. Oder sie besang ihre Lieblingsspeise: Sahnetorte. Während er von fernöstlich gegrilltem Hund sang und danach nur noch bellen konnte. Denn: „Man ist, was man isst.“

Blickkontakt mit dem Publikum

Vom „Frühstück im Bett mit Antoinette“ sang er oder vom „Rendezvous mit Mary Lou“: Alles rhythmisch mitreißend, melodisch verzaubernd und hochprofessionell mit ständigem Blickkontakt zu jedem Einzelnen im Publikum.

Zusammen sangen sie halsbrecherisch von einer Note, die sich einst ihren Hals verrenkte, oder, in höchsten Tönen und Helene Fischer zu Ehren, „Das Leben ist schön!“. „Ick fühl mir gut“ hieß es dann mit Berliner Schnauze, Hiller sang im Kopfstand von Kannibalen und gab eine erstaunliche Kostprobe von seiner Kunst des Pfeifens. „Es geht immer um die Liebe“ hieß es zum Schluss und, weil’s sich so schön reimt, mit dem Lied „Das Pärchen Müller mit Klaus und Klärchen“.

Die Reaktionen

Der Beifall des Publikums war riesig und ohne eine Zugabe durften die beiden nicht von der Bühne. „Wir machen uns vom Acker“, sangen sie zum Abschied.