Wie viele Unternehmen der Branche hat auch Kohler Maschinenbau aus Lahr schwierige Jahre hinter sich. Geschäftsführer Hans-Peter Laubscher warnt vor anhaltender Investitionsflaute.
Die wirtschaftliche Lage im Südwesten bleibt angespannt – das wurde bei der Vorstellung des Konjunktur-Jahresberichts der WVIB Schwarzwald AG in Freiburg mehr als deutlich. Die vorgestellten Zahlen waren ernüchternd. 2025 erzielten die Mitgliedsunternehmen lediglich ein Umsatzplus von 0,3 Prozent.
Damit blieb zwar ein erneuter Rückgang wie im Vorjahr aus, aber die Schwächephase in Baden-Württembergs Industrie halte weiter an, wie WVIB-Hauptgeschäftsführerin Hanna Böhme bei der Vorstellung der Zahlen verdeutlichte: „Wir sind weiterhin in der Talsohle.“
Erstmals wurden in der Umfrage regionale Kennzahlen erhoben. Der Ortenaukreis erreicht dabei 12,3 Punkte und liegt damit im Mittelfeld: besser als große Teile des Schwarzwalds, aber schwächer als Regionen im äußeren Südwesten des Landes. Ein zentrales Problem bleibt die mangelnde Auslastung der Betriebe. Das und die fehlende Investitionsdynamik betrifft besonders den Maschinenbau.
Die vergangenen Jahre waren eine Herausforderung
Die Lahrer Firma Kohler Maschinenbau war durch Geschäftsführer Hans-Peter Laubscher in Freiburg vertreten. Für das seit rund sechs Jahrzehnten in Lahr verwurzelte Unternehmen waren die vergangenen Jahre herausfordernd.
Laubscher sprach im Gespräch mit unserer Redaktion offen von zwei schwierigen Jahren: „Wir hatten ein herausforderndes Jahr 2025 – und 2024 war auch schon nicht einfach.“ Etwas Licht am Ende des Tunnels sieht der Geschäftsführer dennoch: „Seit dem vierten Quartal erkennen wir eine Aufwärtstendenz – nicht nur bei den Anfragen, sondern auch beim tatsächlichen Auftragseingang.“
Laubscher hofft, dass sich diese Entwicklung nachhaltig fortsetzt, damit die Beschäftigung langfristig gesichert werden könne und die Firma Kohler weiterhin investieren könne am Standort in Lahr. Was es dazu brauche: eine verlässliche Zukunftsperspektive für die Investitionsindustrie mit stabilen und verlässlichen Rahmenbedingungen: „Ein paar Monate mit besseren Aufträgen reichen dafür nicht“, so Laubscher.
Das letzte Quartal 2025 macht Hoffnung auf einen Aufschwung
Auch WVIB-Präsident Bert Sutter fand deutliche Worte zur Lage der deutschen Industrie. Die Sorge wachse, dass sich der Standort Deutschland langfristig nicht behaupten kann. Hauptgeschäftsführerin Hanna Böhme fand dafür klare Worte: Es werde nicht nur enttäuscht festgestellt, dass der vielbeschworene „Wumms“ ausbleibt – vielmehr gebe es ihn durchaus, nur eben nicht in Deutschland. „Global gesehen passiert etwas. Nur wir haben keinen Anteil daran.“
Die Antwort darauf kann für Sutter nur in besseren Rahmenbedingungen liegen: weniger Bürokratie, niedrigere Steuern, bessere digitale Infrastruktur und, auch mit Blick auf die aktuelle Teilzeitarbeit-Debatte, mehr Flexibilität am Arbeitsmarkt. Laubscher gab dazu ein Beispiel aus der Praxis und zeigte auf, wie starre Regelungen den Serviceeinsatz bei Kunden erheblich erschwerten. „Wenn man bei einem Kunden vor Ort ist und mit dem Ende der gesetzlich geregelten Arbeitszeit der Hammer fallen muss, fährt man am nächsten Tag womöglich nur für eine halbe Stunde wieder hin“, sagte er.
Stabilität sei der Motor wirtschaftlicher Entwicklung, der größte Feind nachhaltiger Investitionen hingegen fehlende Planungssicherheit. „Wer verunsichert ist, investiert nicht“, brachte Laubscher es auf den Punkt. Vor diesem Hintergrund sei auch die unberechenbare Zollpolitik der Amerikaner ein beträchtlicher Negativfaktor.
Als die Meldung über geplante Extrazölle in Höhe von zehn Prozent infolge des Grönland-Konflikts aufkam, sei die Verunsicherung groß gewesen. „Die zentrale Frage war: Was bedeutet das konkret für uns und für die Investitionen unserer Kunden, insbesondere in den USA? Solche kurzfristigen Tagesereignisse beeinflussen uns erheblich – nicht nur uns als Unternehmen, sondern die gesamte Wirtschaft.“
Kohler Maschinenbau
Die Firma Kohler ist ein Maschinenbau-Unternehmen mit Sitz in Lahr. Sie entwickelt, baut und vertreibt technische Anlagen, die Metallbleche und -bänder präzise richten und für die Weiterverarbeitung vorbereiten.Insgesamt beschäftigt die Firma Kohler 115 Mitarbeiter.