Nach dem 2:1-Sieg gegen Basel feiert der SC Freiburg mit den Fans im gleichen Shirt. Christian Günter findet das passend – und lobt die „Zwillinge“ auf der SC-Doppelsechs.
Knapper geht es kaum. Als Maximilian Eggestein in der 56. Minute nach Flanke von Vincenzo Grifo aufs Tor köpfte, hielt Basels Torwart Mirko Salvi stark – eigentlich. Denn nach einigen Sekunden des Wartens zeigte der Schiedsrichter auf seine Uhr und schließend auf den Mittelkreis: Tor, 2:0, Freiburger Jubel auf dem Feld und den Rängen.
„Wir müssen der Technik danken“, sagte SC-Trainer Julian Schuster am Mittwochabend kurz vor Mitternacht auf der Pressekonferenz zu der Szene. „Auch den Bildern nach kannst du gar nicht glauben, dass der Ball drin ist“, so Schuster nach dem 2:1-Sieg zum Auftakt in der Europa League.
Am Ende waren es Millimeter, die den Ausschlag gaben und den SC Freiburg, der durch Patrick Osterhage nach gut 30 Minuten bereits mit 1:0 in Führung lag, auf die Siegerstraße führten. Denn mit dem 2:0 im Rücken hatten die Hausherren im ersten Pflichtspiel gegen den Nachbarn aus Basel lange Zeit alles im Griff.
Vorentscheidung verpasst – danach wird es spannend
„Es hätte dem Spiel sehr geholfen, wenn wir da das dritte Tor gemacht hätten“, analysierte Schuster. Doch stattdessen wurde es am Ende noch mal spannend: Philip Otele traf per schönem Schlenzer in der 84. Minute zum 2:1-Anschluss und sorgte für Freiburger Zittern in der Schlussphase. Richtig gefährlich wurde es jedoch nicht mehr, immer wieder konnte die SC-Defensive klären. Nach fünf Minuten Nachspielzeit war es dann vorbei und Fans und Mannschaft feierten gemeinsam den Auftaktsieg in der Europa League.
Und das optisch im selben Gewand: Bereits während des Spiels waren die meisten Fans aus Südtribüne in weißen Europa-League-Shirts gekleidet, nach der Partie übergaben die Anhänger auch den SC-Kickern einen Stapel Shirts mit der Aufschrift „Kein Weg zu weit“. Vier Wörter als Sinnbild, wie Kapitän Christian Günter befand. „Dieser Spruch trifft es ganz gut, warum wir dieses Jahr Europa League spielen dürfen“, sagte der Linksverteidiger, der das weiße Shirt über seiner dicken Daunenjacke trug.
Warum der Spruch auf dem Shirt für Christian Günter sinnbildlich ist
„Das ist das, was uns auszeichnet: mannschaftlich geschlossen jeden Weg zu gehen für den anderen. Das machen die Fans für uns – und wir müssen es auf dem Platz tun“, erklärte der Tennenbronner und sprach von einem „super Start“ in die Europapokal-Saison. Den Blick auf die Tabelle der Europa League wollte er jedoch noch nicht richten.
Klar ist aber: Mit dem Sieg im Auftaktspiel hat der SC Freiburg zumindest den Grundstein gelegt und gleichzeitig die vergangenen drei Pflichtspiele gewonnen. Nach dem Fehlstart in die Liga hat der Sport-Club damit die Kurve gekriegt. Sinnbildlich dafür: Die Doppelsechs aus den beiden Torschützen Eggestein und Osterhage, der angeschlagen die ersten beiden Bundesliga-Spiele verpasste. Seit der Ex-Bochumer wieder fit ist, gewinnt der Sport-Club wieder – sein Tor am Mittwoch war der Dosenöffner. Kapitän Günter bezeichnete die beiden Sechser, die in der Vergangenheit nicht unbedingt als Torjäger auffielen, scherzhaft als „Zwillinge“.
Schuster scherzt über die „Zwilling“-Aussage
Zwar ähneln sich die beiden ein wenig, spielerisch gibt es jedoch durchaus Unterschiede, wie auch Eggestein betonte. Er selbst sei mehr „Anker und Sicherungsspieler“, sein Nebenmann Osterhage habe mehr Tempo und suche daher öfter die Tiefe. Eine Mischung, die dem SC Freiburg derzeit guttut.
Am Sonntag kommt die TSG Hoffenheim nach Freiburg
Es ist daher davon auszugehen, dass die beiden „Zwillinge“, bei denen man laut Schuster aufgrund ihrer Zuverlässigkeit zumindest meinen könnte, „dass sie aus dem gleichen Haushalt kommen“, auch am Sonntag im Heimspiel gegen die TSG 1899 Hoffenheim (15.30 Uhr/DAZN) die Doppelsechs bilden werden. Ebenfalls dabei: Viel Selbstvertrauen aus der erfolgreichen Europapokalnacht am Mittwochabend gegen den FC Basel.