Die „Omas gegen Rechts“ wollten zum Auftakt der Interkulturellen Woche mit den Menschen ins Gespräch kommen. Foto: Zahn

Die Interkulturelle Woche ist auf dem Obertorplatz in Hechingen gestartet. Verschiedene Gruppierungen vermittelten Werte wie Vielfalt. Wir haben einige Eindrücke zusammengestellt.

Bereits seit 50 Jahren gibt es die Interkulturelle Woche. Rund 750 Städte und Gemeinden in ganz Deutschland nehmen an dieser teil und haben auch dieses Jahr ein buntes Programm zusammengestellt, um das diesjährige Motto „Dafür!” zu feiern.

 

Hechingen ist bereits das achte Mal mit am Start. Am vergangenen Samstag wurde daher der Obertorplatz für den Auftakt zum „Wohnzimmer der Kulturen”. Eine doppelte, symbolische Bedeutung wurde durch das gemütliche Arrangement aus Sofa, Sessel und Couchtisch in der Mitte des Platzes geschaffen: Einerseits eine Geste des Willkommens, andererseits eine Aufforderung. Die Erste Beigeordnete Dorothee Müllges plädierte in ihren Eröffnungsworten für ein Aufstehen vom Sofa, denn: „Jeder muss Stellung beziehen und Haltung zeigen, um uns klar und deutlich füreinander auszusprechen.“

„Omas gegen Rechts“ möchten mit „Leuten ins Gespräch kommen“

Da stimmten viele Bürger aus Hechingen und Umgebung zu, dementsprechend waren verschiedene Gruppierungen, zum Beispiel die „Omas gegen Rechts”, vor Ort. Sie sind ein privater Zusammenschluss von insgesamt rund 50 Mitglieder. Zum Start der Interkulturellen Woche war eine etwas kleinere Gruppe anwesend und machte auf ihre Werte aufmerksam. Die Omas luden dazu ein, sich zu ihnen zu setzen und bei einer Tasse Kaffee und Kuchen über demokratische Grundwerte und Akzeptanz zu sprechen. Sie möchten ganz entspannt „mit Leuten ins Gespräch kommen”, so Waltraud Feuchter. Die Gruppe habe sich im Februar diesen Jahres aus einem Grund zusammengeschlossen: Die Montagsspaziergänge der AfD auf dem Obertorplatz führten dazu, dass sich einige Omas Sorgen machten. Man wolle zeigen, dass es keinen Platz für demokratiefeindliches Verhalten gebe. Seitdem sind die „Omas gegen Rechts” auch schon am Frauentag und zum Kriegsende am 8. Mai präsent gewesen.

Mit dabei waren unter anderem auch Vertreter von Amnesty International, des Diasporahauses, ein Zelt für Antidiskriminierungsarbeit, das JUZ unter der Trägerschaft von Mariaberg mit Haus Nazareth und das Refugio. Mit Bastel- und Rätselaktionen wurden die Kinder eingebunden, während die Erwachsenen sich über verschiedene Themen der Interkulturalität informieren oder einfach miteinander ins Gespräch kommen konnten.

Die Caritas bot im Rahmen ihrer Arbeit mit Geflüchteten und Menschen mit Migrationshintergrund unter anderem selbstgenähte Kleidung an. Interims-Geschäftsführer Hartmut von Schöning erklärte, dass sich viele Frauen ehrenamtlich einbringen: Diese würden sich freuen, helfen zu können, um die Akzeptanz für jene, die hier eine Heimat gefunden haben, in der Gesellschaft zu fördern.

Kunst als Brücke zwischen den verschiedenen Kulturen

Auch Ina Simone Petri vom Atelier Ina unterstützt die Interkulturelle Woche. Jeder durfte sich auf einem Banner für die „IKW“ verewigen, Kunst sei für sie die Brücke zwischen Kulturen, unabhängig von der Sprache.

Zu sehen war das vor allem am Auftritt der serbischen Tanzgruppe „SKC Etno“ aus Reutlingen, die in traditioneller Tracht ihren Tanz aufführte.

Wer danach vom Musikfieber gepackt wurde, hatte Glück: Der Hechinger Gospelchor lud dazu ein, sie bei ihrem Auftritt lautstark zu unterstützen. Viele weitere Gäste sorgten für die musikalische Untermalung der gelungenen Auftaktveranstaltung.