Die Fastnachtstaufe der neuen Junghansel und -gretle fand traditionell am Dreikönigstag in Donaueschingen statt. Die Narrenzunft Frohsinn läutete die fünfte Jahreszeit ein.
Mit dem Start in das neue Jahr kommen auch die Narren in der Region wieder so richtig in Fahrt. So auch in Donaueschingen. Hier fand bei klirrender Kälte am Dreikönigstag das traditionelle Ausrufen der Fastnacht am Hanselbrunnen statt – wie jedes Jahr verbunden mit der Taufe der neuen Junghansel und -gretle.
Der Dreikönigstag ist in Donaueschingen der offizielle Auftakt der Fasnet. Nach dem „Bettzeit läuten“ präsentiert sich der Hansel das erste Mal öffentlich, Narren stauben ihre Häser ab und wenn am Hanselbrunnen der Narrenmarsch zum ersten Mal erklingt, lässt der Hansel seine Schelle im Takt erklingen.
Trotz Minusgraden verwandelte die Narrenzunft Frohsinn Donaueschingen die Innenstadt am Dienstagabend in eine große Bühne gelebter Narretei. Dicker Frost lag zwar in der Luft, der Atem stieg in kleinen Wolken auf – doch von Zurückhaltung war nichts zu spüren. Warm eingepackt, mit bunten Häsern, klingenden Schellen und leuchtenden Augen, versammelten sich Mitglieder und Freunde der Narrenzunft, um das närrische Ritual gemeinsam zu feiern.
Begleitet vom Aufener Musikverein mit Trommeln und fröhlichen Rufen wurde die Fastnachtstaufe vollzogen – ein symbolischer Akt, der die Verbundenheit mit der alemannischen Fastnacht und dem Verein eindrucksvoll unterstrich. Das kalte Wetter tat der ausgelassenen Stimmung keinen Abbruch: Lachen, Scherze und närrische Kommentare hallten durch die Straßen und ließen die Kälte fast vergessen.
Zeremonienmeister feiert Premiere
Premiere feierte auch der neue Zeremonienmeister Markus Dörle, der den langjährigen Amtsinhaber Thomas Gantert ablöst. „Ich habe mich zwar zweimal versprochen, aber ansonsten lief es doch ganz gut“, sagt er mit einem Schmunzeln nach seiner Ansprache. Tapfer stellt sich auch Lena Emilie Scherer der großen Narrenschar: Als einziges Junggretle legt sie mutig den Eid auf den Frohsinn ab.
Zum Abschluss spielte die Aufener Musik noch einmal auf, und es wurde kräftig geschunkelt – eine willkommene Bewegungseinheit bei der klirrenden Kälte. Gerade die widrigen Bedingungen verliehen der Feier ihren besonderen Charakter und zeigten, dass echter Frohsinn und Heiterkeit nicht von äußeren Umständen abhängt.
Frostige Temperaturen und herzliches Miteinander
So wurde die Fastnachtstaufe in Donaueschingen erneut zum eindrucksvollen Beweis, wie lebendig Brauchtum sein kann. Zwischen frostigen Temperaturen und herzlichem Miteinander zeigt sich: Die Fastnacht ist mehr als ein Fest – sie ist Ausdruck von Gemeinschaft, Tradition und Lebensfreude. Nach Taufe und Ausruf zog der kleine Lindwurm zurück ins Probelokal, wo der Auftakt der närrischen Zeit weitergefeiert wurde. Auf die kommenden Veranstaltungen darf man sich schon jetzt freuen – der Frohsinn Donaueschingen wird auch dabei wieder eine tragende Rolle spielen.
Die Wurzeln der Narrenzunft Frohsinn reichen bis in das Jahr 1853 zurück, als sich in Donaueschingen erstmals Narren zu einer festen Vereinigung zusammengeschlossen hatten. Seither begleitet die Narrenzunft Frohsinn die Entwicklung der örtlichen Fasnet, und der Verein hat sich zu einem festen Bestandteil des kulturellen Lebens der Stadt entwickelt.
Blick ins Programm
Höhepunkt
Ein erster Höhepunkt der Fasnet steht am 7. Februar an: In der Donauhalle lädt die Narrenzunft Frohsinn zum großen Zunftball ein. Am Schmutzigen Dunschtig, 12. Februar, übernehmen die Narren traditionell das Regiment. Der Tag beginnt mit dem Wecken am Rathausplatz, bei dem die Frohsinn-Narren frühmorgens für Stimmung sorgen und den Oberbürgermeister entmachten. Krönender Abschluss der Straßenfasnet ist der große Umzug am 15. Februar. Zahlreiche Gruppen, Musiken und Zünfte werden erwartet.