Wohl noch bis Herbst müssen die Mitarbeiter der Balinger Firma Schlather Orthopädietechnik ihrer Arbeit unter erschwerten Bedingungen nachgehen. Dann soll der neue Gebäudeteil fertig sein, der auch eine Neuorganisation möglich macht.
Balingen - "Wir sind gewachsen", sagt Geschäftsführerin Renate Egermann, weshalb vor etwa vier Jahren die Planungen für eine Erweiterung angestoßen wurden. Diese waren nicht einfach, weil die geplante Aufstockung nicht einfach auf das Gebäude mit den Verwaltungs-, Sozial- und Lagerräumen gesetzt werden konnte, wie sie erläutert. Diese musste auf Pfähle gesetzt werden, für die große Fundamente gegossen werden mussten.
Nach Abschluss der Vorbereitungen wurde im vergangenen Herbst der Entschluss gefasst, mit dem Bau zu beginnen, trotz Corona. Es hat zunächst unter anderem wegen des schlechten Wetters Verzögerungen gegeben, "doch wir haben aufgeholt und sind nahezu im Plan", berichtet Geschäftsführer Patrick Straubinger.
Eine Lounge darf nicht fehlen
Die eine Hälfte der rund 800 Quadratmeter großen Aufstockung ist für das Lager und für Büros reserviert. In der anderen entsteht der Bereich für die rund 40 Balinger Mitarbeiter mit Küche, Kantine, Terrasse und einer so genannten Lounge mit Relax-Liegen und einem Wellness-Teil.
Mit dem Umzug des Lagers werde es auch Veränderungen in den bisherigen Gebäudeteilen geben, erläutern Egermann und Straubinger. So wird die Verwaltung umorganisiert, werden Anproberäume und Beratungskabinen erneuert, entsteht ein neuer Bereich für diskrete Beratungen bei Inkontinenz. In der erweiterten Werkstatt werden die Bedingungen für die Herstellung zum Beispiel von Sonderbauten und Sitzschalen optimiert.
Optimistischer Blick in die Zukunft
Großes Augenmerk wird auf Leistungen für Kinder mit Handicap gerichtet, weshalb die Fertigungstechnik dafür verbessert wird. Mit 3-D-Druckern und der Digitalisierung bei der Einlagen- und Maßschuhversorgung hat modernste Technik Einzug gehalten.
Der neue Gebäudeteil, die organisatorischen Neuerungen und die verbesserte Technik bedeuten einen Einschnitt für Schlather Orthopädietechnik, sind sich die drei Geschäftsführer Renate Egermann, Patrick Straubinger und Jochen Decker einig. Ähnlich dem im Jahre 2007, als die Firma sich im Gewerbegebiet Hauptwasen niederließ und die Balinger Zentrale errichtete mit den Werkstätten und dem reha-team, das bis dahin im Gewerbegebiet Auf Gehrn zu finden war. Zuvor war die Firma, das 1955 von Reinhold Schlather gegründet worden war und inzwischen mit den vier Filialen in Horb, Hechingen, Villingen-Schwenningen und Ravensburg rund 80 Mitarbeiter beschäftigt, von der Ebertstraße in die Tübinger Straße und danach in die Hindenburgstraße gezogen.
"Mit der Aufstockung wollen wir auch ein Zeichen nach außen setzen", so Straubinger, "wir blicken optimistisch in die Zukunft". Und wenn sich nach Abschluss der Bauarbeiten die Arbeitsabläufe wieder eingespielt haben und irgendwann wieder über Erweiterungen nachgedacht werden muss, kann es seinen Worten nach nur wieder nach oben gehen – über einem anderen Gebäudeteil.