Die SpVgg Freudenstadt im Freudentaumel: Nach dem 3:2-Erfolg in der Relegation über den TSV Frommern gab für Spieler und Fans des frisch gebackenen Landesligisten kein Halten mehr.
Gegen 17 Uhr brachen in Bösingen alle Dämme. Der Schlusspfiff von Schiedsrichter Sebastian Flegr besiegelte den 3:2-Sieg der SpVgg Freudenstadt über den TSV Frommern – und damit den Aufstieg in die Landesliga für das Team von Cheftrainer Elvedin Djekic. Ein großer Teil der 850 Zuschauer hatte sich schon vor der Partie hinter der beiden Spielerbänken eingefunden – gekleidet in blau und weiß, jede gelungene Aktion der Freudenstädter lautstark bejubelnd. Spätestens im Moment des Abpfiffs gab es für die mitgereisten SpVgg-Fans kein Halten mehr.
Gefühlschaos bei Djekic
Drei Aussagen beschrieben das Innenleben von Djekic wenige Minuten nach dem großen Moment. Erstens: „Ich habe es gerade noch nicht realisiert.“ Sprachlosigkeit, Gefühlschaos, Ungläubigkeit. Zweitens: „Ich bin unglaublich stolz auf die Mannschaft und auf den ganzen Verein!“ Dann doch die erste Realisation dessen, was seine Schützlinge soeben vollbracht hatten. Und drittens: „Ich glaube, das wird eine lange Nacht.“ Die von einem fast schon schelmischen Grinsen begleitete Vorfreude auf die bevorstehenden Feierlichkeiten.
Die Geschichte der insgesamt gut 100 Minuten auf dem Bösinger Rasen war eine mit Höhen und Tiefen für beide Seiten. Der Favorit aus Frommern ging zunächst in Führung, kassierte dann den Ausgleich, konnte sogar von Glück sprechen, nicht plötzlich zurückzuliegen – und ging dann doch mit einer 2:1-Führung im Rücken in die Kabine. Nach dem Seitenwechsel hätten die Frommerner mit dem 3:1 wohl für die Vorentscheidung sorgen können. Doch Freudenstadt kämpfte sich zurück, zunächst mit dem erneuten Ausgleich durch Fabian Armbruster nach einer Ecke und in der Folge mit einem aufopferungsvoll geführten Zweikampf nach dem anderen.
Mentalität als Schlüssel
Sicher, der Bezirksliga-Vizemeister hatte in der 81. Minute das Spielglück auf seiner Seite, als Frommerns Keeper Daniel Mau die Kugel an der eigenen Grundlinie außerhalb des Strafraums gegen Dogukan Süzgec vertändelte. Doch selbst in dieser Situation war es der Kampfgeist der Herren in Blau, der den 3:2-Siegtreffer durch den eingewechselten Matthias Weimer ein Stück weit erzwang. „Dass wir diese Mentalität, die wir im ersten Relegationsspiel gezeigt haben, heute noch einmal auf den Platz bringen, ist der Wahnsinn“, schwärmte ein in Bier, Schweiß und vielleicht auch die ein oder andere Träne getränkter Elvedin Djekic nach der Partie.
„Nicht unverdient“
Und auch wenn die Einschätzung von Frommerns Spielertrainer Armin Hotz, sein Team habe sich das Leben selbst schwer gemacht, durchaus auf die Kräfteverhältnisse und den Spielverlauf zutrifft, so soll das die Leistung der SpVgg Freudenstadt keineswegs schmälern. Denn auch Djekic hatte Recht, als er sagte: „Über die kompletten 90 Minuten finde ich das Ergebnis am Ende nicht unverdient.“