Lutz Meschke (re.) mit dem VfB-Sportvorstand Fabian Wohlgemuth. Foto: Pressefoto Baumann/Hansjürgen Britsch

Lutz Meschke steht vor dem Aus als Vorstandsmitglied bei der Porsche AG. Wie wirkt sich das auf die VfB Stuttgart AG aus?

Noch ist die Trennung nicht vollzogen. Aber die Signale, die am Wochenende aus Zuffenhausen in die Welt gingen, waren eindeutig. „Der Aufsichtsrat der Dr. Ing. h.c. F. Porsche Aktiengesellschaft („Porsche“) hat heute den Aufsichtsratsvorsitzenden beauftragt, Gespräche mit Herrn Lutz Meschke, dem stellvertretenden Vorstandsvorsitzenden und Vorstandsmitglied für Finanzen und IT, sowie Herrn Detlev von Platen, Vorstandsmitglied für Vertrieb und Marketing, über ein einvernehmliches vorzeitiges Ausscheiden aus dem Vorstand von Porsche zu führen“, hieß es in einem Pressestatement am Samstag.

 

Soll heißen: Die Tage von Lutz Meschke beim Stuttgarter Autobauer sind demnächst gezählt. Doch der Top-Manager ist ja nicht nur hochrangiges Mitglied der Porsche-Unternehmensführung. Sondern unter anderem auch Aufsichtsratsmitglied der VfB Stuttgart AG, sogar der stellvertretende Vorsitzende dieses Kontrollgremiums und Teil des wichtigen Präsidialausschusses. Wie also geht es hier weiter?

Grundsätzlich gilt beim VfB, was Dietmar Allgaier gegenüber unserer Redaktion sagt: „Wir kommentieren die internen Vorgänge bei der Porsche AG nicht.“ Der VfB-Präsident ist zugleich Vorsitzender des Aufsichtsrats der VfB Stuttgart AG. An dieser wiederum hält die Porsche AG wie die Mercedes-Benz Group 10,4 Prozent der Anteile. Im Juni 2023 hat Porsche dieses Engagement bekanntgegeben, im ersten Halbjahr 2024 flossen dann die rund 40 Millionen Euro in zwei Tranchen.

Die Porsche AG hat zwei Aufsichtsräte ins Kontrollorgan der VfB AG entsandt. Produktionsvorstand Albrecht Reimold – und eben Lutz Meschke. Dieser Vorgehensweise folgend gestaltet sich wohl auch die nähere Zukunft aus Sicht des VfB.

Sollte sich im Porsche-Vorstand „eine Veränderung ergeben, die auch deren Vertreter im Aufsichtsrat der VfB-AG betreffen, wäre es Aufgabe der Porsche AG zu entscheiden, ob das Unternehmen einen anderen Vertreter in das Kontrollgremium entsendet“, erklärt Dietmar Allgaier, der ergänzt: „Bis zu einer solchen Entscheidung bleibt es bei der aktuellen Besetzung des Aufsichtsrats der VfB-AG.“

Lutz Meschke war bei Porsche eine treibende Kraft für das Engagement beim VfB Stuttgart. Ende Juni 2023 wurde nicht nur der Einstieg des Autobauers als Investor der VfB AG verkündet. Auch sicherte sich die Porsche-Tochter MHP die Namensrechte der damaligen Mercedes-Benz-Arena. Rund um die Streitigkeiten um den Vorsitz des Aufsichtsrats der VfB AG und später um die Besetzung des Stellvertreterpostens zog sich Meschke aber auch den Ärger von Teilen der Fanszene zu. Diese drückten ihr Missfallen auch immer wieder mit Spruchbändern im Stadion aus.

Wie es aus Porsche-Sicht personell in Sachen VfB weitergeht, ist offen. Am Wochenende wollte sich das Unternehmen auf Nachfrage des „Kicker“ nicht dazu äußern.