Zum ersten Mal trafen sich auch in Bad Wildbad etwa 30 Menschen am Montagabend zu einem Spaziergang gegen die Coronamaßnahmen. Foto: Mutschler

Etwa 30 Menschen waren am Montagabend erstmals auch in Bad Wildbad bei einem Spaziergang unterwegs.

Bad Wildbad - Nach Calw und Nagold nun also auch Bad Wildbad: Am Montagabend trafen sich rund 30 Menschen vor dem Bad Wildbader Rathaus zu einem sogenannten Spaziergang. Aufgerufen wurde dazu unter anderem auch in den sozialen Medien, unter anderem in der Facebook-Gruppe "Bad Wildbad". Dort gab es bereits im Vorfeld eine Diskussion von Befürwortern und Gegnern der aktuellen Corona-Maßnahmen.

Kurz nach 18 Uhr setzte sich die kleine Gruppe dann in Bewegung – über den Kurplatz, durch die Wilhelmstraße und wieder zurück über die König-Karl-Straße bis zum Rathaus. Wohl, weil die Strecke recht kurz war, wurde sie anschließend ein zweites Mal in Angriff genommen.

Kundgebungen gab es keine – abgesehen vielleicht von unrgelmäßig geblasenen Tönen, erzeugt mit einem Schneckenhorn oder einem ähnlichen Instument. Auch auf mehrfache Nachfrage der anwesenden Pressevertreter meldete sich kein Verantwortlicher, der etwas zu dem Ansinnen des Spaziergangs hätte sagen wollen. Einige Teilnehmer äußerten sich dann aber im Gespräch mit unserer Redaktion. "Wir laufen für den Frieden und für den Frieden untereinander", sagte eine Teilnehmerin. Und ein Teilnehmer ergänzte, man laufe nicht gegen etwas. Vielmehr wolle man zusammenkommen, um Gemeinsamkeiten zu entdecken.

Gegen die Spaltung der Gesellschaft

Es gelte, etwas gegen die Spaltung der Gesellschaft zu unternehmen. Man müsse gemeinsam in die gleiche Richtung schauen und wieder Respekt füreinander zeigen. Wichtig war es ihm zu sagen, dass der Spaziergang absolut friedlich verlaufen solle und Krawall nicht geduldet würde.

Eine weitere Teilnehmerin äußerte sich dann doch noch zu den Corona-Maßnahmen. Sie sei völlig damit einverstanden, sich testen zu lassen, sei aber gegen eine Impfpflicht, die ihrer Meinung nach einen Eingriff in die Grundrechte darstelle. Zudem schütze die Impfung nicht wirklich und sie habe keine Angst vor Corona.

Masken trug keiner der Spaziergänger, auch dann nicht, wenn die Mindestabstände nicht eingehalten wurden.

Zu Beginn der Veranstaltung zählte die Polizei laut Angaben eines Pressesprechers etwa zehn Personen. Es handele sich aber dabei lediglich um eine Momentaufnahme an einer bestimmten Örtlichkeit und man könne nicht ausschließen, dass der Aufzug während des Gehens weiter angewachsen sei. Ein Versammlungsleiter habe sich nicht zu erkennen gegeben und nach Wissen der Polizei sei die Versammlung auch nicht beim zuständigen Ordnungsamt angemeldet gewesen, so der Sprecher weiter. Er bestätigte, dass es während der gesamten Veranstaltung friedlich geblieben sei.