Wird der Dachreiter erneut auf dem Schömberger Rathaus platziert oder nicht? Eine Visualisierung zeigt eine mögliche Alternative auf. Der Gemeinderat entscheidet kommenden Mittwoch. Foto: Verwaltung

Der Gemeinderat Schömberg entscheidet am Mittwoch, wie es beim Rathausneubau weitergeht. Die Bürgerschaft ruft zur Rettung auf.

Dachreiter – ja oder nein? Wie bereits Ende Februar steht in Schömberg die Thematik Rathausneubau kommenden Mittwoch erneut auf der Tagesordnung des Gemeinderats. Es geht zunächst los mit der Kostenschätzung. Sämtliche beteiligten Büros werden vor Ort sein und die Planungen präsentieren. Die Vorentwurfsplanung soll sogleich vom Gemeinderat beschlossen werden. Diese nimmt laut Sitzungsvorlage, wo immer möglich, das Wettbewerbsergebnis auf und folgt entlang der Förderkriterien im Landessanierungsprogramm dem strikten Prinzip der Nachhaltigkeit.​

 

Historische Uhr bleibt erhalten

Für Aufregung im Städtle sorgt der Tagesordnungspunkt, der im Folgenden aufgührt ist, nämlich die Verwendung des Dachreiters. Eine Diskussion diesbezüglich wurde bereits im Februar geführt – jedoch ohne Beschluss.

Ursprünglich hätte der Dachreiter seiner Natur gemäß auch wieder auf dem neuen Rathaus platziert werden sollen. Der Siegerentwurf sieht zwar sehr wohl die Platzierung der imposanten Uhr an der neuen Fassade vor, nicht aber den historischen Dachreiter. Letzterer soll lediglich separat aufgestellt werden, etwa auf den gegenüberliegenden Grünflächen.

Einer der Argumente rund um die Diskussion ist der finanzielle Aspekt. Die Restaurierung des Artefakts würde über 35.000 Euro kosten. Die Stadtverwaltung hat auf Wunsch des Gremiums bei einer Zimmerei angefragt, was ein neuer Dachreiter in historischer Optik kosten würde. Laut Sitzungsvorlage könne gegenüber einer Restaurierung jedoch keine Einsparung erzielt werden.

Aufrufe wurden gestartet

Inwieweit die Platzierung des alten Objekts auf dem Dach Auswirkungen auf die Gebäudekonstruktion haben würde, ist noch unklar. Die Tragwerksplaner werden diesbezüglich am Mittwochabend referieren.

In den Sozialen Netzwerken wurden seitens der Bürgerschaft nun Aufrufe gestartet. „Rettet das letzte historische Denkmal unseres Städtles“ lautet die Überschrift in roter Signalfarbe. Es wird darüber informiert, dass der Gemeinderat bezüglich der Thematik entscheiden wird.

Für die Schömbergerinnen und Schömberg erweist sich der Dachreiter nicht nur als wichtiges, sondern auch als emotional aufgeladenes Thema. „Der Dachreiter sollte auch für unsere Jugend mehr sein als nur Geschichte“, lautet das auf dem Flyer abgedruckte Argument, gefolgt von der Aufforderung: „Kommt zur Gemeinderatssitzung und zeigt: Unser Türmle gehört zu unserem Städtle.“

Bürgerfragen erst danach

Auch die Reaktionen bleiben nicht aus. So lautet der besorgte Kommentar eines Facebook-Users: „Der Dachreiter gehört in die Alte Hauptstraße, war ganz am Anfang sogar Voraussetzung für die Planungen. Es sind schon so viele Gebäude im Städtle verschwunden.“ Ein Empfehlungsbeschluss ist in der Sitzungsvorlage seitens der Verwaltung nicht aufgeführt. Entscheidend ist also die Diskussion vor Ort. Das Auftauchen vieler Bürger kann ein Signal setzen, jedoch nicht direkt Einfluss auf die Entscheidungsfindung nehmen.

Die Beschlüsse rund um das Rathaus sind nämlich als erster und zweiter Punkt aufgeführt. „Bürgerfragen“ sind zwar auch vorgesehen, jedoch erst nach der Diskussion unter dem fünften Tagesordnungspunkt.