Durchfahrtsverbots- und Sackgassenschild werden im Schenkenzeller Bereich Hinter-Kaltbrunn oft ignoriert und trotzdem weitergefahren. Foto: Herzog

Klingeln an der Haustüre, nach dem Weg fragen oder einfach nur herumfahren: Was tun, wenn die ländliche Idylle in Hinter-Kaltbrunn durch "verirrte" motorisierte Touristen empfindlich gestört wird, sie aber für die Gastronomie wichtig sind?

Schenkenzell-Kaltbrunn - Wie Kaltbrunns Ortsvorsteher Stefan Maier in der Sitzung des Ortschaftsrats informierte, habe ihn eine Anwohnerin auf die unbefriedigende Verkehrssituation in "Hinter-Kaltbrunn" angesprochen. Daraufhin habe eine Besichtigung stattgefunden und es sei mit betroffenen Einwohnern diskutiert worden.

Sie wie auch Gerold Wein als Ferienhaus-Betreiber auf dem Roßberg berichteten von einer deutlichen Zunahme des Verkehrs in den vergangenen Jahren. Hierzu hätten sicherlich der Friedwald und die sanierte Kapelle beigetragen. Ebenso komme ein steigendes Interesse von Ausflugs- und Wandertouristen durch die Corona-Pandemie.

Anwohner werden trotz Schilder belästigt

Dieser Trend werde wohl weiter anhalten, befürchtete der Ortsvorsteher. Verbunden mit der Zunahme des Verkehrs sei Lärm, der teilweise durch die Unfähigkeit mancher Verkehrsteilnehmer, Hinweisschilder richtig zu deuten, entstehe.

"Trotz klarem Hinweis auf eine Sackgasse werden Anwohner von rangierendem Verkehr sowie Klingeln an der Haustüre unnötig belästigt", wusste Maier. Auch beklagten sich Einheimische über zu schnelles Fahren im Bereich des Anwesens Trentau/Trautwein.

Von den Bürgern in Hinter-Kaltbrunn werde zudem kritisiert, dass sie zur geplanten Ertüchtigung des Roßberg-steigs und einem Wanderparkplatz nicht befragt worden seien. "Schon jetzt wird an der Stelle geparkt, an der der neue Parkplatz entstehen soll. Er wird einen Ausgangspunkt darstellen und dient der Parkordnung sowie als Information für Gäste, damit sie sich nicht bei den Bürgern erkundigen müssen. Die Dimension des Parkplatzes ist nicht für große Besucherströme geeignet", verteidigte Maier das Vorhaben. Der Tourismus in der Gemeinde habe einen wichtigen Stellenwert. Die Gastronomie, besonders in Hinter-Kaltbrunn und Wittichen, lebe von Tagesausflügen und Friedwald-Besuchern und jeder sei willkommen.

Anwohnerin will Verbotsschild für Motorradfahrer

Bei dem Vorort-Termin seien Lösungsmöglichkeiten erörtert worden, wie durch eine geänderte oder ergänzende Schilder eine Verbesserung erzielt werden könne, übermittelte der Ortsvorsteher.

Anwohnerin Christina Eisenmann beschwerte sich über "Horden von Motorradfahrern, die viel Lärm verursachten." Sie ratterten durchs Kaltbrunner Tal zum Roßberg hoch in der Annahme, nach Schapbach oder Reinerzau gelangen zu können. Um dies zu verhindern, sollte das Schild Sackgasse mit dem Zusatz "Für Motorräder nicht erlaubt" ergänzt werden, wünschte sich Eisenmann.

Er glaube nicht, bedauerte Maier, dass die Verkehrsbehörde diesen Zusatz auf einer öffentlichen Straße zulasse. Anhand von Ortsbildern mit Verkehrszeichen machte der Ortsvorsteher deutlich, wie verwirrend manches Schild sein kann. Deshalb müsse in Absprache mit der Verkehrsbehörde nachgebessert werden. Beispielsweise müsse das bisher kleine blaue Ortschild Hinter-Kaltbrunn vor der Brücke über den Grüßgottbach durch ein Weiler-Schild mit gelber Schrift und grünem Hintergrund ersetzt werden. Zusätzlich könne noch ein Schild "freiwillig 30" installiert werden. Offen zeigte sich der Ortsvorsteher zu Vorschlägen der Räte, ein Hinweisschild "Friedwald Fußweg 2 km" anzubringen.

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