Gleich zwei Mal musste die Polizei vergangene Woche nach Klosterreichenbach ausrücken: Erneut war es zu Streitereien zwischen zwei Gruppen in einem Mehrfamilienhaus in der Röter Straße gekommen. Die Anwohner sind besorgt und aufgebracht.
„Wieder einmal darf ich mich bei Ihnen melden, nachdem schon wieder zwei Mal die Polizei vor Ort war“, schreibt eine verärgerte Anwohnerin, die anonym bleiben will, per E-Mail an unsere Redaktion. Am Mittwoch- und am Donnerstagabend, 4. und 5. Oktober, seien erneut die Streifenwagen in der Röter Straße vorgefahren. In den vergangenen Wochen hatten die Beamten mehrfach wegen Streitereien der Bewohner zu einem Mehrfamilienhaus ausrücken müssen. Die Nerven der Nachbarn liegen inzwischen blank: „Anscheinend wurden die problematischen Bewohner immer noch nicht getrennt“, vermutet die Anwohnerin.
Beim letzten Polizeieinsatz sei es den Anliegern untersagt worden, ihre Häuser zu verlassen, schildert die Frau: „Nicht einmal das Kind vom Abendunterricht durfte die Nachbarin abholen. Was geht denn hier eigentlich vor?“
Bereits Ende August schilderten Anwohner, dass manche Bewohner des Mehrfamilienhauses bewaffnet seien. Die Polizei konnte das damals jedoch nicht bestätigen. „Wir fragen uns, warum die Nachbarn im Haus bleiben müssen, wenn es seitens der Ordnungsbehörden nicht gefährlich ist? Warum können wir abends nicht ohne Angst auf die Straße gehen?“ will die Anwohnerin wissen.
Eine andere Nachbarin will außerdem gehört haben, dass ein Polizist während des Einsatzes zu einem der Bewohner gesagt habe, dass er jetzt keine Waffe mehr sehen wolle. Ein Mann sei außerdem festgenommen worden.
Polizei bestätigt Einsätze und Ingewahrsamnahme
Die Polizei bestätigt die beiden Einsätze. Grund seien verbale Streitigkeiten wegen einer abgeschalteten Stromversorgung gewesen. Zunächst habe es jedoch einen Verdacht auf eine verbale Bedrohung gegeben, dann habe die Polizei den Hinweis auf eine Waffe bekommen. Diese sei bisher aber nicht gefunden worden, teilt eine Sprecherin auf Nachfrage unserer Redaktion mit. Nähere Erläuterungen zur Art der Waffe würden der Polizei außerdem nicht vorliegen.
Dass den Anwohnern während des Einsatzes untersagt worden sei, ihre Häuser zu verlassen, konnte die Sprecherin weder bestätigen noch ausschließen: Fakt sei, dass Unbeteiligte von den Beamten dazu aufgefordert werden mussten, den Einsatzbereich zu verlassen. Die Maßnahmen hätten sich lediglich auf das Gebäude bezogen, zu dem die Polizei gerufen wurde. „Man kann grundsätzlich sagen, dass die Polizei die Aufgabe der Gefahrenabwehr und der Strafverfolgung hat. Wenn wir eine Situation noch nicht einschätzen können oder zunächst einfach vorsichtig sein müssen, weil wir den Sachverhalt vor Ort noch nicht genau kennen, dann ist natürlich eine Vorsichtsmaßnahme, dass wir Menschen, die sich in der Umgebung aufhalten, sagen, dass sie in ihrer Wohnung bleiben sollen“, erklärt die Polizeisprecherin. Müsse jemand jedoch ganz dringend irgendwo hin, könne diese Person jederzeit die Polizisten ansprechen.
Außerdem bestätigt die Sprecherin, dass eine Person in Gewahrsam genommen wurde. Mehr könne sie jedoch vorerst nicht dazu sagen. „Die genaueren Umstände werden derzeit vom Polizeiposten Baiersbronn ermittelt. Wenn die Ermittlungen abgeschlossen sind, geht es weiter an die Staatsanwaltschaft. Wenn da was strafrechtlich passiert, haben wir das auf jeden Fall im Fokus.“