Die Posts einer Frau sorgten in Schömberg vor rund einem Monat für großen Wirbel. Doch die Polizei sieht keinen Anfangsverdacht auf eine Straftat. Foto: © REDPIXEL-stock.adobe.com/Sommer/Montage: Helber

Vor rund einem Monat hat es in Schömberg viel Aufregung um 43 Posts einer Frau auf Facebook gegeben. Doch Hinweise auf eine Straftat gibt es nach Ansicht der Polizei nicht.

Schömberg - In Schömberg gibt es die öffentliche Facebookgruppe "Du weißt, dass du aus Schömberg bist, wenn du..." Dort soll vor rund einem Monat eine Frau 43 Posts abgesetzt haben. Darin soll sie unter anderem den Bau einer Moschee und das Kopftuch für Frauen gefordert haben.

Dies hätten mehrere Personen Administrator Christoph Eck berichtet. Er selbst hatte von den Posts zunächst gar nichts mitbekommen, weil er seinen Geburtstag feierte, wie er seinerzeit im Gespräch mit unserer Redaktion sagte.

Keine rechtsradikalen Antworten

Eck und der weitere Administrator Michael Buchholz hätten "Anrufe, WhatsApps und sonst was bekommen, um den schlimmen Posts ein Ende zu setzen", schrieb Eck damals in der Facebookgruppe. Wer auf die Posts reagiert habe, sei "übelst beschimpft worden", so Eck damals im Gespräch mit unserer Redaktion. Die Frau habe auch damit gedroht, bei den betreffenden Personen vorbeizuschauen. Sie wisse, wo diejenigen wohnten, die geantwortet hätten. Es habe im Netz eine "Riesenempörung" gegeben, berichtete Eck weiter. Unter den Reaktionen auf die Posts der Frau habe es aber keine rechtsradikalen Antworten gegeben, berichtete Eck seinerzeit weiter. Auch Bürger moslemischen Glaubens hätten das Verhalten der Frau verurteilt, berichtete er.

Staatsschutz eingeschaltet

Eck und Buchholz schalteten die Kriminalpolizei ein, weil die Posts strafrechtlich relevant sein könnten. Erst nach dem Ok der Polizei seien sie gelöscht worden. Der Staatsschutz nahm sich der Sache an. "Die Überprüfung ist abgeschlossen", teilte Frank Weber, Sprecher der Polizeidirektion Pforzheim, jetzt auf Anfrage unserer Redaktion mit. "Es hat sich dabei kein Anfangsverdacht auf eine Straftat ergeben", so Weber weiter. Dies gelte sowohl für die ursprünglichen Äußerungen der Frau, als auch für darauffolgenden Reaktionen.

Info

Die Facebook-Gruppe "Du weißt, dass du aus Schömberg bist, wenn du..." hat rund 3400 Mitglieder. Neben Debatten etwa zum Impfen gegen das Corona-Virus nutzen Mitglieder der Gruppe das Forum zum Beispiel auch dazu, um nach einer Wohnung zu suchen oder Gegenstände zu verkaufen.