Säckeweise landet in unschöner Regelmäßigkeit der Unrat von Müllsündern auf den Rastplätzen der Region – und nicht immer wird er wenigstens in den Müllerbehältern entsorgt. Foto: Cornelia Spitz

Müllsäcke und Unrat, die sich auf den Rastanlagen an der Bundesstraße 33 stapeln – die Bilder, die Silke Lanninger vom Landratsamt im Umweltausschuss zeigt, sind eindrücklich.

Das Landratsamt hat Buch geführt – nicht aus Langeweile, sondern weil auch diese Zahlen zur Bilanz eines Landkreises gehören: 130 Tonnen Müll fallen jedes Jahr auf den Rastanlagen im Schwarzwald-Baar-Kreis an.

 

Besonders schlimm ist es nach dem Wochenende oder nach Feiertagen, wenn Hinz und Kunz Zeit für Entrümpelungsaktionen haben oder nach einer Party die Müllberge das Fassungsvermögen der eigenen Tonne sprengen.

Als wären 500 Einwohner am Werk

Wie viel das ist, führen Lanningers Zahlen besonders eindrucksvoll vor Augen, wenn sie mit den Zahlen aus dem Ressort von Martin Fetscher vom Abfallwirtschaftsamt der Region verglichen werden. „160 Tonnen entspricht dem jährlichen häuslichen Abfallaufkommen von rund 500 Einwohnern.“

Und das wäre eigentlich bares Geld wert: „Für 160 Tonnen Müll erhalten wir erstmal keine Müllgebühren“, bilanzierte Silke Lanninger trocken. 44 000 Euro Müllgebühren entgehen dem Landkreis.

Gewaltige Kosten fallen dadurch an

Damit nicht genug – die Rechnung des Landratsamts ist gewaltig – 280 000 Euro Personalkosten für die Entsorgung, 35 000 Euro Kosten für die dafür aufgewendeten Fahrzeuge und Geräte, 17 000 Euro Containermiete und Abfuhrkosten plus 48 500 Euro Müllgebühren, die am Ende anfallen für den wilden Müll.

„Ein Wahnsinnsgeld, da überlege ich mir, was man damit alles Schönes anstellen und erreichen könnte“, so die beim Landratsamt zuständige Dezernatsleiterin Silke Lanninger. „Die Sache mit dem Müllaufkommen ist natürlich ärgerlich“, fand Walter Klumpp von den Freien Wählern und hofft auf Lösungsansätze, wie das künftig vermieden werden könnte. Ein solches Patentrezept gegen Müllsünder aber konnten weder Bernd Göggel, noch Silke Lanninger nennen.

„Eine Kameraüberwachung würden wir uns alle wünschen“, sei aber leider nicht zulässig – der Schutz der Privatsphäre stehe hier höher als das Interesse, die Müllsünder zu verfolgen. Das im übrigen sei, so Fetscher, „ein mühsames Geschäft“. Wenn es Hinweise auf Verursacher gebe, werde selbstverständlich ermittelt – etwa in zwei Fällen pro Woche sei das der Fall. Manchmal meldeten sich Zeugen, ein anderes Mal eventuell liegt im Müllsack ein Hinweis mit Adresse des mutmaßlichen Verursachers. Aber: solche Erfolgserlebnisse sind die Ausnahme.

Unklar blieb, ob das illegale Müllaufkommen tendenziell steige oder nicht. Klar sei hingegen, so Lanninger, dass das Team der Saubermacher des Landkreises offenbar immer schneller werde: Es habe jüngst Beschwerden von Organisatoren einer Müllsammel-Aktion gegeben, die monierten, es liege kaum noch Müll herum. Die Mitarbeiter des Kreises seien offenbar schon unterwegs gewesen, „die sind schneller, als Sie denken“, freute sich Lanninger lachend.

Mehr wert als das Lob der Amtsträger

Von den Kreisräten gab es für das Straßenwärter-Team in den Arbeitsklamotten in Signal-Orange ein herzliches Dankeschön, viel mehr wünscht sich aber Silke Lanninger die Anerkennung der Verkehrsteilnehmer für all jene, die diese wichtige Arbeit verrichten. „Wenn Sie zukünftig an uns vorbeifahren: Bitte einmal lächeln und winken!“, empfahl sie, wissend, dass das alte Sprichwort stimmt, wonach ein Lächeln nichts kostet, wenn man es jemandem schenkt, aber denjenigen bereichert, der es empfängt.