Ein Aufzug in Schömberg ist seit einer Feier der ersten Handball-Mannschaft kaputt. Doch wer trägt die Kosten?
Ein Aufzug sorgt für Unmut in Schömberg. Eine interne Meisterschaftsfeier der ersten Handball-Mannschaft endete damit, dass der Aufzug im Gebäude Wellendinger Straße 48 beschädigt wurde. Die Wartungsfirma wies auf „mutwillige Beschädigung“ hin. Daher forderte die Stadt beteiligte TG-Mitglieder dazu auf, den Schaden zu begleichen. Diese zeigten jedoch keinerlei Bereitschaft.
Infolgedessen fand während der nicht-öffentlichen Sitzung des Gemeinderats am 29. Oktober eine Anhörung der Beteiligten statt. „Ergebnis dabei war, dass der Gemeinderat zur Überzeugung gelangte, weder der Schaden als solcher noch deren mutwilliges Herbeiführen könne eindeutig den beteiligten Personen zugewiesen werden“, heißt es in der Sitzungsvorlage.
„Sind verpflichtet, zum Wohl der Stadt zu entscheiden“
Der Schaden muss aber behoben werden. Daher beratschlagte das Gremium in seiner jüngsten Sitzung öffentlich über das weitere Vorgehen – erhitzte Wortgefechte inklusive. In der Stellungnahme der Verwaltung wird darauf hingewiesen, dass der ursprüngliche Vorschlag dahingehend war, dass jeder der beteiligten Personen 100 Euro beisteuert.
1328,76 Euro
Der vorliegende Beschlussvorschlag am Mittwochabend lautete jedoch: „Auf die Geltendmachung des Schadens in Höhe von 1328,76 Euro am beschädigten Aufzug im Gebäude Wellendinger Straße 48 wird gegenüber den Mitgliedern der ersten Mannschaft der Abteilung Handball verzichtet.“
Doch bevor die hitzige Diskussion starten konnte, stand im Raum, ob Stadtrat Walter Schempp als Vorsitzender der TG unter Befangenheit vom Tisch abrücken sollte. Bürgermeister Karl-Josef Sprenger wies darauf hin, dass nicht die TG als Verantwortliche gesehen werde. Schempp blieb sitzen, wo er war und sprach stattdessen von einer der Sitzung vorausgegangenen Verleumdung durch Ratsmitglied Heiko Gerstenberger. „Ich hätte gerne eine öffentliche Entschuldigung für das, was du geschrieben hast“, sagte Schempp.
Das kann ich vor dem Steuerzahler nicht verantworten
Eine Entschuldigung gab es nicht, stattdessen sprach sich Gerstenberger entschieden gegen den Beschlussvorschlag der Verwaltung aus: „Wenn bei mir zu Hause was kaputtgeht, erwarte ich auch, dass es bezahlt wird. Das kann ich vor dem Steuerzahler nicht verantworten, dass wir Steuern anheben, um zwei- oder dreitausend Euro mehr am Ende zu haben, müssen jetzt aber 1000 Euro für den Aufzug zahlen.“ Außerdem merkte er an: „Wir sind alle verpflichtet, zum Wohle der Stadt zu entscheiden. Da bin ich auch enttäuscht von Ihnen, Herr Sprenger.“
„Da liegt ein Missverständnis vor“
Der Schultes stellte jedoch sofort klar: „Da liegt ein Missverständnis vor. Ich habe den Beschlussvorschlag aufgrund der nicht-öffentlichen Sitzung so verfasst, werde dem aber selbst nicht zustimmen.“ Stadtrat Daniel Saffrin warf ein: „Ich bin eher von den Jungs enttäuscht, dass sie es nicht bereinigen wollen. Wir müssen es jetzt einfach schlucken und ich möchte das Thema endlich vom Tisch haben.“
Erklärend merkte Sprenger an, dass die betroffenen Personen aus Panik heraus gehandelt hätten. Gerstenberger setzte nach: „Ich unterstelle keinen Vorsatz, aber dafür hat man eine Haftpflicht.“ Doch bleibt die Stadt auf den Kosten sitzen. Dem Beschlussvorschlag wurde nämlich mit neun Ja-Stimmen und vier Nein-Stimmen stattgegeben.