Regen Betrieb gab es bei der Unterschriftenaktion zum Erhalt der Notfallpraxis in Oberndorf der SPD Oberndorf und des Kreisverbandes Rottweil. Innerhalb weniger Stunden kamen bereits knapp 400 Unterschriften zusammen. Foto: Holger Klein

Die SPD sammelt innerhalb weniger Stunden 400 Unterschriften für den Erhalt der Notfallpraxis am Standort Oberndorf.

Der Protest gegen die Schließung der Notfallpraxis dauert an – und er trifft auf Resonanz. Zumindest in der Öffentlichkeit. Die SPD hatte am Oberndorfer Wochenmarkt einen Infostand eingerichtet und eine Unterschriftenaktion initiiert, an der man sich noch bis Ende dieser Woche beteiligen kann.

 

Innerhalb weniger Stunden seien knapp 400 Unterschriften von besorgten Bürgern gesammelt worden, erklären SPD-Ortsverein und -Kreisverband: „Sie alle sind der Meinung, dass die Schließung der Notfallpraxis in Oberndorf verhindert werden muss.“

Bürger sind besorgt

Am Infostand auf dem Schuhmarktplatz sei immer wieder deutlich geworden: Im Landkreis Rottweil und im direkt betroffenen Oberndorf stoßen die Pläne auf großes Unverständnis. „Zahlreiche Bürger kamen vorbei, zeigten sich sehr besorgt über die medizinische Versorgung im Landkreis Rottweil und unterschrieben für den Erhalt der Notfallpraxis in Oberndorf“, berichtet die SPD.

Erfreut waren der Ortsverein Oberndorf mit seinem Vorsitzenden Holger Klein und die Gemeinderatsfraktion mit ihrer Vorsitzenden Ruth Hunds darüber, dass nicht nur Oberndorfer zur Unterschriftenaktion kamen, sondern auch viele Menschen aus den Umlandgemeinden Epfendorf, Vöhringen, Dornhan und Bergfelden. Ein Paar sei sogar extra aus dem Kreis Freudenstadt angereist, so Klein. Allen Beteiligten dankte er für ihre Beteiligung an der Unterschriftenaktion.

Negative Folgen betreffen alle

Als Vorsitzender des SPD-Kreisverbands zeigte sich auch Mirko Witkowski erfreut darüber, wie viele Menschen die Aktion durch ihre Unterschrift unterstützen. „Es zeigt, dass es den Menschen ein Bedürfnis ist, etwas gegen die Schließungspläne zu unternehmen. Wir alle sind von den negativen Folgen einer solchen Entscheidung betroffen. Längere Wartezeiten in den verbleibenden Notfallpraxen sind zu erwarten und weitere Fahrtwege kommen auf viele im Landkreis zu.“

Witkowski gibt zu bedenken, dass durch den zusätzlichen Wegfall der Notfallpraxen in Nagold, Herrenberg und Wolfach viele Menschen im Landkreis betroffen seien.

Mitmachen ist noch bis Samstag möglich

Die Unterschriftenaktion des läuft bis Samstag weiter. Listen zum Unterschreiben liegen in der Rathausapotheke und der Lindenhofapotheke sowie bei der AWO im „Kontor“ am Schuhmarktplatz in Oberndorf aus.

Unterdessen war die Zukunft der Notfallpraxis auch Thema beim Besuch vom FDP-Landtagsabgeordneten Daniel Karrais beim Oberndorfer Bürgermeister Matthias Winter: Die beiden trafen sich kürzlich zu einem Austausch über die aktuellen Herausforderungen der Neckarstadt. Im Mittelpunkt standen die drohende Schließung der Notfallpraxis, die Zukunft der Gäubahn und die wirtschaftliche Entwicklung der Stadt. Dilek Akdeníz, neue Erste Beigeordnete, stellte sich zudem vor und nahm am Gespräch teil.

Enger Austausch vereinbart

„Die Schließung der Notfallpraxis würde für die Menschen in unserer Region eine erhebliche Verschlechterung der medizinischen Versorgung bedeuten“, erklärte Winter. Karrais, der im Landtag den Landkreis Rottweil vertritt, ergänzte: „Wir müssen in dieser Frage zusammenstehen und auf allen Ebenen das Signal senden, dass das so nicht geht.“ Winter und Karrais vereinbarten, eng im Austausch zu bleiben, um für den Erhalt des Standorts zu kämpfen.

Kreistag entscheidet am Montag über Resolution

Karrais hat zudem mitgeteilt, dass die FDP-Kreistagsfraktion in Rottweil eine entsprechende Resolution zum Erhalt der Notfallpraxen in Oberndorf und Wolfach eingereicht hat, über die der Kreistag am 4. November beschließen soll.