Ruhe vor dem Sturm. Ortsvorsteherin Sandra Schäfer, Bildmitte, musste in der Sitzung des Ortschaftsrates mehrfach um Ruhe bitten. Foto: Pfister

Lebhaft wurde es in der Bürgerfragestunde der jüngsten Stettener Ortschaftsratssitzung. Einigen Bürgern und auch Kommunalpolitikern stießen die hohen Bodenrichtwerte des Gutachterausschusses sauer auf.

Burladingen-Stetten - In der Sitzung vor der Sommerpause hatte Ortsvorsteherin Sandra Schäfer bereits mitgeteilt, dass Ortschaftsrat Hartmut Raach Anfang September an einer Sitzung teilnimmt, in der über das Zustandekommen der Bodenrichtwerte im Mittelbereich Hechingen informiert werde.

Hintergrund ist ein höchstrichterliches Urteil, nachdem die Bodenrichtwerte neu und korrekter bestimmt werden müssen. Dazu haben sich mehrere Gemeinden der Region zusammengetan und einen gemeinsamen Gutachterausschuss besetzt. Der Ausschuss und seine Kosten waren in den einzelnen Gemeinderatssitzungen der beteiligten Städte und Kommunen schon ein Grund für scharfe Kritik. Denn nicht nur für Grundstücksbesitzer, auch für die beteiligten Städte wurde es teurer. Raach gab seine Informationen in der jüngsten Sitzung des Stettener Ortschaftsrats weiter.

Schäfer muss um Ruhe bitten

Auf seine Fragen habe er die Antwort bekommen, dass die Bodenrichtwerte nach gesetzlichen Bestimmungen errechnet worden seien. Während seiner Ausführungen wurde Raach mehrfach von Bürgern unterbrochen, so dass Ortsvorsteherin Sandra Schäfer wiederholt um Ruhe bitten musste.

Es ging turbulent zu, da viele Einwohner zunächst über die ihrer Meinung nach höchsten Grundstückspreise der Gesamtstadt Burladingen verärgert waren. Zudem herrscht Unverständnis darüber, dass Mitglieder des Burladinger Gutachterausschusses diese Preise mit zu verantworten hätten.

Es soll eine Info-Veranstaltung geben

Laut Melanie Mayer vom Bauamt Burladingen und dem Burladinger Gutachter Daniel Deuringer, so führte Raach aus, liege jedoch der Bodenrichtwert im Neubaugebiet Nehberghalde in Burladingen bei 185 Euro, im Neubaugebiet Melchingen bei 180 Euro. Damit liegt er mit 135 Euro in Stetten deutlich niedriger. Außerdem seien die Bodenrichtwerte der Stadt Burladingen aus Neutralitätsgründen nicht von Burladinger Gutachtern festgelegt worden. Nach langen Diskussionen und Vorwürfen kam man zu dem Ergebnis, dass sich der Ortschaftsrat und die Ortsvorsteherin darum bemühen, eine Informationsveranstaltung zu diesem Thema zu organisieren, in der Mitglieder des Gutachterausschusses Rede und Antwort stehen sollen.

Tante-M-Laden auf der Zielgeraden

Weiter teilte Schäfer mit, dass zum Mobilfunkmasten noch eine bautechnische Begehung stattfinden werde. Baubeginn solle 2023 sein. Beim "Tante M-Laden" gingen die Arbeiten sehr zügig voran, auch die Rampe für den behindertengerechten Zugang sei bereits montiert. Das Inventar soll am 22. September geliefert werden, so dass der Eröffnung am 11. Oktober bis dato nichts entgegensteht. Weiter wurde zwei Baugesuchen zugestimmt. Bei der geplanten Erweiterung des Neubaugebiets in Stetten, werde die Naturschutzbehörde ein gewichtiges Wort mitreden, so Schäfer vor Beginn der nichtöffentlichen Sitzung.