Wie die Margrethausener und anders als die Lautlinger Ortschaftsräte haben die Laufener sich gegen die Pläne gewandt, für die drei Feuerwehrabteilungen ein zentrales Feuerwehrhaus in Lautlingen zu schaffen.
Die Laufener Ortschaftsräte erteilten den Plänen für ein gemeinsames Feuerwehrhaus der Abteilungen Laufen, Lautlingen und Margrethausen am westlichen Lautlinger Ortsausgang eine deutliche Absage – das Votum fiel einstimmig aus.
Zu Beginn hatte Michaela Wild, Stadtkämmerin und Vorsitzende der städtischen Arbeitsgruppe Gebäudebestandsoptimierung (GBO), das Wort.
Der Zustand des Feuerwehrhauses in Laufen sei bekannt, erklärte sie – keines der Häuser in Laufen, Lautlingen und Margrethausen entspreche der DIN-Norm, die schon deshalb verbindlich sei, weil die Sicherheit der Feuerwehrleute gewährleistet sein müsse.
Was man brauche, sei ein funktionstüchtiges Haus, das die DIN-Vorgaben erfülle, eine günstige Verkehrsanbindung habe, kurze Reaktionszeiten gewährleiste und natürlich finanzierbar sei – man rede von ungefähr sechs Millionen Euro.
Kein Rechtsanspruch auf ein Magazin im Ort
Dabei, so Wild weiter, müsse eines klar sein: Keine Ortschaft habe einen Rechtsanspruch auf ein eigenes Feuerwehrgebäude vor Ort.
Man habe daher anhand verschiedener Kriterien – unter anderem Einsatzzeiten – überprüft, ob eine zentrale Lösung machbar sei; auch ein Rechtsgutachten sei erstellt worden. Wobei klar sei, dass alle drei Abteilungen bestehen bleiben sollten – eine Einsatzabteilung Eyachtal könne zusätzlich gegründet werden.
Aus dem Ortschaftsrat wehte steifer Gegenwind. „Warum hören wir jetzt zum ersten Mal von diesem Gutachten?“, fragte Christian Schlegel, und auch André Simmack erkundigte sich, warum bisher keiner der Ortschaftsräte dieses Gutachten habe einsehen können – würden darin tatsächlich alle entscheidenden Aspekte berücksichtigt?
„Wir verheimlichen nichts“, antwortete Michaela Wild. „Das Gutachten ist jederzeit im Rathaus einsehbar.“
Ärger im Gremium: Wurde rechtzeitig informiert?
Aber warum werde auf einmal dieser Termindruck aufgebaut, wollten die Räte wissen – der Gemeinderat stimme bereits am Donnerstag über das weitere Vorgehen ab.
Es handle sich hier um eine Grundsatzentscheidung, erwiderte Wild, am Zeitplan werde sich nichts ändern – im übrigen werde schon lange über das Thema diskutiert. Ortschaftsrat Wolfgang Bolkart widersprach: Das Gremium sei vorab nicht ausreichend informiert worden.
„Ich sehe die Not nicht, das Ganze jetzt zu beschließen“
Auch Ortsvorsteher Peter Landenberger befand, die Sache werde übers Knie gebrochen. „Ich sehe die Not nicht, das Ganze jetzt zu beschließen.“ André Simmack hatte freilich eine Vermutung. „Ob es wohl daran liegt, dass Lautlingen ein Feuerwehrfahrzeug bekommt, das nicht in die vorhandene Garage passt?“
Der Kritik, in Laufen seien die Einsatzzeiten der Feuerwehrleute 2023 und 2024 nur zu 86 Prozent eingehalten worden, begegnete Ortschaftsrat Maximilian Kappe mit dem Hinweis auf die Tunnelbaustelle und den gesperrten Bahnübergang – die Anfahrtswege seien länger geworden.
Dass die Laufener 100 Prozent der Einsätze in Lautlingen nicht eingehalten hätten, sei der Tücke der Statistik geschuldet, gab Abteilungskommandant Matthias Dapp zu bedenken – die 100 Prozent seien ein einziger Einsatz gewesen, der zudem auch noch abgebrochen wurde.
Zentrales Feuerwehrhaus in Lautlingen: ausschließlich Gegenstimmen
Peter Landenberger verwahrte sich gegen Kritik an der Abteilung: Hier würden Ehrenamtliche schlecht gemacht, die Tag und Nacht für andere zur Verfügung stünden.
Details beanstandete Maximilian Kappe: Die Sitzungsvorlage weise die Kosten für das Sonderfahrzeug, das zusätzlich angeschafft werde, nicht aus und auch nicht die der mit Photovoltaik zu bestückenden Parkplatzüberdachung.
Am Ende stimmten alle Ortschaftsräte gegen das zentrale Feuerwehrhaus in Lautlingen – und Matthias Dapp bekräftigte, dass die Laufener Feuerwehrkameraden den Weg dorthin nicht mitbeschreiten würden. „Und zwar völlig unabhängig von der politischen Entscheidung.“