Albstadts Oberbürgermeister Roland Tralmer bei seiner Rede bei der Feuerwehr Laufen. Foto: Horst Schweizer

Über das Feuerwehrhaus „Eyachtal“ informierte Roland Tralmer bei der Hauptversammlung in Laufen.

Die Abteilung Laufen hatte die Tagesordnung ihrer jüngsten Hauptversammlung in 25 Minuten durchgezogen. Länger befasste sich Oberbürgermeister Roland Tralmer mit dem Feuerwehrhaus „Eyachtal“ für die Abteilungen Margrethausen, Lautlingen und Laufen.​

 

Nachdem er die einstimmig erteilte Entlastung des Kassiers vollzogen hatte, dankte er der Abteilung „für das, was von Ihnen im zurückliegenden Jahr getan worden ist und dafür, dass Sie Ihren Dienst vorbildlich gut ausgeführt haben“.

Der Dank des OB gebührte dem langjährigen Kommandanten Matthias Dapp, für dessen Schritt zum Rücktritt, eben wegen des Feuerwehrhauses, zeige er Verständnis. Man dürfe bei allem nicht vergessen, „was Sie für die Abteilung getan haben“, was mit spontanem Beifall der Anwesenden bedacht wurde. Die Entscheidung des Gemeinderates hätte für hinreichend Frust gesorgt, der durchaus noch vorhanden sei. Was er aus Laufener Sicht nachvollziehen könne, so der OB.

Kommune sind die Hände gebunden

Was die von Abteilungskommandant Andreas Schweizer erwähnte Situation bei der Gemeinderatssitzung im April anging, als einige Räte die Einwände aus Laufen aus Sicht der Wehr lächerlich gemacht hätten, war Tralmer anderer Ansicht. Klar, seien die heutigen Voraussetzungen für den Dienstbetrieb durch die Situation der Unterkunft nicht optimal, aber der Kommune seien einfach die Hände gebunden.

Ausführlich ging der Oberbürgermeister auf die wirtschaftliche Situation, auf den Ballast durch 200 Liegenschaften, die teils vernachlässigt worden seien, ein. Würden alle bis zum Jahr 2040 saniert, käme dies einem Aufwand von einer Milliarde Euro gleich. „Es ist einfach finanziell Not am Mann, dadurch entstand die Idee für ein gemeinsames Objekt zwischen Lautlingen und Laufen“, so der Rathauschef.

Feuerwehrhaus „Eyachtal“ oben auf der Agenda

Er ging auf den Gemeinderatsbeschluss ein und gestand, dass man unterschätzt habe, dass dieser für reichlich Ärger sorge. Für die im Raum stehende Frage „wie geht es weiter oder geht es überhaupt weiter?“ machte der OB eine klare Aussage. Erster Bürgermeister Roland Schmidt habe ihn im Vorfeld der Hauptversammlung informiert, dass er das Feuerwehrhaus „Eyachtal“ weit oben auf seiner Agenda habe.

Mann werde die betroffenen Abteilungen beratend mit einbeziehen, wenn es um das neue Haus gehe. „Es ist uns wichtig, dass man bei allen Meinungsverschiedenheiten respektvoll miteinander umgeht“, so Roland Tralmer. Durchaus erwähnenswert ist, dass es zu dieser ausführlichen Stellungnahme der Verwaltung keinerlei negative Reaktion oder sonstigen Kommentar aus den Reihen der Feuerwehrabteilung oder des Kommandos gab.

Ortsvorsteher Peter Landenberger sprach hingegen deutliche Worte. Er verglich erneut die Feuerwehrhäuser der Stadt Balingen, wie jenes in Streichen, mit den Albstädter Unterkünften. Zugunsten der Tailfinger Unterkunft habe Laufen und Lautlingen schon vor einem Jahrzehnt zurückgesteckt, geändert habe sich nichts. Den Beschluss des Gemeinderats über den Ortschaftsrat hinweg nannte er als Schlag ins Gesicht. „Ich gebe als Ortsvorsteher nicht auf, dass wir in Laufen in einigen Jahren doch ein kleines Häusle für die Feuerwehr bauen, dass man für 1,2 Millionen Euro bekommen könnte“, so Landenberger.