Ulrike Gayh (von links), Bridget Quansah, Ghazal Tafaghoditaghipour, Miriam Steup und Camila Valencia sammeln bei einer Aktion in Donaueschingen Berge weggeworfener Zigarettenkippen. Foto: Miriam Steup

Wenn der Müll blind macht – die City Cleaners Germany rufen am Sonntag, 22. März, zur großen Kippen-Sammelaktion in VS auf. Für die Aktion werden noch Mitstreiter gesucht.

Die meisten Menschen sehen sie nicht – oder wollen sie nicht sehen: Zigarettenkippen gehören zu den häufigsten, aber unterschätzten Abfällen im öffentlichen Raum.

 

Miriam Steup, Initiatorin der City Cleaners Germany – Schwarzwald-Baar-Kreis, möchte nicht weiter zusehen, wie unsere Umwelt verschmutzt wird. Deshalb ruft sie und ihr Team am Sonntag, 22. März, zur großen Kippen-Sammelaktion in Schwenningen auf. Nach dem Motto „machen statt meckern“ trifft sich die Gruppe um 9.30 Uhr auf dem Parkplatz Marktplatz in Schwenningen. „Eine Anmeldung ist nicht nötig, man kann einfach dazu kommen“, sagt Steup. Greifer und Sammelbehälter werden dabei zur Verfügung gestellt.

Die Motivation für die Aktion stammt aus ihrem Alltag. Bei täglichen Spaziergängen mit ihrem Mann Georg Bentele fällt ihr die enorme Anzahl an weggeworfenen Kippen auf, die auf den Wegen liegen. Aus dem Ärger wurde schließlich ein aktives Engagement.

Entstehung der Ortsgruppe

Schon als Kind fiel ihr der weggeworfene Müll auf: Sie nahm mit der Schule und der französischen Garnison an einer Waldputzete teil. Später entschied sie sich, selbst aktiv zu werden. 2022 kam der Kontakt zu Birgit Schad, Gründerin der City Cleaners Germany zustande. Diese fragte sie, ob sie Lust hätte, eine eigene Ortsgruppe ins Leben zu rufen. „Ich war sofort Feuer und Flamme als sie mich fragte“, erklärt Steup. 2023 gründete sie dann ihre eigene regionale Gruppe für den Schwarzwald-Baar-Kreis. Seitdem informiert sie dort regelmäßig auf Facebook über das Thema Müll – mit einem besonderen Fokus auf Zigarettenkippen. Neben Aktionen wie der in Schwenningen sammelt sie auch privat regelmäßig Müll, etwa im Urlaub oder beim Wandern mit ihrem Mann.

Die Umwelt leidet

Für die Initiatorin geht es dabei nicht ausschließlich um die Sauberkeit, für sie ist das achtlos weggeworfene Material vor allem ein Umweltproblem. Die Filter bestehen aus Kunststofffasern, die sich als Mikro- und Nanoplastik verbreiten. Außerdem enthalten sie Giftstoffe und Schwermetalle, die bei Regen in Böden, Flüsse und schließlich in unsere Nahrungskette gelangen. Laut Steup werden allein in Deutschland circa 70 Milliarden Zigarettenkippen in die Umwelt geworfen.

Bei Aktionen der City Cleaners Germany entstehen Berge massenweise weggeworfener Kippen. Foto: Miriam Steup

Ihrer Erfahrung nach liegt das Problem jedoch nicht an zu wenigen öffentlichen Mülleimern, sondern an der Ignoranz vieler Menschen. „Viele haben eine Art Müllblindheit entwickelt und achten überhaupt nicht darauf, was auf dem Boden liegt“, erklärt Steup. Bei Aufräumaktionen komme es oft vor, dass sie Kippen unter öffentlichen Bänken aufsammelt und Menschen, die darauf sitzen, erst danach verwundert feststellen, wie stark verschmutzt es eigentlich ist.

Bei der Aktion „Operation Müll-Kippe“ am Sonntag werde die Gruppe sternförmig vom Marktplatz aus in alle Himmelsrichtungen ausschwärmen, so Steup. „Kein Gebiet ist vor unseren Greifern sicher, und wir zeigen den Kippen wo der Ascher hängt“, erklärt sie.

Ein Umdenken anstoßen

Ziel dabei sei es, bei den Menschen ein Umdenken zu bewirken, nicht nur bei Teilnehmern, sondern bei allen, die beobachten, wie der Müll eingesammelt wird. Aus diesem Grund möchte die Gruppe in gut sichtbaren Bereichen arbeiten. Vor allem die Kinder hinterlassen dabei laut Steup einen bleibenden Eindruck. „Die sind immer mit vollem Eifer dabei.“ So soll gemeinsam ein sichtbares Zeichen für mehr Sauberkeit und Umweltbewusstsein gesetzt werden.