Der Sängerbund Arnbach klappt für immer die Notenbücher zu. Die Vorstandsmitglieder Peter Graeber (von links), Ursel Frey, Willi Hiller und Jürgen König müssen nun die Auflösung des Vereins abwickeln. Foto: Keller

Der Sängerbund Arnbach schließt für immer seine Notenbücher. Bei einer außerordentlichen Hauptversammlung stimmten 27 von 29 der anwesenden Mitglieder für die Auflösung des Vereins.

Neuenbürg-Arnbach - Die aktiven Mitglieder des Sängerbunds Arnbach sind auf der außerordentlichen Hauptversammlung in einer geheimen Wahl dem Vorschlag der Vorstandschaft gefolgt, den 1883 gegründeten Traditionsverein nach 139 Jahren aufzulösen. Von den 29 stimmberechtigten Mitgliedern haben im Gemeindesaal der Lutherkirche 27 für und zwei gegen die Auflösung votiert.

Versammlung ist beschlussfähig

Der Sängerbund-Vorsitzende Jürgen König brachte nach der letzten Begrüßung bei einer Hauptversammlung zum Ausdruck, dass nach der Satzung die Versammlung nur dann beschlussfähig ist, wenn 75 Prozent der aktiven Mitglieder anwesend sind. Durch die Anwesenheit von allen 20 verbliebenen Aktiven war dieser Punkt erfüllt. Über die Situation durch Corona mit keinen Singstunden und somit auch keinen Auftritten und der situationsbedingten Kündigung der Chorleiterin sowie all den Sorgen und Problemen im Verein wurden die Mitglieder immer wieder schriftlich oder bei Versammlungen informiert, bekräftigte König. Der Vorsitzende brachte auch zum Ausdruck, dass in den fünf Ausschusssitzungen seit dem 24. Juni 2021 die Verwaltung zu der Erkenntnis kam, dass der Sängerbund es nicht mehr schafft, sein 140-jähriges Bestehen zu feiern, da es im Verein zu wenige sind, um nach Corona einen Neustart zu stemmen. "Tatsache ist, dass die Zahl der Mitglieder, die einen Fortbestand des Vereins wirklich wollen und bereit sind diesen auch konsequent und aktiv zu unterstützen, so gering ist wie nie zuvor." Diese Worte richtete König, der seit 2015 die Geschicke des Sängerbundes leitet, insbesondere an die Adresse der Idealisten, die glauben, mit einfach so weitermachen ist es getan.

Historische Abstimmung

Bei der historischen Abstimmung zur Auflösung fungierte als Abstimmungsleiterin Bürgermeister-Vertreterin Tanja Schmid mit Unterstützung von Stadtrat Jens Allion. Die Vorstandschaft wird nun die Abwicklung zur Auflösung des Vereins über das Amtsgericht Mannheim, dem das Vereinsregister angehört, abwickeln. Die definitive Auflösung des Vereins wird nach der Liquidation und Ablauf des Sperrjahres vollzogen.

Stammtisch ab September

Die letzten Dankesworte als Vorsitzender richtete König an die aktiven Sängerinnen und Sänger, die durch ihr aktives Singen die Grundlage des Vereins bildeten, sowie an die Förderer, die den Sängerbund in den vielen Jahren unterstützten und an die evangelische Kirchengemeinde und die Stadt Neuenbürg. Der Vorsitzende stellte in Aussicht, dass man sich nicht aus den Augen verliert, sondern ab September Zusammenkünfte in Form eines Stammtisches stattfinden werden.