Das sind die neuen Bereichsmanager (von links): Andreas Neher (Aktive), Nicole Conzelmann (Jugend), Theresa Moser (Finanzen), Thomas Neher (Verwaltung), Sven Neher (Veranstaltungen) und Matthias Dreher (Vereinsarbeit nach außen) Foto: Dillmann

Der Musikverein Hausen hat sich für die Zukunft gerüstet. Anstatt des typischen Konzepts mit Vorsitzenden und Beiräten gibt es nun das teambasierte Vereinsmanagement.

Im Januar 2025 startete der Musikverein Hausen am Tann in eine ungewisse Zukunft. Erster Vorsitzender Marcel Neher legte sein Amt nieder – ohne Nachfolger. Auch die Stelle des Dirigenten war bereits seit Oktober 2024 nicht besetzt. Zweiter Vorsitzender Matthias Dreher übernahm das Zepter. Bei der jährlichen Mitgliederversammlung am Dienstagabend blickte er zurück: „Ein Jahr lang habe ich den Vorsitz interimsweise übernommen – und früh festgestellt, dass es keine weitere Wahlperiode für mich geben wird.“

 

Somit war bereits Anfang 2025 klar, dass der Verein ohne ersten Vorsitzenden und bald auch ohne zweiten Vorsitzenden dastehen würde. Dieses Thema begleitete die musikalische Vereinigung von der ersten bis zur letzten Ausschusssitzung 2025. Eine Lösung war nicht in Aussicht, dafür rückte eine potenzielle Auflösung des Vereins ohne repräsentative und vertretungsberechtigte Führung immer näher.

Kurz vor knapp, nämlich am 5. Januar dieses Jahres, traf sich der Verein zur „Zukunftswerkstatt“. Ziel war es, alle Aufgaben des Vereins sichtbar zu machen und diese sinnvoll zu bündeln. Die aktiven Mitglieder wurden zu entsprechenden Teams zusammengestellt – mit klaren Zuständigkeiten, aber ohne klassische Hierarchie.

„Wir sortieren uns komplett neu“, erklärte Dreher in seiner Präsentation. „Jeder Aktive hat gewisse Aufgaben neben der Musik, entsprechend seiner Kompetenzen und der Zeit, die er aufbringen kann.“

Vorteile des neuen Konzepts

Besagte Lösung trägt den Titel „teambasiertes Vereinsmanagement“. Dabei sollen die zugewiesenen Aufgaben selbstorganisiert übernommen werden. Die Vorteile dieses Konzepts sieht der Verein darin, dass die Verantwortung auf so viele Schultern wie möglich verteilt wird. Somit sei es leichter, Personen für ein begrenztes Aufgabengebiet zu gewinnen. Des Weiteren werde die Bindung zum Verein sowie die Gemeinschaft gestärkt, da das neue Konzept nur funktioniert, wenn sich die Zuständigen der einzelnen Bereiche untereinander austauschen.

Die neue Satzung wurde bei einer Enthaltung mehrheitlich von der Versammlung bestätigt. Dabei wurde maßgeblich der Paragraf 10 angepasst, indem die alte Vorsitzenden-Struktur durch die neuen Bereichsmanager ersetzt wurde. Dabei haften die gewählten Manager vor allem für ihren eigenen Bereich und nicht den, der anderen. Das wird als Ressortprinzip für Vorstände verstanden.

Regine Koch sprach ein Dankeschön an Matthias Dreher

Die Aufgaben, die bisher vor allem an den Vorsitzenden hingen, gliedern sich nun in sechs Bereiche. Die gewählten Bereichsmanager sind Andreas Neher (Aktive), Sven Neher (Veranstaltungen), Thomas Neher (Verwaltung), Nicole Conzelmann (Jugend), Theresa Moser (Finanzen) und Matthias Dreher (Vereinsarbeit) nach außen. Die Kassenprüfung übernimmt Sarah Neher. Die Bereichsmanager bilden den Vorstand im Sinne der neuen Satzung und sorgen dafür, dass die zugeordneten Aufgaben in ihren Bereichen auch erledigt werden. Ihnen obliegt die Kommunikation untereinander und die Durchführung der Hauptversammlungen. Sie sind außerdem angehalten, innerhalb ihrer Teams den roten Faden vorzugeben, die Koordination zu fördern – und schließlich auch Erfolge zu feiern.

„Wir hatten einige Nüsse auf der Bank und haben sie sukzessive geknackt“, zeigte sich Matthias Dreher zufrieden. „Im letzten Jahr ging es darum, das neue Konzept auszuarbeiten. Im nächsten Jahr geht es darum, es mit Leben zu füllen. Schreibt euch folgendes Motto hinter die Ohren: Just do it.“

Regine Koch sprach im Namen des Vereins ein großes Dankeschön an Matthias Dreher aus: „Ohne ersten Vorsitzenden und ohne Dirigenten wussten wir nicht, was auf uns zukommen würde. Doch Matze, du bist über dich hinausgewachsen, mit klaren Ansagen und leichtem Humor. Du hast uns durch die Themen gebracht als wäre es ein Spaziergang bei strahlendem Sonnenschein.“