Mit der Entwicklung des Stadtwalds in den kommenden zehn Jahren befasste sich der Gemeinderat Freudenstadt. Forsteinrichter Simeon Wiegert vom Regierungspräsidium Freiburg (rechts) erläuterte die Grundzüge, Oberbürgermeister Adrian Sonder (Mitte) und Björn Waidelich, Forstbereichsleiter Stadtwald, hörten aufmerksam zu. Foto: Rath/Stadtverwaltung

Mit der Forsteinrichtung für die Jahre 2025 bis 2034 befassten sich Gemeinderat und Stadtverwaltung Freudenstadt in der sogenannten Waldsitzung.

Mit dem Forsteinrichtungsplan werden die mittelfristigen Leitlinien für den kommunalen Wald definiert, der in Freudenstadt mehr als 3100 Hektar Fläche umfasst. Im Plan wird festgelegt, wo und wie viel Holz eingeschlagen wird, wo in Waldwege investiert wird und an welcher Stelle mit welchen Baumarbeiten aufgeforstet werden soll.

 

Wie das in der Praxis aussieht, sah sich der Gemeinderat an drei Parzellen entlang des „Salzleckerwegs“ zwischen dem Langenwald und Kniebis an. Darüber wird in einer Pressemitteilung berichtet. Mit dabei waren Forsteinrichter Simeon Wiegert vom Regierungspräsidium Freiburg sowie die Revierförster Björn Waidelich, Jochen Armbruster und Martin Bergmann.

Wiegert: Der Schwarzwald wird sich verändern

Oberbürgermeister Adrian Sonder sagte: „Unser Stadtwald ist nicht nur Markenzeichen von Freudenstadt, sondern in vielerlei Hinsicht unverzichtbares Kapital. Ihn gesund und vital zu halten, sehe ich daher als mit die wichtigste Aufgabe für die Stadt an. Die Zusammenarbeit mit den Forstfachleuten des Regierungspräsidiums Freiburg ist sehr gut.“

Für Wiegert ist klar: Aufgrund des Klimawandels wird auch der Schwarzwald sein Aussehen verändern. Nadelholz, das bislang 92 Prozent aller Bäume im Stadtwald Freudenstadt ausmacht, wird weniger Anteil haben. Dafür kommen mehr Laubbäume sowie Nadelbäume wie Douglasie, die mit trockenen Perioden besser zurechtkommen als Fichten. Außerdem wird der Anteil von Starkholz, also alten und mächtigen Bäumen, zurückgehen.

In Dietersweiler und Wittlensweiler sieht die Lage anders aus

Im Vergleich zu anderen Landstrichen geht es dem Wald in Freudenstadt noch gut, heißt es in der Mitteilung. Vor allem in den kühleren und wasserreicheren Hochlagen wie dem Kniebis sei es um den Bestandswald „noch sehr gut bestellt“. In tieferen Lagen wie in Dietersweiler und Wittlensweiler, am Übergang zu kalkigeren Böden, hätte es die Fichte schon deutlich schwerer.

Aktiv aufgeforstet werden soll im Stadtwald nur punktuell und dort, wo es sinnvoll und möglich ist. Ansonsten setzt die Forstwirtschaft auf Naturverjüngung und entsprechender Pflege. Dabei sollen nur die Baumarten entfernt werden, die nicht erwünscht sind, um klimaresistenteren Pflanzen Raum zum Wachsen zu geben. „Alles andere wäre zu teuer und mit einer Fläche wie in Freudenstadt überhaupt nicht zu schaffen“, so Wiegert.

49 Hektar Fläche sind kartierte Biotope

Der Stadtwald soll weiterhin viele Funktionen haben: Erholungsgebiet, Bodenschutzzone sowie Wasser- und Quellschutzgebiet. 9,4 Kubikmeter Holz pro Jahr und Hektar sollen geerntet werden, in etwa so viel wie automatisch nachwächst. 280 Hektar Fläche sollen bis 2024 gepflegt, rund 27 Hektar bepflanzt werden. Auch als Naturraum ist der Stadt wertvoll.

49 Hektar Fläche sind kartierte Biotope. Dazu kommen 57 Hektar Naturschutzgebiete. Pro Hektar Wald werden 26 Kubikmeter Totholz belassen, als Lebensraum für Tiere und Pflanzen.