Gruppenfoto nach getaner Arbeit Foto: Ole Struppert

Zwei achte Klassen der Hellberg-Schule in Lörrach-Brombach haben gemeinsam mit der gemeinnützigen Organisation Myreforest etwa 400 Bäume gepflanzt.

Auf einer vom Borkenkäfer geschädigten Fläche haben die Schüler 400 Bäume gepflanzt. Am kürzlich verschneiten Donnerstagmorgen kamen 35 Jugendliche nach Hägelberg, um ganz praktisch etwas über Klimawandel und Wald zu lernen. Nach einer Einführung von myreforest erläuterte Diplom-Forstwirtin Gudrun Roser die Zusammenhänge zwischen steigenden Temperaturen, Borkenkäfern und sterbenden Fichten. Der vormals an diesem Standort befindliche Fichtenbestand wurde in mehreren Befallswellen durch den Borkenkäfer erheblich geschädigt und schließlich weitgehend vernichtet.

 

Anstelle der standortfremden Fichten, die natürlicherweise in höheren Lagen vorkommen, soll hier nun eine Vielzahl von 13 Baumarten wachsen: Verschiedene Eichen- und Lindenarten, Douglasien, Kirschen und Wildobstarten wie der sehr seltene Speierling und die Elsbeere. Diese Diversität ist zum einen ökologisch sehr wertvoll – das blühende Wildobst wird zum Beispiel von zahlreichen Insekten als Nahrungsquelle genutzt – und streut zudem das Risiko für Ausfälle, was artenreiche Mischwälder so resilient macht. Gerade in Bezug auf die nicht genau absehbare Veränderungen der klimatischen Bedingungen ist das sehr wichtig, heißt es in einer Mitteilung von Myreforest. Nicht zuletzt steigert der artenreiche Mischwald auch die Attraktivität des Gebiets und besitzt damit einen hohen Wert für die Naherholung.

Ökologische Bedeutung der Aufforstungsaktion

Nach der Einweisung ins Pflanzen gingen die Schüler fleißig an die Arbeit, bei der es einiges zu beachten gilt: Das Pflanzloch muss tief genug sein, die Wurzeln dürfen nicht umgebogen werden und sie müssen am Ende guten Kontakt zum Boden haben, damit sie stabil stehen und die Nährstoffversorgung sichergestellt ist.

Hier schlagen die Schüler den Stab für die Wuchshülle ein. Foto: Ole Struppert

Der letzte Schritt ist das Anbringen der Wuchshülle, die vor Wildschäden schützt. Nachdem die Jugendlichen die Scheu vor dem Schlamm überwanden, setzten sie trotz immer wieder einsetzenden Schneeschauern ganze 400 Bäume. Ein Ergebnis, auf dass sie stolz sein können und an das sie sich bestimmt noch lange erinnern, heißt es in der Mitteilung. Und in einigen Jahrzehnten besuchen sie vielleicht sogar mit ihren eigenen Kindern den Wald, den sie gepflanzt haben.

Zum Hintergrund von Myreforest

Der Wald benötigt auch weiterhin Unterstützung – insbesondere auf dieser sowie weiteren Flächen in der Region, die auf engagierte Partner warten. Regionale Unternehmen haben hier die Chance, diesen Wandel aktiv mitzugestalten: Sei es im Rahmen von Firmenveranstaltungen, Teambuilding-Aktionen oder durch gezielte Förderungen. „Jede Beteiligung hilft, unsere Wälder widerstandsfähiger zu machen, die Artenvielfalt zu erhöhen und gleichzeitig ein sichtbares Zeichen für Nachhaltigkeit zu setzen“, heißt es.

Die gemeinnützige GmbH Myreforest organisiert die Wiederaufforstung von Schadflächen in den heimischen Wäldern. Dabei werden standort- und klimawandelangepasste Baumarten gewählt, so dass ein gesunder, zukunftsfähiger Mischwald entsteht. Das gemeinnützige Unternehmen mit Sitz in Kirchzarten arbeitet zu 100 Prozent spendenfinanziert und ausschließlich in Deutschland. Es engagiert sich regional für die Resilienz der heimischen Wälder und koordiniert freiwillige Helfer und Sponsoren, die beim Waldumbau unterstützen und so etwas Gutes tun wollen. Damit die gepflanzten Bäume sich gut entwickeln, werden sie vor Wildschäden geschützt. Die Entwicklung der Aufforstungsflächen wird anschließend über fünf Jahre hinweg transparent dokumentiert. Myreforest besitze einen Erfahrungsschatz von mehr als 80 umgesetzten Projekten, bei denen die Organisation mit bisher insgesamt 2600 Helfern bereits mehr als 60 000 Bäume gepflanzt hat.