Die Schülerzahlen an den Schulen des Landkreises steigen. Das ist in fast allen Fällen eine gute Nachricht (Symbolfoto). Foto: ©Monkey Business - stock.adobe.com

Insgesamt stehen die Schulen des Landkreises Calw gut da. Doch auch die Zahl der Schüler mit hohem Betreuungs- und Begleitungsbedarf wächst.

Vor dem Hintergrund steigender Schülerzahlen stehen die Schulen des Landkreises auf einer soliden Basis. Insgesamt sei das eine erfreuliche Entwicklung, sagte Erster Landesbeamter Frank Wiehe vor dem Bildungs- und Sozialausschuss (BSA) des Kreistags anlässlich der Vorlage der Schulberichte.

 

Demnach nahm die Zahl um 113 auf 5504 Schüler und Schülerinnen (SuS) zu. Besonders erfreulich ist die Entwicklung in Mangelberufen. So verzeichnete die Annemarie-Lindner-Schule in Nagold ein Plus von 58 SuS. Deutliche Zuwächse gibt es dabei in den Pflege- und Erzieherabteilung.

Millionen für Sanierung

Eine ähnliche Entwicklung verzeichnet die Georg-Doertenbach-Schule in Calw. Dort stieg die Zahl der SuS von 1603 auf 1638. Da ist vor allem auf einen kontinuierlichen Anstieg im Hotel- und Gaststättenbereich zurückzuführen. Dabei handelt es sich um eine weitere Branche, die unter einem Fachkräftemangel leidet.

Der starke Anstieg hat sogar dazu geführt, dass es zu einer Überbuchung des DEHOGA Campus beim Calwer Berufsschulzentrum kam. Als Konsequenz hat der DEHOGA (Deutscher Hotel- und Gaststättenverband) die gegenüberliegende Gemeinschaftsunterkunft erworben und wird sie für vier Millionen Euro sanieren.

Sorge bereitet dagegen der Anstieg der Zahlen an der Georg-Haldenwang-Schule in Bad Teinach-Zavelstein, die derzeit 171 SuS zählt. „Die Zahlen der SuS mit hohem Betreuungs- und Begleitungsbedarf sind in allen Altersstufen steigend. Auffälligkeiten im sozialen und emotionalen Bereich nehmen zu“, heißt es im Schulbericht.

Das habe dazu geführt, dass die Klassenteiler kaum gehalten werden können, sagte Lothar Kante. Fachkräfte fehlen und die Interimslösung in Neuweiler hat nach Auffassung des SPD-Kreisrats viel Geld gekostet und wenig gebracht.

Sozialarbeit unverzichtbar

Auch die Kapazität des Schulkindergartens ist ausgeschöpft. Die Wartelisten werden länger. Die überwiegend an Autismus leidenden Kinder werden bis zur Aufnahme mit Unterstützung von Integrationskräften nach Möglichkeit in Regelkindergärten betreut, heißt es in der Sitzungsvorlage

In allen Schulen des Kreises bleibt die Schulsozialarbeit unverzichtbar, so die einhellige Auffassung im BSA. Monika Wehrstein (CDU) verwies auf die zunehmende Gewalt. Ursula Utters (SPD) machte darauf aufmerksam, dass es nicht nur im Vandalismus, sondern auch um zunehmende psycho-soziale Probleme gehe.

Für Eberhard Bantel (Fraktion Aufrechte Bürger) könnte einer solchen Entwicklung entgegen gewirkt werden, wenn der Kindergarten kostenlos wäre.

Das gehe allerdings nur, wandte Landrat-Stellvertreter Wiehe ein, wenn es eine Kindergartenpflicht gäbe. Zudem stünden angesichts der finanziellen Lage keine Ressourcen zur Verfügung.

Wiehe sprach sich für die Beibehaltung von AVdual aus. Das rechne sich langfristig, ließe sich doch dadurch mehr Schulsozialarbeit vermeiden. In der Ausbildungsvorbereitung dual werden SuS, die keine weiterführende Schule besuchen und keine Ausbildung beginnen, auf den Einstieg in die Arbeitswelt vorbereitet.