Freuen sich auf eine neue Ära im Schwenninger City-Rondell: Bereichsleiter Antonio Brokelmann (rechts) und das Team der Meisterbäckerei Schneckenburger. Foto: Mareike Kratt

Die Meisterbäckerei Schneckenburger kann ab sofort für frischen Wind im Schwenninger City-Rondell sorgen. Doch auf den Inhaber warten auch einige Herausforderungen.

Schon von Weitem duftet es an diesem Donnerstagmorgen im Erdgeschoss des City-Rondells nach frisch gebackenen Brötchen, süßem Gebäck und Kaffee. Und auch die Zahl der umherlaufenden Kunden lässt darauf schließen: Hier wird Neueröffnung gefeiert.

 

Ab sofort ist die Meisterbäckerei Schneckenburger in den Flächen im hinteren Bereich – dort, wo bis vor rund anderthalb Jahren zuletzt eine Sternenbäck-Filiale beheimatet war – zu finden.

Auf Expansionskurs

Dass sich das Familienunternehmen aus Tuttlingen gerade auf Expansionskurs befindet, ist nichts Neues: Unter anderem gibt es seit vergangenem Jahr eine neue Schneckenburger-Filiale am Villinger Krebsgraben sowie am Schwenninger Hockenplatz.

Neben dem Oberzentrum beziehungsweise dem Schwarzwald-Baar-Kreis liest man den Namen Schneckenburger aber auch an zahlreichen Bäckereien am Bodensee – allein in Konstanz sind es 13 Stück –, in Balingen oder auf der Schwäbischen Alb.

Rolle rückwärts

Dass das Unternehmen aber nun eine Filiale im City-Rondell eröffnet, mag aus mehreren Gründen überraschend kommen: Denn der Standort war schon einmal, vor etwas mehr als einem Jahr, im Gespräch – damals hatte man sich dagegen entschieden und stattdessen die leerstehenden Flächen am Hockenplatz vorgezogen.

Antonio Brokelmann ist neuer Bereichsleiter für die City-Rondell-Filiale und gleichzeitig für sieben weitere Filialen zuständig, nämlich in Donaueschingen, in Villingen – und eben am Hockenplatz.

Positive Resonanz

Für ihn ist es absolut nachvollziehbar, dass die Bäckerei einen weiteren Vorstoß wagt – und er ist sich sicher, dass das Konzept auch im Einkaufscenter funktionieren wird, obwohl die neue Filiale nur wenige Meter vom Hockenplatz entfernt ist.

Genügend Rückmeldung habe er in den vergangenen Wochen während des Umbaus schon bekommen. „Eine Bäckerei wurde hier total vermisst“, berichtet er. Gerade ältere Kunden würden den Weg vom Busbahnhof ins Rondell schneller finden als an den Hockenplatz.

Glaube an Wiederbelebung

Schon vor einigen Wochen hatte Marc Schneckenburger – zusammen mit seinem Bruder Eric Geschäftsführer des Familienunternehmens – auf Anfrage unserer Redaktion auf den grundsätzlichen Bäckerei-Bedarf im Center verwiesen. Trotz aller negativer Entwicklungen des Einkaufscenters habe ihn der Glaube an eine Wiederbelebung mit dazu bewogen, doch die Zelte hier aufzuschlagen.

Wichtig sei, so ergänzt der Geschäftsführer jetzt in Richtung Eigentümer und Centerleitung, die Leerstände mit guter Mieterqualität zu füllen, damit das City-Rondell wieder dauerhaft attraktiv für Kunden und Mieter werde. Für seine neue Filiale wünscht er sich derweil „viele glückliche Kunden und Centerbesucher“.

Die Verpackungssteuer

Einen Dämpfer erhalten hat Marc Schneckenburgers Optimismus allerdings vor rund drei Wochen, als im Zuge der doppelstädtischen Haushaltsberatungen das heikle Thema Verpackungssteuer auf den Tisch kam – die er bereits seit einem Jahr aus Konstanz kennt.

Dort koste sie dem Unternehmen im Bereich der Heißgetränke zwischen fünf bis zehn Prozent Umsatz, zieht der Geschäftsführer eine erste Bilanz. Problematisch findet er, dass es bei den Bechern kein geschlossenes System – etwa wie bei PET-Flaschen – gebe. „So werden alle die, die keine Mehrwegbecher nutzen wollen oder können, direkt mit einer Erhöhung ihrer Heißgetränke um etwa 20 Prozent bestraft.“

In den Schneckenburger-Filialen sei im Übrigen bereits seit 2022 ein eigenes Bechersystem im Einsatz. Das To-go-Geschäft spiele inzwischen eine große Rolle – und sei, so Schneckenburger, auch für Frequenz und Umsatz im City-Rondell sehr wichtig.

Das Fazit

Schneckenburgers grundsätzliches Fazit: Die Verpackungssteuer, die übrigens durch die Verabschiedung des Haushalts in der jüngsten Gemeinderatssitzung grundsätzlich bejaht wurde, deren Details aber noch ausgearbeitet werden müssen, könne zwar auf den ersten Blick einen Teil der finanziellen Löcher stopfen. Auf den zweiten Blick würden aber viele Betriebe, gerade in den strapazierten Innenstädten, dadurch Umsatz- und Ergebnisverluste erleiden, und damit auch weniger Gewerbesteuern in die Kommunen fließen lassen, ist sich der Unternehmer sicher.

„Aus meiner Sicht ist die Verpackungssteuer total unausgegoren und nicht durchdacht. Sie belastet uns alle in diesen sowieso schon wirtschaftlich schwierigen Zeiten“, so Schneckenburger schließlich. Ob die Steuer langfristig die eigene Expansionsstrategie der Bäckerei Schneckenburger beeinflussen könne? „Das ist möglich.“