Die Gewürzschnecke des Schwarzwaldvereins Dornhan ist auch bei Schlechtwetter beeindruckend. Foto: Utzler

Das bisschen Regen schreckt die Wanderer nicht ab: Gemeinsam ziehen Sulzer, Bösinger und Dornhaner auf einer informativen Tour nach Busenweiler, wo der „Baum des Jahres“ wartet.

Quasi traditionell veranstalten Albverein Sulz, der Natur- und Wanderverein Bösingen sowie der Schwarzwaldverein Dornhan im Wechsel die Wanderung zum Baum des Jahres. In diesem Jahr war „Dornhan“ an der Reihe, den Baum zu pflanzen und eine Wanderung zu organisieren.

 

Am Treffpunkt ZOB in Dornhan starteten mehr als 50 Teilnehmer bei leichtem Regen. Wichtigstes Utensil: Regenschirme. Zuerst führte die Tour zum Wasserwerk in Brandeck. Dort erläuterte Hans Lampprecht, Wassermeister im Ruhestand und Ehrenvorsitzender im Schwarzwaldverein Dornhan, zuerst, woher das Wasser kommt. Zudem erfuhr die Gruppe, wie viel Wasser aus den Quellen kommt und wohin es verteilt wird. Bei einer Führung durch das Wasserwerk lernten die Besucher, welche Reinigungsstufen das Leitungswasser durchwandert und wie die mechanische Enthärtung funktioniert.

Interessantes Detail, besonders für die Gäste aus Bösingen: Die Gründung der Heimbach Wasserversorgung geht auf die Gemeinden Bösingen und Beffendorf zurück – sollte doch mit dem hiesigen Wasser deren Versorgung sichergestellt werden.

Beim Regen eher ein symbolischer, dennoch schöner Akt: Die Vorsitzenden „begießen“ den frisch gepflanzten Baum des Jahres. Foto: Utzler

Weiter ging es nach Busenweiler zur frisch gepflanzten Zitterpappel, die – trotz Regen – feierlich per Gießkannenschüttung durch die Vereinsvorsitzenden offiziell „in Betrieb genommen“ wurde. Informationen zur Zitterpappel gab es von Stephan Blocher – dem Reiseleiter und Vorsitzenden des Schwarzwaldverein Dornhan. Das Holz hat viele Einsatzgebiete – vom Streichholz, über Sperrholz, Snowboards bis hin zum Instrumentenbau. Früher wurden zudem auch Blätter – wegen Vitamin C – und Rinde – wegen der Salicyle – genutzt.

Im gut beheizten Dorfgemeinschaftshaus von Busenweiler wärmten sich die Wanderer bei Kaffee und Kuchen auf. Während der Pause war das „Heimat- und Schindelstüble“ zu besichtigen, was von mehreren Gruppen genutzt wurde. Dort erzählte Gerlinde Reich den Interessierten über historische Werkzeuge im Allgemeinen und das Schindelmachen im Besonderen. Früher gab es in Busenweiler viele Schindelmacher, die im Winter Schindeln fertigten, um diese im Sommer an Häuser zu nageln – und das in weitem Umkreis. Auch interessant: Zur Unterhaltung diente ein biologisches Kofferradio – es wurden Vögel in Käfigen gehalten, um der Stille aus dem Weg zu gehen.

Frisch gestärkt, teilte sich die Gruppe und unter Führung von Mandy Blocher wurde die „kleine Runde“ abgeschlossen, also direkt nach Dornhan zurückgewandert. Die große Runde über Betzweiler und Gundelshausen fand ebenfalls viele Teilnehmer. Sie trafen etwa eine Dreiviertelstunde später in Dornhan ein – nach kurzem Zwischenstopp an der Kräuterschnecke des Schwarzwaldvereins Dornhan. Im Restaurant La Perla endete der Tag mit einem gemeinsamen warmen Abendessen.