Das E-Werk Mittelbaden und die Leitwerk AG bauen die größte Anlage zwischen Karlsruhe und Basel. Die Projektpartner investieren insgesamt rund 16 Millionen Euro.
Hinter dem Projekt steht das Joint Venture Leitwerk Rechenzentren Appenweier/Lahr. Ein Joint Venture ist ein Zusammenschluss von Unternehmen für Projekte. In diesem Fall sind das das E-Werks Mittelbaden und die Q-Fox-Gruppe, zu der auch die Leitwerk AG gehört (siehe Info). Ziel des Zusammenschlusses ist es, umfassende IT- und Rechenzentrums-Dienstleistungen für regionale Wirtschaftsunternehmen sowie öffentliche Verwaltungen, Behörden, Versorger und dem Gesundheitswesen in der Region Mittelbaden anzubieten. Das Joint Venture hat jeweils einen Sitz in Appenweier und in Lahr. Die Geschäftsleitung teilen sich dabei Ralf Schaufler und Julian Neunstöcklin.
Derzeit werden Rechenzentrumskapazitäten in Lahr aufgebaut. Nach Auslastung des vor fünf Jahren entstandenen ersten Rechenzentrums in Appenweier entsteht jetzt auf dem „Startklahr“-Areal ein rund 50 Prozent größeres Gebäude. Mit einer Fläche von insgesamt rund 600 Quadratmetern bietet es Platz für circa 230 sogenannter Racks. Das Augenmerk liegt laut Pressemitteilung des E-Werks Mittelbaden auf einer ressourcenschonenden Strom- und Kühlnutzung und damit auf einer positiven CO2-Bilanz beim Rechenzentrumsbetrieb.
Zentrum in Lahr wird baugleich zu dem in Appenweier errichtet
Eine PV-Anlage auf dem Dach ist zum Start schon geplant, sie soll das Zentrum zusätzlich zu dem vom E-Werk Mittelbaden gelieferten Ökostrom selbst mit vor Ort produzierter regenerativer Energie versorgen. Das Lahrer Rechenzentrum wird baugleich zum ersten errichtet, hochmodern ausgestattet sowie kreuzungsfrei mit einer Vielzahl von Providern verbunden, wie es in der Pressemitteilung heißt. Geplant ist, dass es in zwei Jahren den Betrieb aufnimmt. Insgesamt investiert das Joint Venture rund 16 Millionen Euro in das Projekt.
Rechenzentren ebenso wie Energieversorger sind Einrichtungen, die für die Aufrechterhaltung wichtiger gesellschaftlicher sowie staatlicher Funktionen unabdingbar sind, wird in der Mitteilung hervorgehoben. Sie müssen demnach eine hohe Verfügbarkeit garantieren, professionell im Betrieb sein und unterliegen daher sehr hohen Sicherheitskriterien. Die Leitwerk Rechenzentren Appenweier/Lahr, an denen beide Unternehmenspartner je 50 Prozent der Unternehmensanteile halten, steht laut Mitteilung für die sichere und regional verankerte IT-Grundversorgung.
Neben der Erweiterung von Glasfaserstrecken, die in eigenen Datenleitungen des E-Werks Mittelbaden auf moderner Glasfaserinfrastruktur ausgerichtet sind, erfolgt durch „Link-2-Air“ parallel der Ausbau eines flächigen Richtfunknetzes. „So entsteht für die regional ansässigen Unternehmen eine digitale Plattform, die durch die Bereitstellung leistungsfähiger Internetanbindungen die nötige Basis für Digitalisierungsprojekte jeglicher Art schafft“, heißt es in der Pressemitteilung des E-Werks Mittelbaden weiter.
Die beiden Unternehmen des Joint Ventures
Die Leitwerk AG ist laut Pressemitteilung eines der führenden Systemhäuser im Südwesten Deutschlands. Zu den Kernkompetenzen zählen demnach Data-Center, IT-Infrastrukturen, IT-Netzwerke, Applikationsbereitstellung, Cloud-Dienste und IT-Security. Mehr als 430 Mitarbeiter erwirtschaften gruppenweit mehr als 100 Millionen Euro Umsatz.Das E-Werk Mittelbaden ist laut Mitteilung der führende Dienstleistungs- und Stromlieferant für Geschäfts- und Privatkunden in der Ortenau. Das kommunal geprägte Unternehmen setzt verstärkt auf die regenerative Stromerzeugung aus Wasser, Wind und Sonne und nutzt die Potenziale in der Region. Das Unternehmen beschäftigt rund 500 Mitarbeiter.