Ein Kampfmittelräumdienst rückte vor wenigen Tagen zum Hirsauer Wiesenweg aus. Foto: Wolfgang Krokauer

Ein Kampfmittelräumdienst war dieser Tage in Calw im Einsatz – dort, wo der Neubau für Kriminalpolizeidirektion und Polizeirevier entstehen soll. Das war der Grund.

Sie rücken an, wenn irgendwo Granaten, Fliegerbomben, Artilleriegeschosse oder dergleichen gefunden oder vermutet werden: Kampfmittelräumdienste. Denn längst sind nicht alle Explosionsstoffe oder Waffen gefunden, die während des Zweiten Weltkriegs überall in Deutschland niedergingen.

 

Vor wenigen Tagen war nun ein Kampfmittelräumdienst am Hirsauer Wiesenweg in Calw zugange. Auf jenem Grundstück, auf dem der Neubau für die Kriminalpolizeidirektion und das Polizeirevier Calw entstehen soll. 2029 soll das Gebäude fertig sein – so hieß es zumindest Anfang dieses Jahres. Ein Bombenfund wäre sicher nicht hilfreich für den Zeitplan.

Da trifft es sich gut, dass dort offenbar auch keine zu finden sind. „Der Grund ist bezogen auf Kampfmittel unauffällig“, berichtet Christian Lindinger, Leiter des Amtes für Vermögen und Bau Baden-Württemberg, auf Anfrage unserer Redaktion. Eine schriftliche Stellungnahme des Kampfmittelräumdienstes stehe noch aus.

Tatsächlich sei in diesem Bereich auch nichts Konkretes vermutet worden, so Lindinger. „Bei der hier durchzuführenden Kampfmittelsondierung handelt es sich um eine Routineuntersuchung“, erklärt er.

So soll das Polizeigebäude im Hirsauer Wiesenweg aussehen. Foto: Visualisierung: bez+kock architekten

Ein Teil des Grundstücks gelte jedoch als Kampfmittelverdachtsfläche, daher müsse vor dem Bau eine Kampfmittelsondierung erfolgen – um sicherzustellen, dass hier wirklich nichts im Boden liegt. Die Sondierung sei im Auftrag der Stadt Calw erfolgt.

Luftwaffe der Alliierten fertigte Bilder nach Angriffen

Bei einer Kampfmittelverdachtsfläche handelt es sich um eine Fläche, auf der etwa aufgrund der Auswertung von historischen Luftbildern die Möglichkeit besteht, dass dort noch Granaten, Munition oder dergleichen verborgen sein könnten. Solche Luftbildaufnahmen wurden im Zweiten Weltkrieg von der amerikanischen und britischen Luftwaffe nach Angriffen gefertigt.

Im Kripo-Neubau sollen die derzeit an mehren Standorten in Calw verteilten Organisationseinheiten der Polizei zusammengeführt werden. Laut Haushaltsplanung des Landes Baden-Württemberg 2025/2026 sind für das Vorhaben 38,5 Millionen Euro eingeplant.