Im Sommer spielt die Band Sabaton auf dem Freiburger Münsterplatz ein Konzert. Foto: Philipp von Ditfurth/dpa

Im Sommer soll vor dem Freiburger Münster die Heavy-Metal-Band Sabaton auftreten. Bei Fans herrscht bereits Vorfreude, doch einige fordern auch ein Verbot des Konzerts.

Heavy Metal auf dem Freiburg Münsterplatz. Das hat es in dieser Form noch nie gegeben. Und es gibt offenbar auch Menschen, für die es das am besten gar nicht geben sollte.

 

Wenn im Sommer die schwedische Heavy-Metal-Band Sabaton im Rahmen der Münsterplatzkonzerte in Freiburg auftritt, dann wird das laut Veranstalter Marc Oßwald vom Konzertbüro Vaddi Concerts zwar Fans von weit her anlocken und für einen ausverkauften Konzertabend sorgen.

Doch es gibt auch andere Stimmen, wie Generalvikar Christoph Neubrand vom Erzbistum Freiburg berichtet. „Uns haben vereinzelt Briefe von Gläubigen erreicht, die ein Verbot des Konzerts fordern.“ Da aber das Erzbistum nicht für die Angelegenheiten der Dompfarrei sprechen könne, habe man die Schreibenden dorthin verwiesen.

Klare Vorgaben in Sachen Lautstärke

Gemeldet habe sich dann niemand mehr, so Sprecherin Simone Richter von der neu zugeschnittenen Kirchengemeinde Freiburg-Mitte. Tätig geworden wäre man gegenüber dem Veranstalter vor dem Hintergrund der Kunstfreiheit aber nicht, so Richter weiter. Die Konzertreihe auf dem Münsterplatz, zu der ja auch ein bestens besuchter ökumenischer Gottesdienst mit hohem Zuspruch gehöre, spreche unterschiedliche Menschen und Geschmäcker an und würde so einen Beitrag dazu leisten, dass der Münsterplatz zum Ort der Begegnung werden kann.

Vor zwei Jahren mussten Fenster auf Schäden untersucht werden

Eine Sicht, die auch Oßwald teilt: Es sei doch okay, wenn nun auch einmal Heavy Metal auf dem Platz erklinge, schließlich plane man ja nicht gleich ein ganzes Metal-Festival neben dem Freiburger Münster. Und die Vorgaben an die Band in Sachen Lautstärke seien klar definiert und würden auch garantiert eingehalten werden.

Denn die Sache mit der Lautstärke ist Thema, auch im Erzbischöflichen Ordinariat. „Nach dem Konzert von Peter Fox vor zwei Jahren mussten wir die mittelalterlichen Fenster des Münsters auf Schäden durch den Schalldruck untersuchen lassen“, berichtet Christoph Neubrand. Es seien nach dem Ordinariat vorliegenden Informationen damals Spitzenwerte von bis zu 120 Dezibel erreicht worden.

Kirche trägt Verantwortung für das historische Erbe des Münsters

Danach hätten die Veranstalter der Münsterplatzkonzerte beim Thema Lautstärke „nachjustiert“. Man wisse letztlich nicht, wie so ein altes Bauwerk das aushält, sagt auch Erzbischof Stephan Burger. „Als Kirche tragen wir auch Verantwortung für das historische Erbe des Freiburger Münsters. Wir müssen uns darauf verlassen können, dass die Grenzwerte eingehalten werden, damit keine Schäden entstehen. Letztlich geht es darum, dass wir mit den baulichen Folgen leben müssen, falls die Belastung für die Substanz zu groß wird.“

Die Kirche badet also aus, was andere ihr im Zweifelsfall einbrocken. Denn: Der Münsterplatz in Freiburg gehört nicht der Kirche, sondern der Stadt. Derzeit läuft dort noch das Genehmigungsverfahren für das Konzert, so Rathaussprecherin Tabea Krauß. Zuständig sei das Amt für öffentliche Ordnung, das wiederum mit allen Beteiligten, insbesondere den Verantwortlichen des Münsters, im Austausch stehe.

Sabaton-Lieder kritisch gegenüber der Kirche

Aber da ist auch noch die inhaltliche Ausrichtung der Band, die bei Kirche und Gläubigen zum Teil für Stirnrunzeln sorgen könnte: Sabaton befassen sich in ihren Liedern am liebsten mit historischen Kriegs- und Schlachtenthemen. Und sie haben mit „Burn Your Crosses“ („Verbrennt eure Kreuze“) vor 25 Jahren auch einen Song eingespielt, in dem sie mit Zeilen wie „Christus hat nur Tod und Gewalt verursacht“ und „Bischöfe sind nur auf ihren Ruhm aus“ dazu auffordern, sich von Kirche und Glaube abzuwenden.

Auch im Erzbischöflichen Ordinariat gibt es Sabaton-Fans

Für Oßwald ist das kein Problem: Es sei doch gut, wenn man heute auch kritische Dinge über die Kirche sagen könne. Und Generalvikar Neubrand räumt ein, dass es auch im Erzbischöflichen Ordinariat Mitarbeiter gebe, die ihre Sabaton-Tickets schon gekauft hätten und sich auf die Rocker freuen. Dass Sabaton in Freiburg dazu aufrufen werden, Kreuze anzuzünden, ist kaum zu befürchten: Der fragliche Titel findet sich lange nicht mehr in ihrem Live-Repertoire.