Ein starkes Ehepaar: Margot und Günter Argast aus Kandern engagieren sich mit Herz und Leidenschaft in vielfältiger Weise. Foto: Siegfried Feuchter

Margot und Günter Argast aus Kandern sind ein Musterbeispiel an ehrenamtlichem Engagement.

Die Eltern von zwei erwachsenen Söhnen und Großeltern von zwei Enkeln bringen sich seit Jahrzehnten mit viel Herz und Leidenschaft für die Gemeinschaft ein: Margot Argast (67) vor allem in der katholischen Pfarrgemeinde, Günter Argast (68) insbesondere beim FC Kandern.

 

Wenn irgendwo im Städtli Hilfe benötigt wird, wenn Vereine und Organisationen Helfer für Feste & Co. suchen, wenn die Haussammlung des Volksbundes Deutscher Kriegsgräberfürsorge und die Caritassammlung anstehen – dann sind sie zur Stelle. „Das machen wir“, lautet wie selbstverständlich die Antwort des unermüdlich aktiven und beliebten Ehepaars. Und beide, die in unterschiedlichen Funktionen Verantwortung übernommen haben, betonen unisono: „Das Ehrenamt hat uns viel gegeben.“

Einsatz für Pfarrgemeinde

Margot Argast, die in Wien geboren und aufgewachsen ist, zog vor 44 Jahren, nachdem sie ihren späteren Mann kennengelernt hatte, nach Kandern. In der Töpferstadt hat die gelernte Bürokauffrau, die beruflich die letzten 17 Jahre bis zur Rente bei der Caritas tätig war, durch ihre Kontaktfreudigkeit und durch ihr vielfältiges ehrenamtliches Engagement schnell Anschluss gefunden. „Wer Kontakt sucht, der findet ihn“, weiß sie aus Erfahrung. Die Verbindung zur alten Heimat hat sie nie abreißen lassen. Mindestens einmal im Jahr reist sie zusammen mit ihrem Mann nach Wien.

30 Jahre, davon mehr als 20 Jahre als Vorsitzende, gehört Margot Argast dem Pfarrgemeinderat an. Auch nach dem strukturellen Reformprozess, durch den seit Jahresbeginn Seelsorgeeinheiten zusammengelegt und Laien verstärkt eingebunden werden, hat sie die Führungsrolle im 14-köpfigen Gemeindeteam Kandern-Istein als deren Sprecherin inne. „Wir müssen das Beste aus der Reform machen“, lautet das Credo der agilen Frau, die nicht nur Mesnerdienste übernimmt, sondern auch schon als Lektorin fungiert, einen Wortgottesdienst gehalten und mit dem Team Kindergottesdienste geleitet hat.

In den Jahrzehnten ihrer Tätigkeit für die katholische Pfarrgemeinde war und ist sie in einigen Funktionen tätig. So ist sie zum Beispiel auch auch Mitglied des Dekanatsrats, dem pastoralen Leitungsgremium des katholischen Dekanats.

Wie eine große Familie

„Die Pfarrgemeinde ist wie eine große Familie, ich bin da hineingewachsen“, sagt Margot Argast, die schon zahlreiche Pfarrer erlebt hat. In guter Erinnerung sind ihr wie auch ihrem Mann, der evangelisch ist, die zahlreichen Reisen mit dem damaligen Pfarrer Josef Dorbath unter anderem nach Thüringen und Italien (Assisi, Turin, Florenz, Rom) sowie als ein Höhepunkt die Teilnahme an der Generalaudienz mit dem Papst.

Wenn die aufgeschlossene Frau, die auch zu den Gründungsmitgliedern des Kommunalen Kinovereins gehört, nicht im Dienst der Kirche unterwegs ist, dann pflegt sie Hobbys. Das Ehepaar besucht als begeisterte Tänzer regelmäßig einen Tanzzirkel und unternimmt gerne E-Bike-Touren. Darüber hinaus walkt und schwimmt Margot Argast regelmäßig und singt seit 25 Jahren im „TonArt“-Chor Kandern.

Institution bei der Stadt

Günter Argast, der in Sitzenkirch mit vier Geschwistern aufgewachsen ist, war eine Institution der Stadtverwaltung Kandern, wo er schon seine Ausbildung absolviert hatte. Fünf Bürgermeister erlebte er in seiner Amtszeit. Der populäre Verwaltungsfachmann deckte den Sozialbereich ab, bearbeitete unter anderem tausende Rentenanträge, „machte“ 40 Jahre das Amtsblatt, kümmerte sich um das Thema Schülerbeförderung und organisierte jahrzehntelang den Roßmärt und das Reitturnier.

Als er 2023 nach 47 Jahren in den Ruhestand verabschiedet wurde, gab es für ihn eine große Feier. „Er war für viele nicht nur das Gesicht, sondern das Herz der Stadtverwaltung“, hatte Bürgermeisterin Simone Penner die Verdienste des humorvollen Menschen gewürdigt. Und die Kollegen ließen ihn mit einem eigenen Amtsblatt hochleben.

Hochzeit mit Gips

Günter Argast ist auch ein Urgestein des FC Kandern. Seit 50 Jahren engagiert sich der passionierte Fußballfan schon für „seinen“ Verein. Er war Fußballer, der im Übrigen zwei Wochen vor seiner Hochzeit einen Beinbruch erlitt und mit einem Gipsfuß heiraten musste, und er war und ist Trainer und Vereinsfunktionär. 1985 hatte er an der Sportschule Steinbach den Trainerschein für die B-Lizenz („eine schwierige Prüfung“) erfolgreich absolviert.

Wie sehr ihm der FCK am Herzen liegt, zeigen seine jahrelangen Funktionen als Schriftführer, zweiter Vorsitzender und Vorsitzender sowie seit Jahrzehnten als Pressewart. Und heute noch coacht er als Co-Trainer die A-Jugend. „Es macht Spaß, junge Menschen zu begleiten“, sagt Günter Argast, der auch den Jugendförderverein Kandertal mitgegründet hat und dem Vorstand angehört. Fast selbstredend, dass er regelmäßig die Spiele der ersten Mannschaft besucht und – wie auch seine Frau – seit Jahren zu den treuen Helfern beim Budenfest zählt.

Günter Argast, der vom Südbadischen Fußballverband für seine „hervorragenden Verdienste“ ausgezeichnet wurde und längst Ehrenmitglied des FCK ist, gehörte auch zu den treibenden Kräften, die jahrelang eine beliebte Fasnachtszeitung auf die Beine gestellt haben.