Gerhard Böhringer, eine Institution des TuS Binzen, ist regelmäßig auf der Sportanlage anzutreffen – ob beim Training oder bei den Fußballspielen. Foto: Siegfried Feuchter

Gerhard Böhringer, allenthalben bekannt unter seinem Spitznamen „Teddy“, ist eine Institution beim TuS Binzen.

Ob bei Fußballspielen, am Trainingsplatz, auf dem Vereinsgelände oder in der Sportgaststätte, überall hört man: „Solli Teddy“. Der 73-Jährige Rümminger, der in seinem erlernten Beruf als Automateneinrichter auch viele Jahre als Selbstständiger eine Firma hatte, bis er sie 2007 verkaufte, ist seit 58 Jahren mit dem TuS Binzen aufs engste verbunden, anerkannt und beliebt.

 

Er hat in den fast sechs Jahrzehnten die erfolgreiche Entwicklung „seines“ Vereins, der heute in der Landesliga spielt und seine Heimspiele auf einer vor fünf Jahren eingeweihten modernen Sportanlage austrägt, hautnah miterlebt. Auch heute noch ist „Teddy“ Böhringer als Betreuer der ersten Mannschaft bei jedem Training und jedem Spiel, ob daheim oder auswärts, dabei.

Schon in jungen Jahren war der Fußball sein liebstes Hobby. Ein Jahr lang spielte der Rümminger in der A-Jugend des FC Wittlingen, dann wechselte er zum TuS Binzen, der längst zu seiner zweiten Heimat geworden ist. 1970 gewann er mit der A-Jugend die Meisterschaft, spielte danach, bevor er 1972 zur Bundeswehr nach Hannover musste, in der Abwehr der zweiten Mannschaft des TuS.

Nach seiner Rückkehr von der Bundeswehr schaffte er auf Anhieb den Sprung in die erste Mannschaft, in der er bis zu seiner schweren Knieverletzung 1979 nicht wegzudenken war. Als sein Kreuzbandriss verheilt war, spielte Gerhard Böhringer noch bis 1990 in der zweiten und dritten Mannschaft.

Seine größten Erfolge feierte „Teddy“ als Trainer der Binzener Damenmannschaft von 1975 bis 1991. Mit dem Team eilte er von Sieg zu Sieg. Mehrfach wurden „seine“ TuS-Fußballerinnen von 1985 an Südbadischer Meister und Pokalsieger und tourten als Verbandsmeister durch halb Deutschland. „Zu allen Auswärtsspielen sind wir mit dem Bus gefahren“, erzählt Böhringer.

Aufstieg in die Bundesliga stellt alles in den Schatten

Doch der sensationelle Aufstieg der Frauen in die Bundesliga in der Saison 1990/91 stellte alle vorherigen Erfolge in den Schatten. „Wir wussten von vornherein, dass es schwer werden würde, uns in der Bundesliga zu halten. Dafür war unser Kader gegenüber den großen Vereinen einfach zu klein“, erinnert sich der Erfolgstrainer noch gut. Er hatte zwar außer mehreren Lehrgängen in Steinbach keine offizielle Trainerlizenz, doch vom Fußballverband eine Ausnahmegenehmigung erhalten.

Höhepunkt war das Heimspiel gegen Bayern München vor mehr als 1500 Zuschauern. Dass am Ende der Bundesligasaison zwei Siege und drei Unentschieden standen und damit der Abstieg nicht zu verhindern war, schmerzte zwar, doch „wir haben uns trotz allem wacker geschlagen“. Und was fast noch wichtiger war als der sportliche Erfolg: Die Fußballfrauen zeichnete eine „tolle Kameradschaft“ aus.

Bis heute haben die guten Verbindungen Bestand. Denn einmal im Jahr treffen sich die ehemaligen Bundesligaspielerinnen zu einem gemütlichen Hock in der TuS-Vereinsgaststätte, so auch demnächst wieder. Mit dabei ist natürlich auch Gerhard Böhringer. „Es war eine schöne Zeit“, resümiert der damalige Trainer, der nach einer zwischenzeitlichen Pause 2013 nochmals für drei Jahre die Damenmannschaft des TuS, die zwischenzeitlich eine Spielgemeinschaft mit Efringen-Kirchen eingegangen ist, übernommen und eine weitere Meisterschaft gewonnen hat.

Noch immer stets ein gefragter Ansprechpartner

Seit 2018 fungiert „Teddy“ Böhringer als Betreuer der ersten, heute in der Landesliga spielenden Herrenmannschaft. Er ist sozusagen „Mädchen für alles“, sorgt beispielsweise dafür, dass beim Training und den Spielen immer genügend Bälle, Trikots und Getränke vorhanden sind und bei den Auswärtsspielen nichts vergessen wird. Auch ist er immer ein gefragter und willkommener Ansprechpartner.

Gerhard Böhringer hat zu den Spielern wie zu den Funktionären ein gutes Verhältnis, er schätzt das harmonische Miteinander im Verein. Ein dickes Lob zollt er dem TuS-Vorstand mit Volker Scherer als langjährigem Vorsitzenden an der Spitze. „Sie machen ihre Sache ausgezeichnet. Der Verein hat eine starke Entwicklung genommen, wozu auch die neue Sportanlage beigetragen hat“, sagt die TuS-Institution, die mehrfach in der Woche auf dem Vereinsgelände anzutreffen ist. Man trifft sich, man kennt sich und man tauscht sich aus – nicht nur über Fußball.