Frieder Kammerer, der sich Jahrzehnte in den Dienst der Gemeinschaft stellte, genießt heute den Ruhestand. Foto: Siegfried Feuchter

Frieder Kammerer aus Holzen ist keiner, der sich in den Vordergrund drängt. Vielmehr hat er sich zeitlebens für die Gemeinschaft eingesetzt.

Ehrenamtliches Engagement war Frieder Kammerer schon in jungen Jahren wichtig – ob in der Feuerwehr oder in der Kommunalpolitik. Sein unermüdlicher Einsatz für das Gemeinwohl war geprägt von Verantwortungsbewusstsein und Verlässlichkeit. „Davon lebt doch unsere Gesellschaft“, sagt der Vater von drei Kindern und Opa von sieben Enkeln im Gespräch mit unserer Zeitung.

 

Er ist ein Mann der Tat, der auch mit seinen 76 Jahren noch immer im Dorf stets präsent ist und mit Herzblut anpackt, wenn es beispielsweise in der von seinem Sohn Thomas initiierten Projekt „Dorfmitte“ etwas zu tun gibt oder sonstige Dorfaktionen anstehen.

Frieder Kammerer, von Beruf Maurermeister, ist in Wintersweiler aufgewachsen, kam der Liebe wegen nach Holzen und lebt nunmehr seit 55 Jahren dort. Im Storchendorf, das ihm längst zur Heimat geworden ist, fühlt er sich sehr wohl. „Wenn man Anteil am Geschehen nimmt und sich auch einbringt, dann ist man schnell heimisch“, sagt Kammerer, der beruflich 1972 in das elterliche Baugeschäft in Wintersweiler eingestiegen und es 1979 zusammen mit seinem Bruder Ernst, ebenfalls Maurermeister, übernommen und es sukzessive ausgebaut hat.

Vielfältiges Engagement

1979 siedelte das Brüderpaar die prosperierende Firma nach Efringen-Kirchen ins Gewerbegebiet um und baute einen Bauhof mit Werkstatt, Lager und Büros. Auch wenn seit 2013 die beiden Söhne Markus und Thomas in sechster Generation den 1838 gegründeten Familienbetrieb übernommen und erfolgreich weiterführen, ist Frieder Kammerer bis heute noch „für ein paar Stunden an ein oder zwei Vormittagen“ im Geschäft anzutreffen, um seine Söhne zu unterstützen.

Damit er seine herausfordernden beruflichen und ehrenamtlichen Tätigkeiten sowie die familiären Anforderungen als Vater von drei Kindern unter einen Hut hatte bringen können, war ein straffes Zeitmanagement unerlässlich.

Doch weil dem kontaktfreudigen und geselligen Geschäftsmann all seine Aktivitäten viel Spaß gemacht haben, schaffte er dies ohne großes Aufhebens. Dies zumal, wie er dankbar betont, ihm seine Frau Else in all den Jahren stets den Rücken frei gehalten und ihn immer tatkräftig unterstützt habe.

In der Feuerwehr aktiv

Einen wichtigen Stellenwert in seinem Leben hatte stets die Freiwillige Feuerwehr, in die er vor 56 Jahren, zunächst in Wintersweiler, dann in Holzen eingetreten ist und der er heute noch in der Altersmannschaft verbunden ist. „Ich habe hier immer den Zusammenhalt und die Hilfsbereitschaft geschätzt“, sagt Kammerer, der auch 15 Jahre Verantwortung als stellvertretender Kommandant und als Abteilungskommandant der Holzener Floriansjünger übernahm.

Doch damit nicht genug. Seine Tatkraft und sein Sachverstand waren ebenso im Ortschaftsrat gefragt. 35 Jahre gehörte er dem Ortsparlament bis 2014 an, davon einige Jahre als stellvertretender Ortsvorsteher. Die Gestaltung eines Festplatzes in der Dorfmitte bezeichnet er rückblickend als eine damals zukunftsweisende und für das Holzener Gemeinschaftsleben wichtige Entscheidung während seines kommunalpolitischen Wirkens.

20 Jahre im Gemeinderat vertreten

Als sich der langjährige Bürgermeister, Ortsvorsteher und Ehrenbürger Fritz Zumkehr nach 33 Jahren zurückzog, war es Frieder Kammerer, der Willi Weiß als Nachfolger ins Gespräch brachte. „Und Holzen ist damit ja gut gefahren“, resümiert der ehemalige Kommunalpolitiker, der die Interessen des Storchendorfs auch im Gemeinderat der Stadt Kandern vertrat. 20 Jahre, von 1989 bis 2009, gehörte er auch der CDU-Fraktion des Stadtparlaments an. Drei Wiederwahlen mit hohen Stimmergebnissen waren Ausdruck des Vertrauens, das er bei den Bürgern genoss.

Heute verfolgt der Handwerksmeister und Bauunternehmer im Ruhestand das kommunalpolitische Geschehen meist aus der Distanz – mit einer Ausnahme: Hin und wieder besucht er die Holzener Ortschaftsratssitzungen.

Zahlreiche Interessen

Vielfältig sind die Interessen von Frieder Kammerer. Mit dem Segeln im Mittelmeerraum als große Leidenschaft hat er zwar aufgehört und seinen Liegeplatz auf Samos in der Ägäis aufgegeben, ebenso fährt er nicht mehr Ski und Motorrad („alles hat seine Zeit“), doch Langeweile kennt er trotzdem nicht. Mit seiner Frau Else unternimmt er jedes Jahr eine einwöchige Radtour, beispielsweise an der Weser oder der Donau entlang. Auch eine Alpenüberquerung war schon dabei.

Und einmal pro Woche trifft sich Frieder Kammerer mit Radfreunden aus dem Dorf, um bei Touren mit dem E-Bike die Heimat zu erkunden. „Solange die Gesundheit mitspielt, will ich zusammen mit meiner Frau den Ruhestand genießen und aktiv sein“, sagt der ob seines Engagements geschätzte Holzener.