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Auf den Spuren von Volleyballerin im Unruhestand

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Ein Titel von vielen: Renate Riek 1990 als deutscher Meister mit dem CJD Feuerbach Foto: Baumann

Stuttgart. - Es war zwischen Weihnachten und Silvester, vor einem Vierteljahr. Stuttgarts Volleyballerinnen erwarteten im Pokalhalbfinale den Dresdner SC - und die Leute hatten Bock auf Volleyball. Die Vaihinger Hegelhalle platzte aus allen Nähten, Renate Riek-Bauer war voll gefordert. Erst als Platzanweiserin, dann als Seelentrösterin, weil die Halle irgendwann so voll war, dass Fans nach Hause geschickt werden mussten. Riek-Bauer erledigte diese unangenehme Aufgabe so, wie man sie kennt: sympathisch, charmant, freundlich. "Wenn ich mich einer Sache verpflichtet fühle", sagt sie, "dann mache ich es eben voll und ganz."

Und wenn sich Riek-Bauer etwas verpflichtet fühlt, dann ist es: Volleyball. 518 Länderspiele, sechs Meisterschaften, sieben Pokalsiege, eine Olympia-, drei WM- und sechs EM-Teilnahmen, 19 Jahre Zuspielerin im Nationalteam, 30 Jahre in der ersten Liga - ihre Karriere ist einzigartig. Viel Aufhebens macht sie darum nicht. Das Äußerste, das ihr zu entlocken ist, klingt so: "Alles war ganz okay. Viel mehr hätte ich wohl nicht erreichen können."

Das lag ein bisschen an ihrer Größe: 1,70 Meter ist im Volleyball nicht viel. Vor allem aber lag es an ihrer Einstellung. Riek-Bauer (51) liebt Volleyball, doch sie brauchte als Stellerin mehr, um zufrieden zu sein - eine Arbeitsstelle. "Ich wollte nie Profi-Sportlerin sein", erinnert sie sich und denkt an die vielen Angebote aus dem Ausland, die sie ausschlug, "ich hatte immer zwei Berufsfelder, auf denen ich kreativ sein konnte. Das war zeitlich schwierig. Aber es tut Sportlern gut, noch andere Herausforderungen zu haben. Das hat sich gegenseitig befruchtet."

In der Sporthalle. Und in der Werkhalle. Die studierte Grafikdesignerin arbeitet seit über 20 Jahren in der Forschungs- und Entwicklungsabteilung der Daimler AG, ist zum Beispiel für grafische Konzeption und Organisation von Ausstellungen zuständig. "Daimler hat mir den Einstieg ins Berufsleben enorm erleichtert", sagt Riek-Bauer, "ich habe einen sehr vielseitigen Job, der mir großen Spaß macht."

Dazu passt, dass auch am Arbeitsplatz immer mal wieder der Volleyball ins Spiel kommt. Beim Betriebssport zum Beispiel, "wo alle von ihrer Vergangenheit leben". Oder wenn es um das Stuttgarter Frauen-Team geht. Dass Smart beim Bundesliga-Vierten als Namenssponsor eingestiegen ist, lag unter anderem an den beruflichen Kontakten von Riek-Bauer: "Ohne Smart wäre es dem Verein nicht möglich, so erfolgreich zu sein."

Sie muss es wissen, denn die frühere Star-Spielerin hat immer noch gute Einblicke. Ihr Mann Rüdiger Bauer ist einer der beiden Manager des Vereins, und auch sonst ist Renate Riek-Bauer noch nahe dran. Kein Wunder: Ihr letztes Spiel hat sie erst 2009 gemacht, mit 49, in der Bundesliga, zwei Jahre, nachdem sie das Team zum Aufstieg geführt hatte und fünf Jahre nach ihrem letzten Auftritt in der höchsten Klasse. Zum Trainer-Team von Alexander Waibl gehörte sie damals - und war Notnagel hinter zwei jungen Zuspielerinnen. Gegen Wiesbaden kam sie dann noch mal zum Einsatz. "Weil alle wussten, dass ich mich nicht mit einer Niederlage verabschieden werde", meint sie lachend, "hat sich der Gegner gesagt: Lasst sie gewinnen, sonst hört sie nie auf."

Danach trat Riek-Bauer endgültig ab von der Bühne Bundesliga, im Hintergrund aber werkelt sie weiter mit. Die Volleyballerin aus Leidenschaft hat Ideen, gibt Anstöße, ist Kontaktperson, prominentes Gesicht und sagt: "Manchmal ist es für den Verein ein bisschen leichter, wenn ich dabei bin."

Am Sonntag (16 Uhr) muss es die Mannschaft allerdings alleine richten. Dann geht es bei der Premiere in der neuen Halle in der Mercedes-Benz-Arena gegen den Schweriner SC um Punkte im Kampf um den Play-off-Einzug. Renate Riek-Bauer freut sich drauf. Auf das Spiel. Und auf die neue Halle: "Smart Allianz Stuttgart hat das Potenzial für die deutsche Spitze und nun endlich eine Heimat." Und noch einen Vorteil hat der Umzug: Als Seelentrösterin für frustrierte Fans, die keinen Platz gefunden haben, muss sie dort nicht mehr wirken.

 
 

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