Wie wird der Wärmebedarf von morgen gedeckt – und wie viel wird der Weg dahin kosten? (Symbolbild) Foto: maho - stock.adobe.com

Eine Analyse macht hohes Sanierungspotenzial im Stadtgebiet aus. Das wäre ein großer Schritt, Dornhan klimaneutral zu machen. Allerdings gibt es keinen Königsweg dorthin.

Klimaneutralität bis zum Jahr 2040 ist das Ziel der kommunalen Wärmeplanung, die die Stadt Dornhan zusammen mit den Gemeinden Zimmern ob Rottweil und Dunningen auf den Weg gebracht hat. Christian Adler von der Netze BW legte dem Gemeinderat bei seiner Sitzung am Montag einen Zwischenbericht vor.

 

Die Wärmeplanung hat die Politik den Kommunen zwar nahegelegt, es gibt aber keinen rechtsverbindlichen Charakter. Adler sprach von einem strategischen Konzept beziehungsweise einer Orientierungshilfe für die Verwaltung mit den entsprechenden Empfehlungen.

Maßnahmenkatalog folgt

So weit ist es allerdings noch nicht. Die Wärmeplanung umfasst eine Bestandsanalyse des Wärmebedarfs in der Stadt, der Potenziale zur Wärmeversorgung durch erneuerbare Energien und einen Maßnahmenkatalog. Damit kann Ende des Jahres gerechnet werden.

Adler betrachtete zunächst den Gebäudebestand der Stadt. Mit 75 Prozent überwiegt hier klar privates Wohnen, gefolgt von Gewerbe und Industrie (23 Prozent) sowie öffentlichen Bauten (zwei Prozent). Bei der Bestandsuntersuchung wurden die Gebäude in Altersklassen eingestuft. Hier zeigt sich, dass die meisten Häuser (53 Prozent) in Dornhan vor 1979 gebaut wurden. Dies lasse auf ein hohes Sanierungspotenzial schließen, stellte Adler fest.

Einsparpotenzial

Nach wie vor überwiegen Ölheizungen (42 Prozent). Holz gewann jedoch ab 2010 als Energieträger zunehmend an Bedeutung. Der Anteil der Wärmepumpen beträgt vier Prozent. Den größten Wärmebedarf haben mit 76 Prozent Wohngebäude, 18 Prozent entfallen auf Gewerbe, Handel, Dienstleistung und Industrie, während die öffentlichen Gebäude sechs Prozent des Wärmebedarfs ausmachen.

Als Ergebnis konnte Adler festhalten, dass für die Wärmewende in Dornhan vor allem der private Wohnungssektor mit überwiegend älterer Gebäudesubstanz wichtig ist. Viele Heizungen sind älter als 20 Jahre. Der Wärmebedarf wird vor allem mit Öl und Holz gedeckt. Durch die Sanierung älterer Gebäude könne der Wärmebedarf signifikant reduziert werden, stellte Adler fest.

Energiemix für Nahwärme

Doch wo liegen die Potenziale für die Wärmegewinnung? Solarenergie auf Dach- und Freiflächen kommen hier in Frage, ebenso Biomasse (Holz), Abwärme aus der Biogasanlage oder oberflächennahe Geothermie. Für das Nahwärmenetz bietet sich ein Mix aus verschiedenen erneuerbaren Energien an. Für die Dornhaner Innenstadt gibt es bereits eine Nähwärmeversorgung, eine weitere in Leinstetten. Voraussetzung für Nahwärmenetze sei allerdings eine ausreichend hohe Wärmebedarfsdichte.

Was umgesetzt werden solle, wollte Felix Lehmann wissen. Das konnte Bürgermeister Markus Huber zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht sagen. Es werde jedenfalls externe Empfehlungen für die Kommune und die Bürger geben. Ganz vorne stünden Sanierungen für Wärmeeinsparungen. Die Frage, ob das Gasnetz bestehen bleibe und später mit Wasserstoff betrieben werde, habe noch nicht geklärt werden können. Auch gebe es Gebäude in der Stadt, für die der Betrieb eines Nahwärmenetzes nicht wirtschaftlich sei.

Linda Würtz wies darauf hin, dass manche Häuser, die vor 1990 gebaut wurden, inzwischen saniert seien. Die Bestandsanalyse der Netze BW gehe diesbezüglich nicht zu sehr ins Detail. Das sei auch nicht möglich gewesen, räumte Adler ein. Welche Maßnahmen umgesetzt werden könnten, sollen dem Gemeinderat voraussichtlich im November vorgestellt werden.

Die Kosten für die kommunale Wärmeplanung sind mit knapp 68.000 Euro veranschlagt. Dafür gibt es jedoch einen Zuschuss von rund 59.000 Euro. Der Anteil der Stadt liegt bei 2783 Euro.