Tanja Höschele beim Treppensteigen Foto: Albert M. Kraushaar

Tanja Höschele will in zwölf Stunden mindestens 128 Mal die 300 Stufen des Aussichtsturms rauf und runter laufen. Das wären 12 800 Höhenmeter und damit ein Rekord.

Tap – Tap – Tap – gleichmäßig und hochkonzentriert nimmt Tanja Höschele Stufe um Stufe. Exakt 300 Stück, dann ist sie oben auf der Plattform des 50 Meter hohen Aussichtsturm „Himmelsglück“ in Schömberg angekommen. Spätestens zu diesem Zeitpunkt würde „Otto Normalverbraucher“ für eine Atempause innehalten. Nicht so Tanja Höschele. Kurze Wende und es geht den gleichen Weg wieder zurück.

 

Als Ziel strebt sie beim Rekordversuch am Mittwoch, 16. Oktober, innerhalb von zwölf Stunden 128 Runden mit insgesamt 12 800 absolvierten Höhenmetern an.

„Das wäre neuer Deutscher – und Weltrekord“, so die Extremsportlerin. Für den Eintrag beim RID (Rekord Institut für Deutschland) zählen alle, innerhalb des geplanten Zeitfensters von 7 bis 19 Uhr beim Auf- und Abstieg überwundenen Höhenmeter“, so das Reglement.

Höschele zeigt sich zuversichtlich

„Die rekordjagende Person kann eine Pause machen, die Zeit läuft jedoch weiter“, ist unter anderem in den Bestimmungen zu lesen. Die hat Tanja Höschele genau studiert. „Bis auf das WC habe ich keine Pausen einkalkuliert, ich will versuchen, die Runde in einem Zeitrhythmus von fünf bis sechs Minuten zu laufen, dann müsste das mit dem neuen Rekord klappen“, zeigt sich die Straubenhardterin zuversichtlich.

„Natürlich geht das auch schneller, aber man muss auch seine Kräfte einteilen, Tempo kann ich immer auf dem Rückweg nach unten machen“, lautet die taktische Marschroute. Tagesform, psychische Verfassung, das Wetter, um den Rekordversuch erfolgreich abschließen zu können, müssen viele Faktoren passen.

Schon jede Menge Rekorderfahrung

Die Verwaltungsangestellte beim Ordnungsamt der Stadt Neuenbürg hat schon einige (Rekord-)Urkunden an der Wand hängen. „Wenn der am Mittwoch gelingt, wäre es meine zehnte“, blickt die 52-jährige Extremsportlerin auf diverse Einzel- und Teamergebnisse. „Als Flucht und Sucht zugleich“ beschreibt sie ihren Antrieb. „Unter den Anstrengungen macht man seine Gedanken frei“, erklärte Tanja Höschele, die sich ehrenamtlich beim Kinderhospiz Sterneninsel in Pforzheim engagiert, wo sie aktuell 35 Familien betreut.

Die Sterneninsel wird auf jeden Fall zu den Gewinnern zählen. Denn wer sich engagieren möchte, kann für zehn Euro eine Runde kaufen. Als Kontaktadresse steht die Kur & Touristik Schömberg sowie die Extremsportlerin selbst unter thoeschele@t-online.de zur Verfügung. Aktuell seien bereits 107 Runden verkauft.

Runter bereitet mehr Sorgen als rauf

Als einer der Hauptsponsoren outete sich Klaus Dettinger vom Schuhhaus Maisenbacher, der die Leistungen von Tanja Höschele seit Längerem mit höchstem Respekt verfolgt und beim Rekordversuch auch unter den Betreuern zu finden sein wird.

„Klar, 130 mal die 300 Stufen rauf ist schon eine Herausforderung und anstrengend, aber runter, das geht in die Knie“, hat sie als Erfahrung aus ersten Tests mitgenommen. Bis zum Wochenende steht noch ein Versuch über sechs Stunden an, am Mittwoch soll es dann mit dem Rekordversuch ernst werden. „Ich denke am späten Nachmittag zwischen 17 und 18 Uhr werde ich sehen, ob ich das schaffen kann.“

Unterstützung von der Gemeinde

„Der Turm ist ganz normal geöffnet. Wir wollen jedoch darauf achten, dass Tanja Höschele nicht behindert wird“, erklärte Stefanie Stocker von der Pressestelle der Glücksgemeinde, und Ulrich Döbereiner, Leiter der Kur & Touristik Schömberg ergänzte: „Das ist natürlich eine Ehre für uns, dass Tanja Höschele den Rekordversuch auf dem Aussichtsturm ‚Himmelsglück‘ unternimmt.“