Auf dem Sprung nach oben: Panthers-Forward Courtney Stockard ragte mit 29 Punkten und zehn Rebounds aus einem guten Team gegen Kirchheim noch heraus. Foto: Michael Kienzler

Die wiha Panthers Schwenningen sind mit einem überzeugenden 86:68-Heimsieg gegen die Kirchheim Knights in ihr Play-offs-Debüt der ProA gestartet. Eine sehr akribische Vorbereitung zahlte sich dabei aus.

Weiter verbessern

Schwenningens Coach Alen Velcic freute sich über den Auftaktsieg seines Teams: "Es war eine geschlossene Mannschaftsleistung. Jeder hat sich gut eingebracht. Die Einstellung war sehr gut. Aber wir müssen in den weiteren Play-off-Spielen noch einige Dinge verbessern", fordert er. Der Panthers-Trainer meinte damit das Rebounding (32:28), auch wenn sich hier ein positiver Trend im Vergleich zur Hauptrunde abzeichnet. Er wies auf die gegen Kirchheim relativ hohe Anzahl an Ballverlusten (20) und – vor allem – auf die noch nicht optimale Kommunikation seiner Spieler auf dem Feld hin. "Das geht auf jeden Fall noch besser."

Defense ein Erfolgsgarant

Die Neckarstädter hatten den insgesamt enttäuschenden Kirchheimern vor allem mit einer stabilen Defense den Zahn gezogen, die Alen Velcic nach dem ersten Viertel in einer kurzen Besprechung draußen noch korrigiert hatte. "Mitentscheidend war auch, dass wir die großen Spieler von Kirchheim mit Andreas Kronhardt (nur sieben Punkte) und Maxwell Mahoney (4) effektiv aus dem Spiel nehmen konnten." Beeindruckend ist, dass der ProA-Play-off-Debütant aus Schwenningen in dieser Saison die Kirchheim Knights gleich drei Mal bezwungen haben. Dementsprechend enttäuscht verließen die Gäste auch das Feld in der Deutenberghalle. "Wie in den Spielen zuvor hatten wir erneut Probleme, ihr Tempo zu stoppen. Es war enttäuschend für uns", so ein gefrusteter Knights-Coach Igor Perovic.

Risiko wird belohnt

Schwenningens starker Point Guard Nate Britt hatte am Samstag nur ein Problem, das er aber ausgezeichnet löste. Nach 20 Minuten war der US-Amerikaner bereits mit vier Fouls belastet. Doch Alen Velcic ließ ihn nach dem Seitenwechsel weiterspielen. In einem Einzelgespräch mit Britt hatte der Panthers-Coach dies nach der allgemeinen Pausenbesprechung so abgestimmt. "Und die Mannschaft half Nate bei seinen Einsätzen in der zweiten Halbzeit auch noch sehr, so dass er beim Verteidigen nicht mehr so ins Risiko gehen musste", lobte Alen Velcic die Unterstützung.

An den Bodensee

Der Schwenninger Coach kennt seit Jahren das Geschäft in- und auswendig. Er weiß, "dass in den Play-offs vor allem auch das Mentale eine große Rolle spielt". Akribisch – mit vielen Nuancen gespickt – gestaltete er deshalb zusammen mit seinem Trainerteam die Vorbereitung. Es wurde intensiv in den Einheiten gearbeitet. Die Panthers waren zum Beispiel auf verschiedene Strategien der Kirchheimer exakt vorbereitet. Dazu führte Alen Velcic viele intensive Gespräche. So auch mit seinen Top-Spielern Courtney Stockard und Nate Britt, die leistungsmäßig gegen Ende der Hauptrunde nicht mehr überzeugt hatten.

Und es gab auch tolle Abwechslung. Am Donnerstag fuhr die Mannschaft an den Bodensee, "weil die Jungs auch noch mehr von unserer Region in diesen schwierigen Zeiten kennenlernen sollen".

Nach dem Abschlusstraining am Freitag wurden die Spieler zudem mit Video-Nachrichten und den besten Wünschen für die Play-offs von ihren Familien und von den Fans überrascht. "Da gab es Gänsehautfeeling", berichtet Alen Velcic.

Begehrte Spieler

Egal, wie es nun in den Play-offs weiterläuft, der Coach wünscht sich sehr, dass die Mannschaft im Sommer zusammenbleibt und es nicht erneut zu einem großen Umbruch wie in den vergangenen Jahren in Schwenningen kommt. Doch ein Courtney Stockard und ein Nate Britt sind schon in Deutschland umworben. Wenn solch gute Spieler hier bleiben sollen, ist auch das Umfeld sehr gefragt, um den finanziellen Background weiter zu verstärken. "Dies wird eine große Herausforderung für uns", betont Alen Velcic.

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