„Wie können wir gemeinsam Zukunft gestalten?“ Diese Frage stellt die Hochschwarzwald Tourismus GmbH (HTG). Aktuell sind die Verantwortlichen auf „Großer Reise“ – auch in St. Georgen.
Wie soll sich der Hochschwarzwald als Region weiter entwickeln? Welche Rolle nimmt St. Georgen dabei ein? Diese und weitere Fragen stellt sich derzeit die Hochschwarzwald Tourismus GmbH (HTG). Im Rahmen eines Zukunftsprozesses, gefördert durch Mittel aus dem LEADER-Programm der Europäischen Union, nimmt sie die Region unter die Lupe – und damit auch die Bergstadt.
Es gehe darum, erklärte Patrick Schreib, Geschäftsführer der HTG, bereits vor einigen Monaten in der November-Sitzung des Gemeinderats, „das Profil jedes Ortes im Hochschwarzwald herauszuarbeiten und viele für die weitere Entwicklung zu definieren“. Spätestens im Frühjahr, hieß es in der Sitzung, werde man dabei auch St. Georgen in den Blick nehmen.
Ende 2025, als Schreib im St. Georgener Gemeinderat zu Gast war, um über aktuelle Entwicklungen in der HTG zu berichten, stand dieser „Zukunftsprozess Hochschwarzwald“, wie die HTG ihr Projekt getauft hat, noch relativ am Anfang. Ende November fand die erste digitale Auftaktveranstaltung mit Vertretern aller 21 Mitgliedskommunen der HTG statt.
Das ausgegebene Ziel: der Erhalt beziehungsweise die Gestaltung eines zukunftsfähigen Hochschwarzwalds, sodass die Region langfristig als Reiseziel attraktiv und gleichzeitig lebenswert für die Menschen vor Ort ist. Dazu gesucht: „Vorschläge für eine Verbesserung der Lebensqualität vor Ort sowie für einen ganzjährigen, sanften Tourismus“, wie es in einer HTG-Mitteilung heißt.
Zwei Vorschläge aus St. Georgen
Mittlerweile ist einiges passiert: zwei digitale Veranstaltungen mit Vertretern der HTG-Mitgliedskommunen und der Agentur Nonconform, die das Projekt begleitet, sowie eine digitale Bürgerbeteiligung, bei der Ideen eingereicht werden konnten. Auch St. Georgener beteiligten sich daran mit ihren Wünschen und Anregungen, wie ein Blick auf die digitale Ideenkarte der HTG zeigt. Konkret finden sich da zwei Vorschläge für thematische Wanderrouten: ein Themen- und Rätselwanderweg mit einer Geschichte und verschiedenen Stationen mit Aktivitäten sowie ein Themenweg zur Phonoindustrie.
Schon konkrete Ideen
Inwiefern die Ideen Einzug in die Zukunftsstrategie finden und umgesetzt werden, wird sich erst mit der Zeit zeigen. Die HTG spricht in einer Mitteilung ebenfalls schon einige konkrete Projekte an: Diskutiert wurden demnach bei bisherigen Treffen neue Nutzungen für leerstehende Gebäude, Co-Working-Angebote im ländlichen Raum, innovative Mobilitätslösungen sowie neue Erlebnisangebote in der Natur. Auch erste konkrete Projektideen wie ein „Hochschwarzwälder Uhrentrail“ entlang der Uhrenstraße, der Tradition, Natur und verschiedene touristische Angebote miteinander verbinden könnte, gingen aus den Terminen hervor.
Zu Gast in 21 Mitgliedskommunen
Und nun? Aktuell befindet sich der Zukunftsprozess mitten in seiner nächsten Phase, welche die Verantwortlichen die „Große Reise“ nennen. Dabei sind noch bis Ende der Woche Vertreter der HTG und der Agentur Nonconform im gesamten Gebiet des Tourismusverbands unterwegs.
Am Montag besuchte ein Team bereits Schönwald und Furtwangen – Besuche in Schonach und St. Georgen stehen im Lauf der Woche noch an. Bei Workshops in den einzelnen Gemeinden sollen einer HTG-Mitteilung zufolge gemeinsam mit Politik, Verwaltung und engagierten Bürgern konkrete Projektideen für die zukünftige Strategie entwickelt werden. „Ziel ist es, vielfältige Perspektiven einzufangen und miteinander in Austausch zu bringen.“
Prozess läuft noch bis Oktober
Nach weiteren Schritten, in denen die Zukunftsstrategie ausgearbeitet und finalisiert werden soll, plant die HTG, den Prozess im Oktober – knapp ein Jahr nach dem Start – abzuschließen. Dann soll die „Zukunftsstrategie Hochschwarzwald“ stehen.