Seelbachs Bürgermeister Michael Moser setzt den Fokus 2026 unter anderem auf die Themen Pflege und Schulausbau. Foto: Köhler

Welche Themen beschäftigen die Gemeinden 2026? Wir haken bei Bürgermeistern nach. Trotz der Pflegeheim-Rettung verliert Michael Moser Seelbachs Senioren nicht aus den Augen.

Michael Moser verhehlt nicht, dass ihm mehrere Steine vom Herzen gefallen sind, als die Rettung des Pflegeheims St. Hildegard endgültig perfekt war. Zum 1. März übernimmt die Firma Kenk, der Gemeinderat bestätigte am Montag offiziell, dass die Gemeinde auf ihr Vorkaufsrecht verzichtet (wir berichteten). Damit ist der letzte Verwaltungsakt zu diesem Thema vollendet. „Das macht natürlich Kapazitäten frei. Hauptsächlich im Kopf“, erklärt der Bürgermeister. Doch auch wenn die Übernahme nun in trockenen Tüchern ist, bleibe die Pflege „das allumfassende Thema im Ort“.

 

Pflege: Die Diskussionen und Emotionen, die seit Mai 2025 in Seelbach zu hören und zu spüren waren, sind allein Indiz genug für die Bedeutung des Pflegeheims. „Der Bedarf ist unumstritten. Das ganze Schuttertal nach oben“, fasst es Moser zusammen. Nach der Übernahme zum 1. März könne die Firma Kenk „jede Unterstützung gebrauchen“. Der Rathauschef kann sich vorstellen, etwa wieder einen Förderverein für das Pflegeheim zu ermöglichen, um das „ehrenamtliche Engagement wieder zu stärken“.

Die Übergabe sollte zunächst vergleichsweise ruhig vonstattengehen. Da die Vorfreude nun doch größer wird und das Wetter voraussichtlich mitspielt, wird es von 14 bis 16 Uhr einen Einstandshock im Innenhof geben, zu dem die Bürger eingeladen sind. Es wird eine Kleinigkeit zu essen und etwas zu trinken geben. Für Musik ist auch gesorgt. „Das wird bestimmt schön und eine gute Gelegenheit, sich gemeinsam über den Erhalt des Pflegeheims zu freuen. Ich hoffe, es kommen viele Bürgerinnen und Bürger vorbei“, so Moser.

Für den Sommer spricht nach Ansicht des Bürgermeisters vieles für ein größeres Fest im Pflegeheim. Ganz sicher wird er die Familie Kenk und das Team am Sonntag persönlich willkommen heißen. „Das kann ich kaum erwarten.“

Zweiter Bauabschnitt an Schule startet

Schule: Klammert man das Pflegeheim aus, ist das eigentliche Großprojekt der Gemeinde das Geroldsecker Bildungszentrum und der Schulcampus 2030. „Der Erweiterungsbau ist nahezu abgeschlossen“, verkündet Moser gute Neuigkeiten. Die Brandschutzmaßnahmen seien umgesetzt, bis Mai sollen auch alle Arbeiten im Außenbereich fertig sein. „Dann widmen wir uns Bauabschnitt zwei.“ Der betrifft die Grundschule. Im Untergeschoss sollen Ganztagsräume entstehen, die die Gemeinde benötigt, um den kommenden Rechtsanspruch auf Ganztagsbetreuung zu erfüllen. Darüber hinaus steht eine Sanierung der Haustechnik an, außerdem werden die Innenräume überarbeitet. Ein wichtiger Aspekt wird die Verlegung des Haupteingangs sein, um Gefahrensituation zu entschärfen und einen barrierefreien Zugang zu ermöglichen.

Nach den Sommerferien, so Moser, soll das 5,6 Millionen-Euro-Projekt starten. Demnächst schon werde man mit dem Leerräumen des Schulgebäudes beginnen. Das werde jedoch „auf den Schulbetrieb keinen Einfluss haben“, verspricht der Bürgermeister.

Breitbandausbau geht voran

Breitbandausbau: Erfreut zeigt sich Moser darüber, dass der Glasfaserausbau in Seelbach „gut vorankommt“. Rund 90 Prozent der Leerrohr-Infrastruktur seien schon fertig. Auch die Backbone-Leitung, sozusagen der Anschluss ans überregionale Glasfasernetz, mache Fortschritte. Ohne diese Verbindung über den Schönberg nach Biberach nützen die Hausanschlüsse nichts. Moser berichtet, dass der Teil von der Passhöhe nach Seelbach bereits verlegt ist, nun stehe der Teil Richtung Biberach an.

Haushaltskommission soll sich den Finanzen widmen

Haushaltskonsolidierung: Auch wenn Seelbach mit einem Haushaltsminus von rund 500 000 Euro ins Jahr geht und damit noch vergleichsweise gut dasteht, weiß Moser um die Notwendigkeit, eine langfristige Finanzstrategie zu erstellen. „Im Grunde haben wir mit dem Haushalt 2025 schon erste wichtige Schritte gemacht, die in gewisser Weise ein Umdenken ermöglichen sollten“, so der Bürgermeister. Eine Kommission für Haushaltskonsolidierung soll diese Aufgabe nun übernehmen und damit vertiefen. Neben Moser selbst werden auch Vertreter der Gemeinderatsfraktion Teil dieser Kommission sein – und natürlich der Ämter, allen voran der Kämmerei. Hier verliert Seelbach mit Wolfgang Mech im Herbst eine langjährige Stütze mit enormer Erfahrung. Eine Nachfolgerin als Kämmerin stehe jedoch bereits in den Startlöchern und soll im März einsteigen, damit Mech sie einarbeiten kann. „Wir gehen das Thema mit Ruhe an und werden es kontinuierlich verfolgen“, fasst Moser zur Finanzstrategie der Gemeinde zusammen.

Noch keine Sanierung

Auch in diesem Jahr kein Thema ist eine umfassende Sanierung des Bürgerhauses. Die Pläne wurden seitens der Verwaltung bereits im vergangenen Jahr aus Kostengründen aufs Eis gelegt. Bürgermeister Michael Moser betont jedoch, dass zumindest einige Instandhaltungsmaßnahmen anstehen. 76 500 Euro werden dafür bereitgestellt.