Große Aufregung in Rottweiler Geschäften und Restaurants: Steuerfahnder und der Zoll waren kurz hintereinander vor Ort. Wir haben die Hintergründe.
In der Rottweiler Geschäftswelt ist das Erstaunen groß. Schließlich kommt es nicht alle Tage vor, dass die Steuerfahndung in großem Stil durch die Stadt geht und die Läden sowie Gastronomiebetriebe nacheinander „besucht“. Und bewaffnete Zollbeamte kamen, so wird berichtet, wenig später gleich hinterher.
Das sorgte nicht nur für verdutzte Ladenbesitzer, die da einfach nur ihrer Arbeit nachgingen, sondern auch für verunsicherte Kunden. Sechs bewaffnete Beamte erwartet man beim Einkaufen in Rottweil schließlich nicht unbedingt.
TSE-Kassensysteme im Visier
Doch was ist der Hintergrund der scheinbar größer angelegten Aktion? Den Steuerfahndern, die beim Finanzamt angesiedelt sind, ging es in erster Linie um die TSE-Kassensysteme, wie zu erfahren ist. Die zertifizierten technischen Sicherheitssysteme fürs Kassensystem sind Pflicht. Das ist zwar nicht ganz neu – seit 1. Januar diesen Jahres startete jedoch die offizielle Meldepflicht für diese Kassensysteme. Wer nicht handelt, riskiert Sanktionen.
Kontrolliert und ausgelesen
Mit den TSE-Systemen will der Fiskus erreichen, dass Einträge von Registrierkassen nicht mehr so einfach manipuliert werden können. Und natürlich trifft das auch alle Händler, die ohnehin immer alles korrekt abgerechnet haben. Vor Ort wurden die Kassen nun kontrolliert und ausgelesen.
Während wir auf Nachfrage beim Finanzministerium zu dieser Aktion noch keine Rückmeldung erhalten haben, klärt uns die Pressestelle des Hauptzollamts Singen am Freitag umgehend auf. Denn die Zollbeamten, die am Donnerstag in Rottweil unterwegs waren, hatten einen anderen Fokus.
Prüfungen wegen Mindestlohn und Schwarzarbeit
Eine Sprecherin erklärt: „Die Finanzkontrolle Schwarzarbeit des Zolls (FKS) führte gestern im gesamten Bundesgebiet Prüfungen gegen Schwarzarbeit und illegale Beschäftigung mit dem Schwerpunkt „Einhaltung des Mindestlohns“ durch.“ An den Maßnahmen hätte sich auch das Hauptzollamt Singen beteiligt. Schwerpunktprüfungen seien grundsätzlich „stichprobenweise, risikoorientiert und verdachtsunabhängig“, betont sie.
Über das Ergebnis der Kontrollen gibt es noch keine Informationen, dies soll aber „zeitnah“ veröffentlicht werden.