Mit großer Leidenschaft präsentierte das Oberweierer Orchester seinem Publikum großes musikalisches Können in der Sternenberghalle. Foto: Bohnert-Seidel

Bekannt ist das Oberweierer Orchester für seine sinfonischen Klänge, die bei Werken von Antonin Dvorák und Franz Watz zur Geltung kommen – letzterer war sogar vor Ort.

Von Franz Watz, geboren im früheren Banat, spielte das Oberweierer Orchester das Werk „Rumänische Fantasie“, das rumänische Melodien dem Deutschen zugänglich machen soll. „Es ist anspruchsvoll und wimmelt von einer ständig wechselnden Handlung“, erklärte Moderator Max Bühler dem Publikum, bevor es zu den ersten Klängen kam. Das Besondere: unter den Zuhörern befand sich auch der Komponist, Franz Watz, selbst.

 

Es war nicht das erste Mal, dass das Orchester dieses Werk spielte, zur Uraufführung war es in Oberweier bereits im Jahr 1984 gekommen. Grund dafür ist die tiefe Freundschaft zwischen dem Dirigenten Adam Kalbfuß, geboren in Temeswar, und Watz, ebenfalls in Rumänien geboren. Kaum ein Lob ließe sich persönlicher formulieren als das des Komponisten selbst, der gegenüber der Lahrer Zeitung erklärte: „Ich war zufrieden. Solch ein Werk von einem Blasorchester gespielt, hört man nicht jeden Tag. Ich habe gespürt, wie gut das Orchester vorbereitet wurde, wie es gewartet hat bis Adam Kalbfuß etwas anzeigt und es genau das umsetzt.“ Dank gelte Kalbfuß, der sich an die sanfte Musik, die nicht alltäglich ist, heranwagt und das Orchester sowie das Publikum den Rhythmuswechsel und die Klangfarbe aufsaugen lasse.

Mit dem „Festmarsch op 54“ von Antonin Dvorák eröffnete das Orchester den Konzertabend. Moderator Bühler betonte: „In den mehr als vier Jahrzehnten unter der Leitung von Kalbfuß haben wir uns vom dörflichen Klangkörper zu einem leistungsfähigen sinfonischen Blasorchester entwickelt.“

Nach der Pause gab es einen Walzer, dann ging es in die Filmwelt

Mit dem „Festlichen Krönungsmarsch“ von Peter Tschaikowsky wurde der zweite Teil des Festabends intoniert. Nach der Pause haben sich zu dem Orchester Musiker gesellt, die mittlerweile außerhalb wohnen, aber sich nach wie vor dem Musikverein und dem Dirigenten Kalbfuß verbunden fühlen.

Die Geehrten und Gratulanten (von links): Eduard Stuber (Vorstand), Oskar Kopf, Bernd Stuber, Matthias Seitz und Rainer Moser (Vorstand) Foto: Bohnert-Seidel

Musikalisch erlebten die Gäste in der Sternberghalle den beschwingten Walzer „Wiener Praterleben“ von Siegfried Translateur, um im weiteren Verlauf gemeinsam in die Filmmusik einzutauchen. Instrumental holte das Orchester die Freude und Lässigkeit der Musik aus dem Dschungelbuch von Richard Sherman in die Sternenberghalle. Das Ensemble wie auch Dirigent Kalbfuß war bis zum Schluss voller Konzentration und gleichzeitig voller Spielfreude.

Natürlich forderte das Publikum einen musikalischen Nachschlag. Nach der Zugabe mit „Music was my first Love“ wurde der Konzertabend bei langanhaltendem Applaus beendet.

Ehrungen

Der Musikverein Oberweier ehrte zum 42. Frühlingskonzert langjährige Mitglieder. Seit 50 Jahren spielen Matthias Seitz und Bernd Stuber im Musikverein Oberweier. Die beiden Oberweierer wurden beim Konzertabend zu Ehrenmitgliedern ernannt. Nach 60 Jahren aktivem Musizieren verabschiedete der Verein Oskar Kopf aus seinem Ensemble.