Die Grundschule Mahlberg braucht eine neue Heizungsanlage. An kalten Tagen hat es in den Klassenzimmern teilweise 18 Grad. (Archivbild) Foto: Decoux

Die Stadt Mahlberg muss für eine neue Heizungsanlage rund 540.000 Euro zahlen. Ärgerlich: Während der Planung verschlechtere sich der Zustand der Technik weiter.

Dass das Heizungssystem der Grundschule Mahlberg, das aus einer Kombination von Hackschnitzelanlage und Gasbrennkessel besteht und das auch die Stadthalle mit Wärme versorgt, ausgetauscht werden muss, ist seit dem Sommer vergangenen Jahres bekannt. Unter mehreren Varianten der Abhilfe entschied sich der Gemeinderat damals für den Beibehalt des Betriebssystems aus Hackschnitzel und Gaskessel. Um die Betriebssicherheit auch in der Spitze zu garantieren, sollte das Sytem allerdings um einen zweiten Gaskessel erweitert werden. Für diese Variante setzten sich insbesondere die beiden sachkundigen Stadträte Philipp Künle (Bürgerforum) und Frank Herden (SPÜD) ein. Das Ettenheimer Büro Vertec wurde mit der Ausführungsplanung für den Heizungsaustausch beauftragt. Per Video zugeschaltet stellte Katrin Hallmann (Vertec) am Donnerstag dem Gemeinderat das Konzept vor.

 

Im maroden System waren derweil weitere Problemfelder aufgetaucht, erläuterte Hallmann. So fiel im Dezember die Einzelraumregelungstechnik aus, was dazu geführt habe, dass in einigen Räumen bei 25 Grad, in anderen Räumen bei 18 Grad unterrichtet werden musste. Zudem war die zentrale Steuerungstechnik, die auch die Lüftung in der Stadthalle reguliert, mehrfach ausgefallen.

Neue Heizungsanlage kostet rund 540.000 Euro

Das Sanierungspaket habe sie deshalb neu schnüren müssen. Die Sanierung der reinen Heizungsanlage bewege sich in einer Größenordnung von 540 000 Euro, wobei die Stadt mit knapp 100 000 an Förderung durch das Land rechnen könne, so Hallmann. In diese Kalkulation nicht eingerechnet seien derweil die Planungskosten. Für die Erneuerung der automatischen Regelungstechnik rechnete die Vertec-Mitarbeiterin mit Kosten von rund 94 000 Euro. Die Stadt könne hier mit einer Fördersumme von 14 000 Euro rechnen.

Frank Herden (SPD) störte sich am Auftragsvolumen. Insbesondere bei der Erneuerung der Regelungstechnik meldete er Zweifel an, weshalb er noch einmal um einen Vororttermin mit Stadtratskollege Philipp Künle, der Bauverwaltung und der Vertec-Ingenieurin bat. Bürgermeister Dietmar Benz mahnte indes an, dass Ausschreibungsfristen eingehalten werden müssten, um die Arbeiten in den kommenden Sommerferien auch angehen zu können. Letztlich einigte sich das Gremium darauf, die Sanierung der Heizungsanlage in der nächsten Sitzung des Gemeinderats am 5. Februar zu beschließen und auszuschreiben. Die Regelungstechnik soll in der Sitzung am 10. Februar nach einem Vororttermin auf die Tagesordnung gesetzt werden.

Im Sommer hat es im Rathaus bis zu 35 Grad

Doch nicht in der Grundschule muss eine neue Anlage her, auch das Rathaus soll aufgerüstet werden. Jedoch nicht für die kalten, sondern für die warmen Tage. Dass die Arbeitsbedingungen für die Mitarbeiter an extrem heißen Sommertagen unerträglich sind, war letztlich bei den Stadträten unumstritten. Bauamtsleiterin Justine Jörger berichtete von Temperaturen über 35 Grad in den Büros, die auf der Südseite des historischen Rathauses gelegen sind. Abhilfe soll nun eine Klimaanlage bringen. Eine erste Hürde für den Einbau sei bereits genommen, so Jörger. Der Denkmalschutz könne grundsätzlich mitgehen, sofern entsprechende Außenaggregate in der Küfergasse installiert werden.

Für die Klimaanlagen soll eine PV-Anlage aufs Dach

Katrin Hallmann von der Ettenheimer Firma Vertec hatte schon im Auftrag der Stadt ein Grobplanung für den Einsatz von Klimageräten erstellt, die sie dem Gremium vorstellte. Danach seien zwei Varianten denkbar: Klimageräte für jedes Büro oder eine Kombination aus Klimageräten in Büros und im Flur. Die Kosten liegen bei rund 120 000 Euro für Variante eins und 105 000 für die Variante zwei. Der Strombedarf, so Jörger, könne über eine Fotovoltaik-Anlage auf dem Dach bedient werden. Diese sei in Planung, allerdings vom Denkmalschutz noch nicht abschließend bewertet.

Mehrheitlich sprach sich der Gemeinderat für die Variante eins aus. Lediglich Thomas Schwarz (FW) meldete Bedenken an. Sein Vorbehalt: Sofern die Haushaltslage es zulässt, könne die Klimaanlage installiert werden.