Damit die Bienen im Sommer aktiv sein können, stehen für die Imker auch im Winter Aufgaben an. (Symbolbild) Foto: Frank Rumpenhorst/dpa/dpa-tmn

Bienenvölker müssen in der kalten Jahreszeit behandelt werden. Karin Kusian, Vorsitzende des Imkervereins St. Georgen, erläutert, was erledigt werden muss.

Im Dezember leitete Karin Kusian, Vorsitzende des Imkervereins St. Georgen, einen Infobrief an die Mitglieder weiter. Dieser mahnte die anstehende Winterbehandlung der Bienenvölker an, da es im November die ersten Frostnächte gegeben hatte.

 

Eigentlich wäre es die ideale Zeit gewesen, denn der Imker hat auch im Winter, wenn die Bienen eigentlich ihre Winterruhe beginnen, noch ein bisschen zu tun. Er muss sich um die Varroa-Milbe kümmern, den seit Jahrzehnten wohl größten Feind der Biene, einst wohl aus Asien eingeschleppt durch Wissenschaftler, die sicherheitshalber ein Mittel gegen die Milbe finden wollten, bevor sie durch die Globalisierung auch in Europa aktiv wird.

Denn anders als die Bienen in Asien, die weitgehend problemfrei mit der Milbe leben können, tut sich Apis Mellifera, die Westliche Honigbiene, mit der Milbe sehr schwer. Bei ausreichendem Befall kann sie ganze Völker vernichten.

Jedes Volk wird gegen die Milbe behandelt

Wenn im Sommer die „Erntezeit“ vorbei ist, will heißen, der Honig aus den Waben herausgeholt wurde, wird daher jedes Volk gegen die Milbe behandelt. Zumeist geschieht das mit Ameisensäure. Dabei wird die konzentrierte Säure (meist 60 Prozent) mittels Verdunster oder Schwammtuch gezielt im Stock freigegeben, wobei Temperatur, Dosierung und Sicherheit für den Imker (da ätzend) exakt beachtet werden müssen, um weder Mensch noch die Bienen zu schädigen.

Das natürliche Gemüll, also Wachsreste, Bienenkot und Ähnliches, wird nach erfolgter Behandlung gegen Varroa auf gefallene Milben untersucht. Foto: Hans-Jürgen Kommert

Nach den ersten Frostnächten, so Karin Kusian, muss dann beobachtet werden, ob die Königin tatsächlich aus der Brut geht. Das sei in diesem Dezember nicht überall der Fall gewesen, erfuhr man aus Kreisen der Bergstadtimker. „Die Wärme im Dezember hat die Völker etwas aus dem Tritt gebracht, viele Bienen waren Mitte Dezember noch kräftig unterwegs“, erzählten einige.

Winterbehandlung hinausgeschoben

Daher, war zu erfahren, hatten einige die Winterbehandlung hinausgeschoben. Erst um die Weihnachtszeit herum wurde es dann richtig kalt, die Bienen stellten alle Aktivitäten ein und die Völker waren brutfrei – Zeit, entweder mit Oxal- oder mit Milchsäure zu behandeln.

Oxalsäure wird geträufelt, während Milchsäure mit einem handelsüblichen Zerstäuber zweimal mit zeitlichem Abstand auf die Bienen direkt aufgesprüht wird.

Erfolg der Bekämpfung kontrollieren

Um den Erfolg der Bekämpfung zu kontrollieren, genüge es nicht, die abgefallenen Milben während der Behandlung zu erfassen. Entscheidend ist, wie viele Milben noch nach der Behandlung im Volk verbleiben. Da jede Behandlung jedoch eine Nachwirkzeit hat (Oxalsäure 28 Tage, Milchsäure zwei Wochen), in der noch häufig Milben sterben, kann der natürliche Milbenabfall erst nach dieser Zeit erhoben werden. Dies erfolgt, indem man einen Schieber unter das Volk einsetzt, der mit einer „Windel“ ausgestattet ist – zumeist ein Blatt Küchenkrepp, das mit Öl beträufelt ist – das macht gefallene Milben unbeweglich.

Vorbereitung auf das Frühjahr

„Sollte nach der Behandlung der Milbenfall mehr als 0,5 Milben pro Tag überschreiten ist eine erneute Behandlung notwendig, allerdings darf keine Oxalsäure mehr verwendet werden“, so die Expertin. Und kaum ist die Behandlung vorbei, beginnen die Imker bereits mit der Vorbereitung auf das Frühjahr – Rähmchen und die „Beuten“, also die Kästen, werden gereinigt, neue Wachs-Mittelwände eingeschweißt und das Zubehör durchgeschaut – also nur sehr wenig Zeit, in der der Imker gar nichts zu tun hat.