Der Dieselpreis knackte nun auch im Kreis Calw die Zwei-Euro-Marke. Foto: Jana Heer

Die Spritpreise erreichen derzeit neue, ungeahnte Höhen. Das gilt vor allem für Diesel, der nun auch im Kreis Calw die Zwei-Euro-Grenze überschritten hat. Das sind die Gründe.

Lange Zeit war Diesel der günstigste Kraftstoff an der Tankstelle. Doch das hat sich grundlegend geändert – und aktuell (Stand: Mittwochnachmittag, 15.22 Uhr laut Webseite des ADAC) ist Diesel zum Beispiel in Calw teurer als Superbenzin.

 

Zu diesem Zeitpunkt kostete der Liter Diesel an der Tankstelle in der Bischofstraße 2,019 Euro, der Liter Super E5 kostete 1,959 Euro. In Nagold kostete der Liter Diesel zur gleichen Zeit an der teuersten Tankstelle sogar 2,069 Euro, allerdings war hier Super E5 noch etwas teurer und kostete 2,079 Euro je Liter. Im Verlauf des Tages sanken die Preise dann wieder leicht.

Viele Gründe für steigende Preise für Benzin und Diesel

Für die steigenden Preise in diesem Jahr gibt es mehrere Gründe – die reichen von der aktuellen Weltlage bis hin zu Umweltvorgaben. So lässt der Krieg gegen den Iran die Spritpreise steigen. Der Iran ist ein zentraler Akteur im Ölhandel und hat den Schiffsverkehr durch die Straße von Hormus eingeschränkt. Normalerweise werde etwa ein Fünftel ​des weltweit verbrauchten Öls durch diese Meerenge zwischen Oman und Iran transportiert, schreibt der ADAC auf seiner Internetseite. Jetzt fahren europäische Reedereien, Ölkonzerne und Handelshäuser nicht mehr durch diese Meerenge.

Dies treibt die Ölpreise in die Höhe. „Kostete ein Barrel Rohöl der Sorte Brent am Freitag, 27. Februar, noch rund 72 US-Dollar, lag er am Dienstag, 3. März, zeitweise bei rund 85 US-Dollar – dem zweithöchsten Stand seit Juli 2024“, schreibt der ADAC weiter.

Scharfe Kritik an vorzeitiger Erhöhung

Der Seeheimer Kreis, eine realpolitisch orientierte Arbeitsgemeinschaft in der SPD, kritisiert die Tankstellenbetreiber, für die Erhöhung wegen des Iran-Kriegs indes scharf: „Was wir an vielen Tanksäulen in unserem Land erleben, ist schlicht und ergreifend Abzocke!“, sagt deren Sprecher Esra Limbacher. Benzin und Diesel, die jetzt an der Tankstelle verkauft würden, seien zu deutlich niedrigeren Rohölpreisen eingekauft worden. Es sei nicht akzeptabel, in Erwartung steigender Preise bereits jetzt Aufschläge zu verlangen.

Beim Diesel kommt noch die Verbindung zum Heizöl hinzu. Im Winter steigt die Nachfrage nach Heizöl. Da Diesel und Heizöl sehr ähnliche Produkte sind, hängen die Preise zusammen. Wenn mehr Heizöl nachgefragt wird, steht weniger Diesel zur Verfügung, deshalb steigt der Preis.

Preisunterschiede im Tagesverlauf beachten

Und während Deutschland nach Angaben der Mineralölwirtschaft weitgehend Selbstversorger sei, muss etwa ein Drittel des Diesels importiert werden. Daher hängt der Dieselpreis stärker von der globalen Nachfrage ab.

Die CO2-Besteuerung wirkt sich zudem auf Diesel etwas stärker aus als auf den Benzinpreis. Auch dies sorgt dafür, dass der Unterschied – wenn auch nur geringfügig – kleiner wird.

Doch auch wenn die Kraftstoffpreise derzeit stark anstiegen, gilt laut ADAC unverändert: „Wer beim Tanken sparen möchte, sollte die Preisunterschiede im Tagesverlauf beachten und möglichst die besonders teure Phase zwischen 7 und 8 Uhr meiden.“ Ansonsten gelte in volatilen Zeiten wie aktuell mehr denn je: „Preise vergleichen und gezielt zum Sparen günstige Tankstellen anfahren.“