Drei Vorstände beim Studium der noch "nichtöffentlichen" Ausstellung im Museum: Werner Hertrampf (von links), Reinhold Beck und Hans-Jürgen Schnurr. Foto: (rt)

Beharrlicher Heimat- und Museumsverein versucht es immer wieder. Historischer Bergbau im Fokus.

Geschäftsführer Hans-Jürgen Schnurr vom Heimat- und Museumsverein für Stadt und Kreis Freudenstadt nimmt es mit Humor: "Fürs Guinness-Buch der Rekorde wird es wohl kaum reichen, aber wir haben in Freudenstadt die schlecht besuchteste Ausstellung weit und breit."

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Freudenstadt - In der Tat, unter dem Dach des Heimatmuseums im Stadthaus Freudenstadt schlummert ungesehen eine interessante, internationale Schau: Die "Regio Mineralia", eine "Ausstellung über den mittelalterlichen Bergbau im Schwarzwald und in den Vogesen". Nicht nur für Freunde der Geschichte und des Bergbaus ist sie höchst aufschlussreich. Doch bisher hat die Ausstellung gerade mal eine Hand voll Eingeweihter gesehen, obwohl sie seit Wochen fix und fertig aufgebaut ist.

Und wieder einmal war es die Corona-Pandemie, die alle kulturellen Pläne durchkreuzte und die Museumstüren auch in Freudenstadt für den Publikumsverkehr schloss. Dabei war alles so weitsichtig eingefädelt.

Die "Regio Mineralia" wurde von der Abteilung Altbergbau und Denkmalpflege beim Regierungspräsidium in Stuttgart initiiert und mit Hilfe von Kollegen im Elsass als Wanderausstellung durch Frankreich und Deutschland zusammengestellt. 15 beschriftete Leinwände informieren zweisprachig über den Altbergbau und seltene Fundstücke in einem geografischen Band von Sainte-Marie-aux-Mines in den Vogesen bis in den Schwarzwald und nach Pforzheim.

Abordnungen aus dem Elsass erwartet

An zahlreichen Standorten gibt es heute interessante Besucherbergwerke. So auch das historische Silberbergwerk Heilige Drei Könige in Freudenstadt, das der Heimat- und Museumsverein in den Sommermonaten hinter dem Facharzt-Zentrum betreibt. Aus diesem Grund hatte der Verein auch die Organisation der Ausstellung übernommen. Am 20. März vergangenen Jahres sollte sie festlich in Freudenstadt eröffnet werden. So eine Eröffnung braucht lange Vorlaufzeiten und macht viel Arbeit. Es war hoher kommunalpolitischer Besuch zu erwarten.

Abordnungen aus Montbéliard und Riquewihr-Ribeauvillé im Elsass, mit Freudenstadt über den Verein der Schickhardt-Straße verbunden und selbst ehemalige Bergbau-Städte, wollten kommen. Selbst die befreundete Stadt Schöneck in Thüringen, ebenfalls vom historischen Bergbau infiziert, wollte sich das Ereignis nicht entgehen lassen. Sie meldete ihren Besuch an, noch bevor die Ausstellung in Freudenstadt aufgestellt war. Wegen Corona musste alles wieder abgesagt werden. Die Museumstüren schlossen sich von einem Tag auf den anderen.

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Doch im Sommer war staatlicherseits öffentliche Kultur wieder erlaubt. Die Museen standen wieder offen für Besucher. Museumsleute sind zuversichtlich. Sie nahmen, nicht zuletzt auf Drängen aus Stuttgart, als nächsten Eröffnungstermin den 30. Oktober ins Visier. Die Einladungstour begann erneut. Geschäftsführer Hans-Jürgen Schnurr holte die Ausstellung aus Freiburg ab, wo sie großes Interesse gefunden hatte. Eine Stadt aus dem Erzgebirge wollte die Wanderausstellung auch gleich fürs neue Jahr buchen.

Eröffnung vielleicht im Frühjahr

Pech aber auch: Kurz nachdem die Einladungen rausgegangen waren, kam der zweite Lockdown. Und die Museumstüren waren schon wieder zu. Der Museumsverein liebäugelt schon mit dem Frühjahr als nächstmöglichem Eröffnungstermin. Nach den Anzeichen der vergangenen Tage begibt sich der Verein auf den gefährlichen Weg, tatsächlich noch ins Guinness-Buch zu kommen.

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