Bad Herrenalb verlässt die Tourismusgemeinschaft Albtal Plus und löst damit eine Kettenreaktion aus. Wie steht es um die Fusion mit der Tourismus GmbH Nördlicher Schwarzwald bevor?
Mit der Kündigung der Mitgliedschaft läutete die Stadt Bad Herrenalb gleichzeitig das Ende der Tourismusgemeinschaft Albtal Plus ein. Acht Kommunen sowie der Gastronomie-Verein Feine Adressen im Albtal sind derzeit Mitglieder. Noch.
Denn der Austritt Bad Herrenalbs als einer der beiden Hauptzahler neben Ettlingen brachte eine Lawine ins Rollen. Nach der Siebentälerstadt beschlossen weitere Kommunen, aus Albtal Plus auszusteigen. Neben Dobel sind dies auch Karlsbad und Malsch. „Mit dem Austritt von Bad Herrenalb hat sich die Situation in und um Albtal Plus grundlegend verändert und es ist fest damit zu rechnen, dass bei gleichbleibendem Angebot künftig erhebliche Mehrkosten zu erwarten sind“, sagte der Karlsbader Bürgermeister Björn Kornmüller damals auf Anfrage unserer Redaktion.
Diese Entwicklung führte dann zu der Überlegung, Albtal Plus mit der Tourismus GmbH Nördlicher Schwarzwald (TNS) zu einer Organisation zusammenzuführen, da etwa Bad Herrenalb und Dobel bislang bereits Mitglied in beiden Organisationen sind. Dass das auch bis Ende des Jahres der Fall sein wird, bestätigt Christian Siebje, bei der Bad Herrenalber Stadtverwaltung zuständig für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit: „Bad Herrenalb ist noch bis Ende 2026 Mitglied und Bürgermeister Hoffmann ist turnusgemäß in diesem Jahr auch der Vorsitzende.“
Arbeitsgruppe treibt Fusion von Albtal Plus und TNS voran
Diese Gespräche über einen möglichen Zusammenschluss laufen bereits seit einigen Monaten und René Skiba, der Geschäftsführer der TNS, erläuterte im Gespräch mit unserer Redaktion den aktuellen Stand. Man sei „nach wie vor in der Arbeitsphase“, erläutert Skiba. So gebe es eine „kleine Arbeitsgruppe“ mit Vertretern von Albtal Plus und der TNS. Auch die Geschäftsstellen seien im Austausch. Dabei gehe es nun darum, verschiedene Szenarien zusammenzulegen: „Was macht Albtal Plus? Was machen wir? Wo sind die Schnittstellen, an denen wir das zusammenbringen?“ Mittlerweile gebe es einen Entwurf, wie das aussehen könnte. Aber da müssten noch Feinheiten angepasst werden, bevor das Konzept in den Gremien, wie etwa Gemeinderäten, den Entscheidungsträgern vorgestellt werden kann.
Konstruktive Zusammenarbeit ebnet Weg
Bei den Gesprächen habe man aber „festgestellt, dass es auf Arbeitsebene Sinn macht, es zusammenzulegen“, sagt Skiba weiter. Alles andere müsse man sehen, etwa wie dann die Finanzierung geregelt werde und mehr. Der TNS-Chef stellt aber klar, dass von beiden Seiten „recht konstruktiv“ zusammengearbeitet werde. Nun müsse man schauen, wie eine vernünftige Lösung aussehen könnte. Der Auftrag an die Arbeitsgruppe sei aber schon, „zu zeigen, wie es gehen könnte“. Das heiße aber nicht, dass alles schon in Stein gemeißelt sei. Vielmehr gelte es aufzuzeigen, „was können wir gemeinsam machen, wo liegen die Synergien“, aber auch, „was brauchen wir, um es voranzutreiben“.
Zu bedenken ist, dass bislang nur Kommunen aus dem Landkreis Calw Mitglied in der TNS sind. Da der Landkreis einen Hauptteil der Kosten trägt, müsse man „sauber rechnen“, so Skiba weiter. Grundsätzlich sei eine Erweiterung aber „kein Problem“, sie sei vielmehr bei der Gründung schon mit angedacht gewesen und eine Erweiterung sei über den Gesellschaftervertrag problemlos möglich, so der TNS-Geschäftsführer. Auch deshalb wurde der Name schon damals bewusst gewählt.
Das Ziel steht: „Wir wollen im ersten Quartal in die ersten Gremien rein gehen und mehr von dem Konzept vorstellen“, sagt Skiba. So wolle man bis zum Ende des ersten Quartals „wissen, in welche Richtung es geht. Ich halte das auch für realistisch“, ist Skiba zuversichtlich.
CMT 2027 könnte gemeinsamer Startschuss sein
Wenn es denn zu einem Zusammenschluss kommt, hält der TNS-Chef einen Start Anfang 2027 für realistisch. „Wir brauchen das Jahr auf alle Fälle für Anpassungen“, sagt er weiter. Der Startschuss könnte dann ein Auftritt auf der großen Tourismusmesse CMT 2027 unter gemeinsamer Flagge sein. Auf diesen Punkt könnte man dann alles ausrichten, etwa neue Flyer und Broschüren oder Ähnliches.
Davor wird es bereits einen „Probelauf“ geben: Auf der CMT-Sondermesse Fahrrad und Wandern werden die TNS und Albtal Plus bereits gemeinsam an einem Counter zusammen sein statt wie bislang direkt nebeneinander mit zwei Ständen, erläutert Skiba. So könne man das Personal optimaler einsetzen und spare zudem Kosten. Genau die Synergien also, die ein Zusammenschluss bringen könnte.