Einige Teile Lahrs, vor allem in der Nord- und Oststadt sowie rund um das Klinikum, waren von einem Stromausfall betroffen. Foto: Bildstein

Plötzlich ist der „Saft“ weg: In großen Teilen der Lahrer Nord- und Oststadt fiel am Donnerstagmorgen der Strom aus. Ursache: ein defekter Stecker. Auch die Burgheimer Kita und die Klinik waren betroffen.

4.35 Uhr am Donnerstagmorgen: Ganz Burgheim ist plötzlich dunkel. Nur das Krankenhaus erstrahlt noch hell. Auch in anderen Bereichen der Lahrer Nord- und Oststadt sowie der Innenstadt ist der „Saft“ zunächst weg. Nach einer Stunde gehen in einigen Haushalten die Lichter wieder an, um 9.50 Uhr ist die gesamte Versorgung wieder hergestellt.

 

Ursache: Grund für die Unterbrechung der Stromversorgung war ein defekter Stecker und in Folge dessen ein weiteres defektes Kabel in der Umspannanlage, informiert das E-Werk am Donnerstagvormittag in einer Mitteilung. Es sei zu einer Rauchentwicklung gekommen, durch die die automatische Brandmeldeanlage aktiviert wurde. Die Feuerwehr rückte an, musste jedoch nicht löschen, so der Energieversorger. Nach dem Ausfall hat das E-Werk Umschaltungen vorgenommen, so dass nach knapp einer Stunde rund 40 Prozent der betroffenen Kunden wieder mit Strom versorgt wurden. Wie viele Haushalte genau betroffen waren, wollte das E-Werk am Donnerstag auf Anfrage nicht preisgeben. Um 9.50 Uhr konnten wieder „alle Kunden sicher mit Strom versorgt werden“, so der Energieversorger weiter. Die Monteure des Netzbetreibers, das Überlandwerk Mittelbaden, waren mit einem Messwagen vor Ort, um präzise die Fehlerstelle eingrenzen zu können. Das defekte Kabel wurde ausgetauscht.

Klinikum: Auch das Lahrer Krankenhaus war vom Stromausfall betroffen, wie Klinikum-Sprecher Christian Eggersglüß auf LZ-Anfrage bestätigt. „Für solche Fälle haben wir an allen Betriebsstellen des Ortenau-Klinikums eine Notstromversorgung, die sofort automatisch anspringt, sobald die öffentliche Stromversorgung unterbrochen ist“, so Eggersglüß. Die Notstromversorgung bestehe aus einem mit Diesel betriebenen Aggregat. Mit dessen Hilfe konnten alle Bereiche des Klinikums automatisch mit Strom versorgt werden. „Einschränkungen im Klinikbetrieb gab es keine“, so der Klinikum-Sprecher weiter. Die Notstromversorgung habe sich gegen 5.15 Uhr, als wieder Strom aus dem öffentlichen Netz zur Verfügung stand, automatisch abgeschaltet.

Redaktion: Die Auswirkungen des Stromausfalls waren noch einige Stunden später in der LZ-Redaktion in der Kreuzstraße zu spüren. Die Heizungen liefen in den Morgenstunden nicht, es blieb am Vormittag kühl. Ab Mittag waren Redaktion und Geschäftsstelle wieder beheizt.

Kindergarten: „Wir haben mit den Kindern eine Stromausfallparty gemacht“, berichtet Sarah Haller vom evangelischen Kindergarten in Burgheim. Mit bunten Lichterketten, elektrischen Teelichtern und Taschenlampen habe man die Räume beleuchtet und mit Musik für entsprechende Stimmung gesorgt. „Die Kinder waren ganz aufgeregt. Sie dachten, ein Weihnachtswichtel hätte den Strom geklaut“, ergänzt Haller lachend. Für die Mitarbeiter war es weniger amüsant: Sie mussten das Frühstück bei Handylicht und Taschenlampen schnippeln sowie das Mittagessen etwas später bestellen, da sie es nicht warm halten konnten. Das große Chaos blieb jedoch aus.

Social Media: Nur wenige Minuten nach dem Stromausfall meldeten sich einige Betroffene im Netz und erkundigten sich, ob es anderen genauso ergehe. „In der Friedhofstraße habe ich heute bei romantischem Kerzenlicht meine Zähne geputzt“, schrieb eine Anwohnerin in der Facebook-Gruppe „Du bist aus Lahr, wenn...“. Eine Bewohnerin der Marie-Juchacz-Straße machte sich „Sorgen um Kühlschrank und Tiefkühltruhe“. Auch die Burgbühlstraße und die Hochstraße waren laut Kommentaren betroffen. Ein Nutzer meldete, dass die Ampeln in der Geroldsecker Vorstadt zeitweise dunkel blieben.

Erinnerungen an Oktober

Erst vor einigen Wochen kam es zu einem ähnlichen Szenario: Am Nachmittag des 30. Oktober führte ein Kabelfehler zu einem Stromausfall in der Innenstadt. Die Lichter der Geschäften wurden plötzlich dunkel, die Schranken der Parkhäuser gingen nicht mehr und es kam zu einem Stau. Der Spuk dauerte damals jedoch nur gute zehn Minuten.