Die Berufsinfo-Messe bietet zum 25. Mal Möglichkeiten für Schüler und Umschüler, sich über Jobs und Ausbildung zu informieren. Unsere Redaktion hat die Messe besucht.
Seit die Berufsinfomesse (BIM) in Offenburg 2001 erstmals stattfand, hat sich die Zahl der Aussteller vervielfacht: Knapp 400 aus allen Berufsbereichen – Handwerk, Universitäten und dualen Hochschulen, öffentlicher Dienst sowie Hilfsorganisationen – werben mittlerweile um Mitarbeiter.
Betritt man die Halle 1, läuft man direkt auf ein relativ neues Angebot der BIM zu: die Weiterbildungslounge. Besucher können hier unter anderem beim „Bewerbungscheck“ alles rund um die professionelle Vorbereitung auf Bewerbungsgespräche erfahren. Von Tipps zum Auftreten bis hin zur Stilberatung und dem Anfertigen von Bewerbungsfotos ist hier alles vertreten.
Alfred End, verantwortlich für die Weiterbildungslounge und Vorsitzender des Netzwerks Fortbildung Ortenau, zeigt im Gespräch die vielfältigen Möglichkeiten auf – nicht nur für Schüler und Berufseinsteiger, sondern auch für Umschüler. „Man muss nicht immer den klassischen Karriereweg gehen“, erzählt er. Gerade bei jungen Menschen merke er Unsicherheiten in Bezug auf ihre Zukunft.
Künstliche Intelligenz soll Bewerbern Angst nehmen
Im Hintergrund des Gesprächs lauschen Interessierte einem Vortrag zum Thema Künstliche Intelligenz im Bewerbungsprozess. Diesen hält ein Mitarbeiter der Universität Tübingen. In dem Vortrag wird durch ein Frage-Antwort-Spiel mit einem Zuhörer via KI simuliert, wie dessen berufliche Zukunft aussehen könnte. Der Andrang ist groß, vor allem lauschen junge Leute. „Gerade jetzt haben Schüler und Berufseinsteiger tolle Möglichkeiten, auch in Bezug darauf, dass KI gerade auf dem Vormarsch ist“, greift auch End das Thema auf.
„Für all diejenigen, die ängstlich sind oder introvertiert, kann ich es empfehlen, einfach mal mit einem gängigen KI-Assistenten wie Chat-GPT ein Bewerbungsgespräch zu simulieren.“ Das nehme erfahrungsgemäß gerade bei Jüngeren im Vorfeld den Stress aus einer Bewerbungssituation. Gegen Mittag ändert sich die Zusammensetzung des Messepublikums. Waren am Morgen noch viele Schulklassen mit ihren Lehrern unterwegs, prägen vor allem ältere Besucher nun das Bild.
Schüler kommen mit Eltern, die selbst interessiert sind
Inessa Schröder beschreibt am Stand der Offenburger Agentur für Arbeit wiederum vor allem den Wandel der Demografie auf der Messe im Laufe der Jahre. „Wir merken auch in den letzten Jahren, dass das Umschulungsstigma immer mehr verschwindet und statt der Schüler und jungen Menschen, die man auf einer solchen Messe erwartet, auch Ältere vertreten sind, die sich umschulen wollen“, sagt sie. Agentur-Chefin Theresia Denzer-Urschel fügt hinzu, dass immer mehr Jugendliche ihre Eltern mitbringen, die selbst Interesse am Angebot der Aussteller haben.
Betritt den Außenbereich, ist hier vor allem das Handwerk vertreten. Messebesucher können hier hämmern, schrauben, sägen – und unter Anleitung sogar Bagger fahren. Mirco Lauckner, Dachdeckermeister beim baden-württembergischen Landesinnungsverband, freut sich über die jungen Interessierten an seinem Stand: „Es ist schön, dass das Stigma, das Handwerk habe keine Zukunft, endlich aus den Köpfen junger Menschen verschwindet“, sagt er.
Viele Betriebe suchten händeringend Nachfolger und erfahrene Kräfte, die willig sind anzupacken. Er empfiehlt Messebesuchern, in Interaktion mit den Ausstellern zu gehen und die „Hemmschwelle“ zu überwinden. „Wir beißen nicht“, scherzt er.Die Aussteller werben mit vielen Vorteilen für junge Interessierte. Geht man über die Messe, liest man hier vom Bezahlen des Führerscheins bei Ausbildungsbeginn, von Hansefit, Jobrad sowie von der Unterstützung bei der Wohnungsuche.
“BIM-Finder“ führt online durch das Messeangebot
Für unentschlossene Messebesucher gibt es neben den klassischen Informationsheften an den Halleneingängen auch den sogenannten BIM-Finder. Auf der Webseite der Messe führt er durch die verschiedenen Bereiche des Areals, so dass bereits im Vorfeld des Besuchs gefiltert werden kann, wofür man sich interessiert. Interaktiv können Besucher so die verschiedenen Angebote erkunden.
Nicht nur Ausbildungs- und Studienplätze, sondern auch Angebote aus dem sozialen Bereich finden sich hier. Mit dabei ist in diesem Jahr Christian Bräunlein vom Technischen Hilfswerk. Er ist Ansprechpartner für Interessierte am Bundesfreiwilligendienst.
Bräunlein kommt bereits seit zehn Jahren auf die Messe und berichtet vor allem darüber, dass viele junge Besucher erstaunt sind, dass man auch mit niedrigeren schulischen Qualifikationen durchaus Anklang bei den ausstellenden Arbeitgebern finden kann. „Völlig egal, woher oder wie jung oder alt – wir suchen Menschen mit Motivation, die ihre eigene Zukunft in die Hand nehmen wollen und bereit sind, zum Team beizutragen“, sagt er im Gespräch.
Noch geöffnet
Am Samstag, 18. April, können Interessierte, Schüler, Quereinsteiger und Umschüler, von 9 bis 17 Uhr, mit Arbeitgebern ins Gespräch kommen, und alles über den aktuellen Arbeitsmarkt erfahren. Der Eintritt ist kostenfrei. Weitere Informationen Online unter berufsinfomesse.de. Die Adresse lautet Schutterwälder Straße 3, 77656 Offenburg